Stadtentwicklungskonzept

Häufige Fragen – Welche Fragen werden häufig gestellt?

Was ist das Stadtentwicklungskonzept (STEK)?

Ein Stadtentwicklungskonzept (STEK) definiert die mittel- bis langfristigen Entwicklungsziele und Handlungsschwerpunkte auf gesamtstädtischer Ebene. Im Kontext des Konzeptes werden Defizite und Probleme, aber auch Potenziale und Vorzüge der Stadt ganzheitlich betrachtet. Untersucht und bewertet werden sowohl räumliche als auch sachliche Schwerpunktbereiche. Für diese werden konkrete Maßnahmen dargestellt.

Warum braucht die Stadt Augsburg ein STEK?

Die Stadt Augsburg benötigt ein STEK, da sie wie viele andere Städte vor großen Herausforderungen steht. Hierzu gehören beispielsweise der demographische und soziale Wandel der Stadtgesellschaft, der ökonomische Strukturwandel, der Klimawandel, der energetisch notwendige Stadtumbau, die Digitalisierung sowie integrierte Mobilitätanforderungen. Zu bedenken ist auch, dass zwischen den stadtentwicklungspolitischen Handlungsnotwendigkeiten und der finanziellen Lage der Stadt, die mit deutlichen Sparzwängen verbunden ist, ein großer Spagat liegt. Die Stadt Augsburg schlägt mit der Aufstellung eines integrierten und umsetzungsorientierten Stadtentwicklungsprogramms den Weg ein, der 2007 mit der Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt von den EU-Ratsmitgliedern zur Steuerung dieser Entwicklungen empfohlen wurde.

Wie wirkt ein STEK?

Als informelles Steuerungsinstrument entfaltet das STEK verwaltungsintern, nicht aber gegenüber Privaten eine direkte Wirkung. Seine Aussagen fließen

  • in die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans mit integrierter Landschaftsplanung,
  • in die Erarbeitung und Aktualisierung von Fachkonzepten im Sinne sektoraler Stadtentwicklungskonzepte und -pläne,
  • in die Erarbeitung von städtebaulichen und anderen Konzepten für Teilräume,
  • in stadtentwicklungsrelevante Projekte und Maßnahmen und
  • in die Aufstellung von Bebauungsplänen ein.

Das STEK adressiert sich nicht nur an die Verwaltung und Kommunalpolitik, sondern kann als freiwillige Richtschnur für das individuelle Handeln der Stadtgesellschaft (Bürger, Unternehmen, Zivilgesellschaft) herangezogen werden.

Was leistet ein STEK?

Das STEK ist das zentrale Steuerungsinstrument für die Stadtentwicklungspolitik von Augsburg. Es verfügt über einen hohen Integrationsgrad, macht Querschnittsbezüge deutlich und weist eine hohe praktische Relevanz und Umsetzungsorientierung auf. Das STEK dient:

  • der Steuerung der mittel- bis langfristigen räumlichen Gesamtentwicklung der Stadt,
  • der Formulierung von fachübergreifenden Strategien und Leitlinien,
  • der Definition von Prioritäten für die Stadtentwicklung,
  • der Definition von Schwerpunktthemen,
  • der Definition von Schlüsselprojekten für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung und
  • der Festlegung von Pilotprojekten für strategisch wichtige Teilräume.

Das STEK ermöglicht Synergien in der verwaltungsinternen Zusammenarbeit und Ressourcenverwendung. Es trägt dazu bei, mögliche Zielkonflikte zwischen unterschiedlichen sektoralen Aussagen zu identifizieren und auszuräumen.

Wie groß ist das Planungsgebiet?

Das Planungsgebiet umfasst die Fläche der Gesamtstadt Augsburg mit allen Stadtteilen. Ergänzend fließen aufgrund der gegebenen funktionalen Verflechtungen regionale und überregionale Aspekte und Raumbezüge in die Betrachtungen ein.

Was sind die zentralen Handlungsfelder und Leitbilder des STEK?

  • 1 Region und Stadt
    Augsburg ist selbstbewusst
  • 2 Stadtstruktur und Quartiere
    Augsburg ist ausgewogen
  • 3 Landschaft und Umwelt
    Augsburg ist umweltfreundlich
  • 4 Grünflächen und Sport
    Augsburg ist erholsam
  • 5 Wohnen und Soziales
    Augsburg ist lebenswert
  • 6 Bildung und Kultur
    Augsburg ist kreativ
  • 7 Wirtschaft und Wissenschaft
    Augsburg ist innovativ
  • 8 Mobilität und Tourismus
    Augsburg ist vernetzt

Wer sind die handelnden Akteure?

Die Steuerungsrunde für den STEK-Prozess besteht aus dem Stadtplanungsamt und den Planungs- und Moderationsbüros Herwarth + Holz (Berlin) und Freischlad + Holz (Darmstadt). Ein verwaltungsinterner Arbeitskreis unter Beteiligung aller Referate und Dienststellen der Stadt Augsburg begleitet den gesamten Prozess. Die politische Verankerung der Planung erfolgt über eine Lenkungsgruppe, in der die Bürgermeister, alle Referenten der verschiedenen Fachressorts sowie Mitglieder aller Fraktionen im Augsburger Stadtrat vertreten sind. Über ein umfassendes Dialog- und Moderationskonzept mit unterschiedlichsten Beteiligungsformaten soll im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung die gesamte Stadtgesellschaft aktiv einbezogen werden. Ziel ist die Legitimierung grundlegender strategischer Entscheidungen, deren Multiplikation an Stadtrat und Stadtgesellschaft sowie die Stärkung des Stadtentwicklungsprozesses in der öffentlichen Wahrnehmung.