Lärmaktionsplan für Augsburg

Lärm kann Umwelt, Menschen und Tiere schädigen. Aus diesem Grund führt die Stadt Augsburg nach den Regelungen der EU-Umgebungslärmrichtlinie bzw. des Bundes-Immissionsschutzgesetzes in einem 5-jährigen Turnus die sog. Lärmaktionsplanung durch.

Bisherige Maßnahmen

Hauptverursacher von Umgebungslärm ist – wie in vielen anderen Städten auch – der Lärm des Straßenverkehrs. Daher konzentriert sich die Lärmaktionsplanung auch auf diesen Bereich.

In der ersten Runde der Lärmaktionsplanung wurde beispielsweise an verschiedenen Straßenabschnitten lärmarmer Splittmastixasphalt eingebaut. Leider hat sich diese kostenintensive Maßnahme langfristig nicht bewährt. Aufgrund von Schub- und Scherkräften v.a. in Kreuzungsbereichen oder bei Anfahr- bzw. Abbremsvorgängen kommt es nach nur kurzer Zeit zu starken Verschleißerscheinungen.

Auch wurden inzwischen in einigen Straßenabschnitten die zulässige Maximalge­schwindigkeit z.B. von 50 km/h auf 30 km/h reduziert. Dadurch kann der Lärmpegel für betroffene Anwohner um gerundet 3 dB(A) reduziert werden.

Durch eine Planungsvorgabe soll verhindert werden, dass neue lärmbelastete Wohnungen an besonders verkehrsbelasteten Straßen entstehen. Dazu sind besondere Schutzvorkehrungen für neue Wohnbebauung an stark befahrenen Verkehrswegen notwendig.

Im Ergebnis hat sich die Lärmsituation in manchen Bereichen des Stadtgebiets etwas verbessert. Allerdings ist der Straßenverkehrslärm im Stadtgebiet nach wie vor die Hauptlärmquelle. Daher bleibt die Entwicklung/ Umsetzung von weiteren Maßnahmen eine wichtige und auch schwierige Aufgabe.

Neue Berechnungsmethode bei der strategischen Lärmkartierung

Die aktuelle Lärmkartierung wurde erstmalig nach der EU-weit einheitlichen Berechnungsmethode CNOSSOS (Common Noise Assessemt Methods) durchgeführt. Unterschiede in der Berechnungsmethode führen sowohl zu höheren Lärmpegeln an den Gebäudefassen (um 2-4 dB(A)) als auch zu einer deutlich höheren Anzahl von lärmbetroffenen Einwohnern. Bisher wurden die Einwohner eines Gebäudes gleichmäßig auf lärmabgewandte und lärmzugewandte Fassaden verteilt.

Somit waren nicht alle Bewohner von hohen Lärmpegeln betroffen. Mit der Einführung der EU-weit einheitlichen Berechnungsmethode werden im Sinne eines Worst-Case-Szenarios alle Einwohner eines Gebäudes dessen lauter Hälfte zugeordnet. Zum Teil haben sich in der Folge rechnerisch die betroffenen Menschen mehr als verdreifacht.

Es gibt jedoch keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Lärm tatsächlich drastisch erhöht hätte. Grundsätzlich gibt es Abweichungen zum Beispiel durch die Anzahl der Fahrzeuge, die zulässige Geschwindigkeit, die Fahrbahnoberfläche oder durch die Anzahl der Bewohner eines Hauses. Keiner der genannten Faktoren hat sich jedoch wesentlich geändert.

Die aktuelle Lärmkartierung ist unter www.umweltatlas.bayern.de (Karteninhalt „Lärm“ wählen) zu finden.

Bürgerbeteiligung zum Thema „Lärm“

Für die Fortschreibung der Lärmaktionsplanung hat die Stadt Augsburg im November 2023 bereits eine Bürgerbefragung zum Umgebungslärm durchgeführt. Eine Teilnahme ist aktuell nicht mehr möglich. Allerdings wird auch der Entwurf des Lärmaktionsplanes öffentlich ausgelegt werden. Dann haben Bürgerinnen und Bürger nochmal die Gelegenheit, sich zum Thema Umgebungslärm/ Lärmaktionsplanung zu äußern.