Pflegekinder und Adoption
Jedes Jahr suchen rund 100 Kinder zwischen 0 und 14 Jahren ein Zuhause in einer Pflegefamilie. Es gibt zahlreiche Gründe, warum sie nicht in ihrer Herkunftsfamilie bleiben können. Diese Kinder brauchen Menschen, die sie – zeitlich begrenzt oder auch dauerhaft – bei sich aufnehmen und mit Liebe, Geduld und Fürsorge begleiten.
Das ist oft eine große Herausforderung, denn Pflegekinder kommen meist aus problematischen Elternhäusern und haben leidvolle Erfahrungen gemacht. Sie müssen Vertrauen lernen, brauchen Halt, Zuwendung und vor allem: ein Zuhause.
Pflegeeltern
Pflegeeltern bieten Geborgenheit und Unterstützung – für eine Übergangszeit oder auf Dauer. Sie helfen, soziale Ungleichheit zu verringern, indem sie Kindern Chancen auf Bildung, emotionale Stabilität und ein gesundes Aufwachsen geben.
Sie möchten einem Kind ein neues Zuhause geben?
Wir suchen Pflegeeltern, die ein Kind für eine gewisse Zeit oder dauerhaft aufnehmen:
- um ein Kind in Notsituationen vorübergehend unterzubringen,
- zur Überbrückung von schwierigen familiären Situationen,
- wenn ein Kind voraussichtlich auf Dauer nicht in der Herkunftsfamilie leben kann oder
- für Kinder mit hohem Betreuungs- und Förderbedarf.
Gerne beraten wir Sie. Wir freuen uns auf Ihren Anruf unter 0821 324-2834 oder Ihre E-Mail: pflegekinder@augsburg.de
Pflegefamilie können alle werden: Familien mit und ohne Migrationshintergrund, gleichgeschlechtliche Paare, verheiratete und unverheiratete Paare sowie Einzelpersonen.
Sie möchten einem Kind ein liebevolles Zuhause auf Zeit oder auf Dauer schenken? Wir freuen uns auf Sie! Das sind die nächsten Schritte:
- Sie nehmen Kontakt mit uns, dem Fachbereich Pflegekinder der Stadt Augsburg, auf.
Unser Team berät Sie gerne. Wir freuen uns auf Ihren Anruf unter 0821 324-2834 oder Ihre E-Mail an pflegekinder@augsburg.de - Wir beraten Sie in einem persönlichen Kennenlerngespräch umfassend und unverbindlich.
- Wir klären mit Ihnen: Welche Wünsche und Vorstellungen haben Sie? Was bedeutet die Aufnahme eines Pflegekindes für Ihr Umfeld?
- Wir informieren Sie über die Formen von Pflegeverhältnissen und welche pädagogische und finanzielle Unterstützung es gibt.
- Gemeinsam entscheiden wir dann, was am besten zu Ihnen passt.
Generell werden drei Pflegeformen unterschieden:
Die Vollpflege
In Vollpflege leben Kinder und Jugendliche längerfristig oder dauerhaft in einer Pflegefamilie – genau wie ein eigenes Kind. Die Pflegeeltern werden zu seinen Hauptbezugspersonen und begleiten es im Alltag mit allen Höhen und Tiefen. Meist besteht auch Kontakt zu den leiblichen Eltern.
Die Kurzpflege
In Kurzpflege werden Kinder und Jugendliche untergebracht, wenn sie vorübergehend nicht in ihrer Familie leben können. Zum Beispiel, weil die Mutter zur Therapie oder stationär in eine Klinik gehen muss und niemand in der eigenen Familie das Kind betreuen kann, oder weil irgendeine Abklärung erfolgen muss. Während der zeitlich begrenzten Unterbringung – längstens sechs Monate – sollte das soziale Netz (z. B. der Kindergarten, die Schule) des Kindes weiter erhalten bleiben.
Die Bereitschaftspflege
In Bereitschaftspflege werden Kinder und Jugendliche in Krisensituationen schnell und unkompliziert aufgenommen, bis ihre weitere Lebensperspektive geklärt ist. Mindestens ein Pflegeeltern-Teil muss über eine Ausbildung im Bereich Erziehung, Pädagogik oder Sozialpädagogik verfügen. Zudem muss ein engmaschiger Kontakt mit der Herkunftsfamilie gehalten werden.
Wer ein Pflegekind bei sich aufnimmt, wird nicht allein gelassen. Das Team des Fachbereichs Pflegekinder und Adoptionen betreut Pflegeeltern intensiv in der Anfangsphase und im weiteren Verlauf – bei Bedarf dauert die Begleitung, bis das Pflegekind volljährig ist und darüber hinaus. Neben regelmäßigen Hilfeplangesprächen erfahren Pflegeeltern Unterstützung bei Sorgen, Entscheidungen und Erziehungsfragen. Zusätzlich gibt es begleitete Gruppen, Seminare und Fortbildungen für Pflegeeltern. Auch der Kontakt mit der Herkunftsfamilie wird vom Fachbereich Pflegekinder und Adoptionen begleitet. Bei Bedarf vernetzt er darüber hinaus Pflegefamilien untereinander, damit sie sich austauschen können.
Adoption
Es gibt Lebenssituationen, in denen sich Eltern dafür entscheiden müssen, ihre Elternrolle nicht zu übernehmen. Die Adoption eines Kindes ist für die leiblichen Eltern wie auch die Adoptivbewerber eine weitreichende Entscheidung. Dabei stehen die Pädagogen des Amtes für Kinder, Jugend und Familie helfend zur Seite.
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