Bertolt-Brecht-Preis

Zu Ehren des 1898 in Augsburg geborenen Dichters Bertolt Brecht verleiht die Stadt Augsburg seit 1995 alle drei Jahre den Bertolt-Brecht-Preis an Persönlichkeiten, die sich in ihrem literarischen Schaffen durch die kritische Auseinandersetzung mit der Gegenwart auszeichnen. Über die Zuerkennung des Preises entscheidet eine Jury. Die Preissumme beträgt 15.000 Euro. Die Auslobung wurde in einen Zwei-Jahres-Rhythmus geändert.

Sibylle Berg mit Bertolt-Brecht-Preis 2020 geehrt

Kulturreferent Thomas Weitzel und Bürgermeisterin Eva Weber übergaben den Preis am 18. Februar bei der feierlichen Verleihung im Goldenen Saal des Rathauses an die Schriftstellerin und Dramatikerin Sibylle Berg.

Dr. Julia Encke, die Literaturchefin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, hielt die Laudatio: „Sibylle Berg scheint mit einer dieser Sonnenbrillen durch die Welt zu gehen, mit denen man den Sonnenbrand der anderen schon wahrnimmt, bevor ihn diejenigen, die ihn gerade kriegen, zu spüren begonnen haben.

„Was am Ende Großes werden kann“

In ihrer Rede sprach die Preisträgerin Sibylle Berg von einem nicht mehr aufhaltbaren Drang der Menschheit zur Selbstausrottung, betonte aber dennoch die Notwendigkeit, sich stark zu machen: „Was wir haben, ist die unglamouröse Möglichkeit, Dinge in unserem Umfeld zu verändern. Im Kleinen. Was am Ende etwas Großes werden kann.“ Auch das nach wie vor vorherrschende Geschlechterungleichgewicht in der Literatur kritisierte sie: „Die Kanons werden nach wie vor von Männern mit männlichen Autoren befüllt.“

Begleitet wurde der Abend von der Düsseldorfer Band „Kreidler“ sowie dem Staatstheater Augsburg mit einem Auszug aus dem Stück der Preisträgerin „Und jetzt: die Welt!“

Alle bisherigen Preisträger

  • 2020 Sibylle Berg
  • 2018 Nino Haratischwili
  • 2016 Silke Scheuermann
  • 2013 Ingo Schulze
  • 2010 Albert Ostermaier
  • 2006* Dea Loher
  • 2004 Christoph Ransmayr
  • 2001 Urs Widmer
  • 1998 Robert Gernhardt
  • 1995 Franz Xaver Kroetz 

 

* außertourlich im 50. Todesjahr von Bertolt Brecht