Grünanlage am Herrenbach

Entlang des Herrenbachs im gleichnamigen Stadtviertel stehen zahlreiche Bäume, die eine Gefahr für den Überflutungsschutz darstellen. Einige Bäume mussten daher im Mai und Juni 2018 gefällt werden. Die Stadtverwaltung hat nun ein externes Gutachten beauftragt, um die Grünanlage am Herrenbach im Sinne des Hochwasserschutzes in den nächsten Jahren möglichst sensibel weiterzuentwickeln. Das Ergebnis wird voraussichtlich Ende Oktober 2018 vorliegen.

Untersucht wird unter Gesichtspunkten von Wasserbau und Baumschutz in den nächsten Wochen die Stabilität des Dammes, zusätzlich werden die kritischen Bäume identifiziert, deren Umsturz die Stabilität des Dammes gefährden könnten. „Aufgabenstellung des Gutachtens ist es, uns zuverlässige Daten und ein Gestaltungskonzept für die langfristige Entwicklung der Grünanlage am Herrenbach zu liefern“, erläutert Umweltreferent Reiner Erben. „Ziel ist es, diejenigen Bäume zu benennen, die den Damm im Fall eines Umsturzes beschädigen könnten und damit zur Sicherung des Hochwasserschutzes zwingend gefällt werden müssen.“ Die nächsten Fällungen stehen frühestens Ende November 2018 an.

Kein Verstoß gegen Artenschutz

„Obwohl aufgrund der Gefährdung des Hochwasserschutzes in der Vogelbrutzeit gefällt werden musste, gab es durch die von der Höheren Naturschutzbehörde festgelegten Auflagen zum Artenschutz keinen Verstoß“, berichtet Reiner Erben. Brutvögel seien nur an vier Säulenpappeln entdeckt worden. Entsprechend habe man sie stark eingekürzt, sie jedoch stehen gelassen. Ein Baumstück mit einem Wespennest habe man an ein anderes Gehölz angelehnt.

Im Rahmen der Begutachtung werden am kommenden Mittwoch, 18. Juli, ab 9 Uhr bereits Schürf- und Ramm-Sondierungen vor Ort stattfinden. Die Arbeiten werden mit einem kleinen Bagger durchgeführt. Der Fußweg am Herrenbach wird daher für einen halben Tag gesperrt. Erste Ergebnisse des Gutachtens werden im Lauf des Oktobers erwartet.

Informations-Veranstaltungen

Zur Aufgabenstellung sowie auch den Ergebnissen des Gutachtens und der Weiterentwicklung der Grünanlage am Herrenbach informiert die Stadtverwaltung bis zum Jahresende in mehreren Bürgerinformations-Veranstaltungen jeweils im Pfarrheim Don Bosco. Die erste findet noch vor den Sommerferien am Freitag, 27. Juli, um 18:00 Uhr statt. In diesem Rahmen können interessierte Bürger mit fachkundigen städtischen Mitarbeitern über zukünftige Baumstandorte für die anstehenden Nachpflanzungen ins Gespräch kommen. Insgesamt 100 Bäume werden für die im Mai/Juni 2018 im Zuge des Hochwasserschutzes bereits gefällten 27 Bäume nachgepflanzt.

Weitere Informations-Veranstaltungen sind für Montag, 22. Oktober, 19 Uhr und rechtzeitig vor den anstehenden Fällungen Ende November geplant. Mit einer Postwurfsendung werden  alle Anwohner über die nächsten Schritten am Herrenbach informiert. Alle Informationen sind immer aktuell auf dieser Seite zu finden.

Bisherige Informations-VeranstaltungenAn Montag, 28. Mai 2018, hat die Stadt Augsburg Anwohner und interessierte Bürger vor Ort über die Fällungen informiert. Im Herrenbach wurden Anwohnerschreiben verteilt.

Überflutungsgefahr durch umstürzende Bäume

Sollte ein Baum z.B. bei einem Sturm umfallen, könnten sein Wurzelteller ein Loch in den Damm reißen. Bis zu 30.000.000 Liter Wasser könnten dann ins dahinterliegende Wohngebiet und die Kleingartenanlage fließen. Das hätte schlimme Folgen für Gebäude und Bewohner.

Ablassen des Wassers bei Sturm wäre nicht schnell genug!

Am Pfingstwochenende wurde bereits ein Ablassen bei Sturmwarnung getestet. Das Ergebnis: Ein rechtzeitiges Ablassen des Gewässers bei Sturm ist nicht möglich. Deshalb führt leider kein Weg daran vorbei, die Bäume zu fällen.

Ausführlich – FAQs

Warum müssen die Bäume gefällt werden?

Die Fällarbeiten sind erforderlich, weil die Bäume auf dem Damm direkt am Wasser stehen. Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth verweise auf eine DIN und sieht die Gefahr eines sturmbedingten Baumsturzes. Im Sturmfall könnte der Wurzelteller eines Baumes ein großes Loch in die Uferwand reißen. 30.000 Kubikmeter Wasser würden dann in das dahinter liegende Wohngebiet im Herrenbach oder in die Kleingartenanlage fließen. Das hätte schlimme Folgen für Bewohner und Gebäude.

Eine schnellstmögliche Fällung ist also bedauerlicherweise nicht zu vermeiden.

Gibt es Ersatzpflanzungen?

Ja! Als Ersatz für die insgesamt 96 zu fällenden Bäume werden 357 neue Bäume gepflanzt – in der Grünanlage Herrenbach, im ganzen Stadtteil Herrenbach, im Textilviertel und im Stadtwald. Die Grünanlage rund um den Herrenbach mit ihrem 18 bis 20 Meter hohen Baumbestand bleibt selbstverständlich bestehen.

Bei den Ersatzpflanzungen handelt sich ausschließlich um Ersatzbäume für die erfolgenden Fällungen.

Welche Alternativen wurden geprüft?

Ursprünglich war geplant, die Bäume erst zu den Herbstablässen des Herrenbachs zu fällen. Bis dahin sollte bei Sturmwarnung ein vorsorglicher Ablass des Wassers organisiert werden. Dieses Krisenmanagement stellte sich bei einem ersten Testfall am Pfingstwochenende leider als nicht praktikabel heraus. Der Wasserablass erfolgte nach Veröffentlichung der Sturmwarnung mit einer deutlichen Zeitverzögerung. Im Notfall wäre die Zeit zu knapp, um Sach- und Personenschäden zu vermeiden.

Auch die Errichtung einer temporären Hochwasserschutzwand und mobile Absperrsysteme wurden gemeinsam mit dem THW und dem Amt für Brand- und Katastrophenschutz geprüft. Im Ergebnis war festzustellen, dass an der zeitnahen Entfernung der Bäume, die unmittelbar auf der Uferwand des Herrenbachs stehen, als letzte verbleibende Möglichkeit kein Weg vorbeiführt.

„Die von meinen Fachbehörden und mir in den zurückliegenden Monaten eingebrachten Alternativen sind eingehend geprüft worden. Diese Baumfällaktion, die uns allen nicht gefällt, ist eine Frage der Verantwortung für die Menschen, die in diesem Stadtteil leben. Das Vorgehen ist daher in der gesamten Stadtspitze abgestimmt“, so Umweltreferent Reiner Erben.

Warum wird nicht erst im Herbst gefällt?

Ursprünglich war geplant, die Bäume erst zu den Herbstablässen des Herrenbachs zu fällen, da aktuell im Regelfall aus Naturschutzgründen keine Fällungen durchgeführt werden. Das ursprünglich geplante Krisenmanagement, bis Herbst bei Sturmwarnungen das Wasser abzulassen, stellte sich bei einem ersten Testfall am Pfingstwochenende leider als nicht praktikabel heraus: Der Wasserablass erfolgte nach Veröffentlichung der Sturmwarnung mit einer deutlichen Zeitverzögerung. Im Notfall wäre die Zeit zu knapp, um Sach- und Personenschäden zu vermeiden!  

Die Fällarbeiten sind zwingend erforderlich, weil sich der Baumaufwuchs auf dem Deich direkt am Gewässer befindet. Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth verweist auf eine DIN und sieht die Gefahr eines sturmbedingten Baumsturzes: Im Sturmfall könnte der Wurzelteller eines Baumes ein klaffendes Loch in die Uferwandung reißen. Dies hätte zur Folge, dass etwa 30.000.000 Liter Wasser in das dahinterliegende Wohngebiet im Herrenbach oder in die Kleingartenanlage strömen würden. 

Bei der Höheren Naturschutzbehörde wurde eine naturschutzrechtliche Befreiung beantragt. Darüber wurden auch die Mitglieder des Umweltausschusses und des Naturschutzbeirats informiert. Die Höhere Naturschutzbehörde hat die Genehmigung erteilt.

Auf die Belange des Artenschutzes und Naturschutzes wird höchste Rücksichtig genommen, Mitarbeiter kümmern sich vor Ort um Vogelnester und andere Tiere, die in den Bäumen leben.