Preis Augsburger Friedensfest

Seit 1985 vergibt die Stadt Augsburg im Drei-Jahre-Rhythmus den Preis Augsburger Friedensfest – gemeinsam mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Der mit 12.500 Euro dotierte Preis zeichnet Persönlichkeiten aus, die sich um ein tolerantes und friedvolles Miteinander der Kulturen und Religionen verdient gemacht haben. Der Preisträger wird immer am 8. August, dem Tag des Hohen Friedensfestes, verkündet. Die feierliche Preisverleihung findet im Herbst statt.

Impressionen von der Preisverleihung Augsburger Friedensfest am 10.10.2020


Der Preis Augsburger Friedensfest 2020 geht an...

Ein starkes Zeichen für die christliche Ökumene: Erzbischof Reinhard Kardinal Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sind die gemeinsamen Preisträger des Friedenspreises 2020. Bei einer Feierstunde im Goldenen Saal des Rathauses erhielten sie den Preis Augsburger Friedensfest.

„Spätestens beim gemeinsam begangenen 500. Reformationsjubiläum 2017 haben Erzbischof Reinhard Kardinal Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm ein historisches Zeichen für alle Christinnen und Christen auf dieser Welt gesetzt“, sagte Oberbürgermeisterin Eva Weber, "und uns ein beeindruckendes Zeugnis davon gegeben, dass ein wahres Miteinander im Glauben trotz unterschiedlicher konfessioneller Zugehörigkeit möglich ist.“


Das sagen die Preisträger:

„Das Christentum in Deutschland und in Europa wird nur eine Zukunft haben, wenn wir ganz stark ökumenisch zusammenarbeiten und zusammenbleiben. Das ist wichtig und da sehe ich den Preis als Ermutigung“, so Kardinal Marx. Landesbischof Bedford-Strohm hofft, „dass wir auch im Hinblick auf ein gemeinsames Abendmahl weiterkommen. Ich sehe diesen Preis als öffentliches Zeichen dafür, dass man das von uns erwartet und als starke Ermutigung dafür, den Weg der Ökumene weiterzugehen. Deswegen freut es mich auch, dass ich diesen Preis gemeinsam mit Kardinal Marx bekomme.“

Lebenstationen Landesbischof Bedford-Strohm

Heinrich Bedford-Strohm wurde am 30. März 1960 in Memmingen geboren. Er ist seit 1985 mit Deborah Bedford-Strohm verheiratet und hat drei Kinder. Nach seinem Studium der Geschichts-, Rechts- und Politikwissenschaften studierte er Theologie (Erlangen, Heidelberg, Berkley (USA) und wurde Anfang der 90er Jahre Vikar in der evangelischen Kirchengemeinde Heddesheim (Baden). Nach verschiedenen Lehrtätigkeiten war Bedford-Strohm von 2002 bis 2004 Pfarrer an der Morizkirche in Coburg. Danach übernahm er den Lehrstuhl für Systematische Theologie und Theologische Gegenwartsfragen in Bamberg. 2011 wurde er zum Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern gewählt. Seit 2014 ist Heinrich Bedford-Strohm Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. Er ist unter anderem Mitglied der Ökumene-Kommission der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands und der Deutschen Bischofskonferenz.

 

Lebenstationen Erzbischof Reinhard Kardinal Marx

Reinhard Marx wurde am 21. September 1953 in Geseke/Westfalen geboren. Nach seinem Theologie- und Philosophiestudium (Paderborn, Paris, Münster, Bochum) wurde er 1979 in Paderborn zum Priester geweiht. Nach Lehrtätigkeiten u.a. als Professor für Christliche Gesellschaftslehre an der Theologischen Fakultät Paderborn erhielt Reinhard Marx 1996 die Bischofsweihe. Elf Jahre später wurde der promovierte Theologe zum Erzbischof von München und Freising ernannt. 2010 folgte die Aufnahme ins Kardinalskollegium der Römisch-Katholischen Kirche. Seit 2013 ist er Mitglied der achtköpfigen Kardinalsgruppe zur Beratung von Papst Franziskus bei der Leitung der Weltkirche. Sein Amt als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz übte der Erzbischof von 2014 bis 2020 aus.


Anlässlich der 450-Jahr-Feier des Augsburger Religionsfriedens im Jahr 2005 wurde die Verleihung des Preises, die für 2006 angestanden hätte, ausnahmsweise um ein Jahr vorgezogen, dadurch änderte sich der Turnus.

Preisträger

  • 1985: Hermann Kunst, deutscher Militärbischof
  • 1988: Chiara Lubich, Rom, Gründerin der Fokolarbewegung
  • 1991: Nathan Peter Levinson, Landesrabbiner von Hamburg und Schleswig-Holstein
  • 1994: Richard von Weizsäcker, Altbundespräsident
  • 1997: Alfons Nossol, Erzbischof in Oppeln/Polen
  • 2000: Sumaya Farhat-Naser, Friedensvermittlerin im Westjordanland
  • 2003: Helmut Hartmann, Gründer des Forums Interkulturelles Leben und Lernen (FILL)
  • 2005: Michail Gorbatschow, Friedensnobelpreisträger 1990 und früherer Staatschef der Sowjetunion sowie Christian Führer, Pastor der Leipziger Nikolaikirche
  • 2008: Hassan bin Talal, Prinz von Jordanien und ehemaliger Präsident des Club of Rome
  • 2011: Papst Schenuda III. von Alexandrien, Oberhaupt der Koptischen Kirche
  • 2014: Schwester Dr. Lea Ackermann und die von ihr gegründete Organisation „SOLWODI“ (Solidarity with Woman in Distress)
  • 2017: Pfarrer Dr. Dr. hc. Martin Junge, Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes