ROY – der Augsburger Pop-Preis
Von laut bis nachhaltig: Die Preisträgerinnen und Preisträger des Augsburger Popkulturpreises ROY 2025 stehen fest
Sechs herausragende Macherinnen und Macher der Popkulturszene in Augsburg sind am 3. Februar 2026 in der Zwischennutzung KARO [10] für ihr besonderes Engagement den Augsburger Popkulturpreis ROY 2025 ausgezeichnet worden. Der Preis wird in fünf Kategorien vergeben und ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert.
Über die städtische Auszeichnung freuen durften sich der Club Yolo Toast und der Resonanz Augsburg e.V. („lokal“), die literarische Veranstaltungsreihe sunsets & books („innovativ), der „Makerspace“ Habitat e.V. („nachhaltig“), die Künstlerin Ceci („laut“) und der Podcast Queer Voices („sozial“).
Impressionen
Die Preisträgerinnen und Preisträger 2025
„laut“
Ceci gehört zu den spannendsten Musikerinnen der lokalen Popszene. Die 24-jährige Deutsch-Kanadierin verbindet wunderbares Songwriting mit einer warmen, authentischen Stimme, eingebettet in einen handwerklich präzisen Indie-Pop-Sound, der insbesondere live überzeugt. CECI spielte vor tausenden von Menschen – auf zahlreichen Festivals und einer Deutschland-Tour – und veröffentlichte im Herbst 2025 ihr Debütalbum „Everybody Loves“, mit dem sie derzeit auf Tour ist. Eine Newcomerin mit viel Potential, das die Jury gerne würdigen und unterstützen möchte.
„lokal“
In der Kategorie „lokal“ vergibt die Jury den Preis an zwei Kulturräume, die die freie Kulturszene mit Engagement, frischen Ideen und Tatendrang prägen und dabei Einzigartigkeit für sich beanspruchen können:
Der Resonanz Augsburg e.V. ist ein junger Verein für Kunst, Kultur und Handwerk, der das ehemalige Plärrerbad in beeindruckender ehrenamtlicher Eigenarbeit und mit viel Herzblut in einen belebten Kulturort, das Resonanzbad, verwandelt hat. Die Jury würdigt hier eine neue Generation Macherinnen und Macher, die mit viel Mut ihrer Vision nachgehen.
Die mehrfach nominierte Bar YOLO TOAST in der Ludwigstraße verbindet 80er-Flair, kreativer Toast-Küche und Live-Musik zu einem Ort für Gemeinschaft und Nostalgie: ein einzigartiges Konzept mit Erlebnischarakter.
„innovativ“
Die Veranstaltungsreihe sunsets & books, ins Leben gerufen von der Augsburger Kulturschaffenden Tina Lurz, gibt die Möglichkeit, Literatur zu erleben, Bücher zu feiern und sich über Geschichten und Emotionen zu verbinden – egal, was man liest. Irgendwo zwischen Literaturcafé, Buchclub und Autorenlesung macht sunsets & books einer immer größer werdenden Fangemeinde Freude am Lesen und an Literatur und bringt namhafte Schriftstellerinnen und Schriftsteller nach Augsburg.
„sozial“
Der Preis in der Sparte „sozial“ geht an den Augsburger Podcast Queer Voices, der queeren Menschen eine Stimme gibt, die in der Popkultur und selbst innerhalb queerer Communities oft kaum sichtbar sind. Host Élie Chevillet spricht mit FLINTAs, BIPoCs, neurodiversen Menschen, queeren Eltern, religiösen Queers, Personen mit Behinderung oder älteren Menschen der Community – und stellt konsequent marginalisierte Perspektiven in den Mittelpunkt. Jede Folge ist ein tiefes, einfühlsames Gespräch über Identität, Zugehörigkeit, Empowerment und gesellschaftliche Barrieren. Der Podcast wirkt weit über die Szene hinaus aufklärend und verbindend und macht Vielfalt hörbar.
„nachhaltig“
Als einer der größten ehrenamtlich betriebenen „Makerspaces“ Deutschlands schafft der Habitat e.V. nachhaltige Begegnungs- und Arbeitsräume. Besonders das Repair-Café-Netzwerk, das Reparieren als alte Kulturform wiederentdeckt, verbindet Menschen verschiedener Herkunft und Altersgruppen, vermittelt Wissen, schont Ressourcen und ermöglicht wertvolle Begegnungen. Offene Werkstätten, Workshops und Kurse ergänzen das vielfältige Angebot des Habitat e.V., der sich aus der Augsburger Kreativszene nicht mehr wegdenken lässt.
Mit über 30 Einreichungen aus der Stadtgesellschaft weckte der ROY erneut großes Interesse und stellte die Jury vor schwierige Entscheidungen. Teil der Jury waren: Mitglieder des Kulturbeirats und der Club & Kulturkommission Augsburg e.V. sowie Preisträgerinnen und Preisträger des ROY 2024.
ROY 2026: Bewerbung ab Spätsommer
Eine Bewerbung für den ROY 2026 ist im Herbst 2026 möglich. Details zur Ausschreibung folgen demnächst hier.
laut
In dieser Kategorie hat sich die Jury für die Ehrung von zwei Nominierungen entschieden. Ob auf Demos und Festivals, im Club oder bei anderen Kunst- und Kulturveranstaltungen: Der Corner Chor ist laut, seine Performances sind bunt und die Message ist klar und deutlich: für Vielfalt, für soziale Gerechtigkeit, für die Sichtbarkeit von FLINTAs und gegen Diskriminierung von Menschen mit nichtbinären Geschlechtsidentitäten.
Das Elektro-Open-Air auto.matic.open findet schon seit 2010 vor den Fabrikhallen des Kesselhauses statt und ist aus der Augsburger Club- und Kulturszene nicht mehr wegzudenken. Das unabhängige Festival und sein Team haben sich Corona zum Trotz stetig weiterentwickelt und sind dabei den Techno-Fans treu geblieben. Seit diesem Jahr wird sogar an zwei Tagen gefeiert.
lokal
Der Preis in der Kategorie lokal geht an einen echten Kultclub: Im Hallo Werner in der Schrannenstraße 5 feierten Künstler wie Roy Bianco und die Abbrunzati Boys oder David Kochs ihre ersten Auftritte. Seit einigen Jahren stellen die Macherinnen und Macher auch das House- und Elektro-Festival Kontrast auf die Beine. Immer nach dem Motto: Aus der Szene für die Szene!
innovativ
Seit 2018 initiiert Regisseurin Gianna Formicone unter dem Label performic eigene Theater- und Performanceprojekte. Dabei beschäftigt sie sich mit universellen und aktuellen Themen. Ihre Arbeit bringt Künstlerinnen und Künstler aus verschieden Bereichen zusammen: Tanz trifft auf Theater, Klassik auf Elektro, Aktivismus auf Poesie. performic hat keine feste Spielstätte. Durch wechselnde Veranstaltungsorte entstehen stets neue, besondere Aufführungssituationen: Von der Kahnfahrt über die alte Stadtmetzg – gespielt wird (fast) überall.
sozial
Die „soziale Plastik“ Grandhotel Cosmopolis besteht bereits seit über zehn Jahren und hat sich in diesem langen Zeitraum mehr als einmal neu erfinden müssen. Das Angebot reicht von Café, über Mitmachwerkstatt und Bühne, bis hin zu Atelier- und Proberäumen: vielfältig und einzigartig! Mit dem ROY 2024 in der Kategorie sozial möchte die Jury die in großen Teilen ehrenamtliche Arbeit des für alle offen stehenden Begegnungsortes in Augsburg würdigen.
nachhaltig
Der Hinterhofflohmarkt im Bismarckviertel ist viel mehr als nur ein Flohmarkt. Das Viertel verwandelt sich seit 2016 in ein Straßenfestival und lockt zahlreiche Besuchende in die Hood. Jährlich nehmen über 100 Höfe daran teil. Jeder Hof erzählt dabei seine Geschichte und zeigt, welche Schätze in den Kellern und Dachböden schlummern. Darüber hinaus beteiligt sich der Einzelhandel und die Gastronomie in der Bismarckstraße mit einem besonderen Rahmenprogramm an dem nachhaltigen Quartiersprojekt.
lokal: Popkultur ist vielfältig und findet an vielen, manchmal auch ungewöhnlichen Plätzen statt. In dieser Kategorie werden besondere Clubs, Live-Spielstätten, Zwischennutzungen und popkulturelle Orte gewürdigt.
Burak Küçük ist ein Macher und Denker der Augsburger Popkulturszene. Er hat schon bei vielen Veranstaltungen mitgewirkt: Beim Rooftop Open Air, der Eventreihe Stay Gold, dem Le Heat Open Air und bei der Eröffnung des 100 Hz Club. Er zeigt mit seinem Wirken deutlich, was sich alles popkulturell bewegen lässt.
laut: Mit dieser Kategorie sollen sowohl musikalische als auch engagierte Stimmen gewürdigt werden, die mit ihrem Sound oder Engagement einen wichtigen Beitrag zur Popkultur in Augsburg leisten.
Sie sind eine feste Institution: Die Freestyle Sessions „Dem Hip Hop sein Haus“ des Cypher e.V. Hier kann sich Jede und Jeder das Mikrofon schnappen und sich ausprobieren mit Rap, Gesang oder Beatbox. Alles kostenfrei. In 2023 engagierte sich der Verein auch darüber hinaus: Es fanden Musiksessions und offene Workshops in Parks und auf öffentlichen Plätzen statt – mit "Beats on Streets", einem E-Bike mit Musikanlage.
innovativ: Neue Idee, neuer Ort, neues Konzept, neue Platte? Ausgezeichnet werden engagierte Einzelpersonen, Institutionen oder Formate, die ganz neue Wege gehen und so die popkulturelle Vielfalt in der Stadt bereichern.
Er bietet vielen Künsterlinnen und Künstlern mit der „Kunsthalle UG“ in der Unterführung beim Kongress am Park einen Schaukausten für ihre Werke – und sprudelt immer weiter vor neuen Ideen: Der Schöne Felder e.V. – und es ist schon das nächste Projekt am Sart: Das "Haus Schöne Felder" am Milchberg gibt 35 Kreativen mit Ateliers und Studios ein Zuhause. In diesem Miteinander entsteht zum Beispiel ein performatives Möbelhaus, eine offene Bar oder ein Weihnachtsmarkt.
sozial: Teilhabe, Inklusion, Diversität, Awareness: In dieser Kategorie werden Einzelpersonen, Institutionen oder Formate gewürdigt, die mit ihrem Engagement Türen für „alle“ öffnen und Popkultur sozial zugänglich machen.
Hier gibt es zwei Ehrungen: Faces of Moms* und die Fotografien von Natalie Stanczak machen auf die strukturelle Ungleichheit von Müttern und Carepersonen mit ihrer oftmals unbezahlten Arbeit aufmerksam.
Bei KaraUke ist Jede und Jeder willkommen, egal wie viel Taktgefühl im Blut ist. Denn Musik verbindet. Bei diesen Veranstaltungen singen und musizieren alle miteinander und kommen an unterschiedlichen Locations zusammen.
nachhaltig: In dieser Kategorie werden engagierte Einzelpersonen, Institutionen oder Formate ausgezeichnet, die die Popkulturszene nachhaltig und zukunftsfähig mitgestalten und sich mit ihren Veranstaltungen, ihrer Musik oder Kunst für die Dimensionen der Nachhaltigkeit stark machen.
Sie sind ein wichtiges, beständiges und damit nachhaltiges Sprachrohr der popkulturellen Szene: Die Club- und Kulturkommision CUKK, ein Verband der Konzert-, Club- und Kulturveranstalterinnen und -veranstalter. Die 39 Mitglieder vertreten alle Bereiche der Augsbruger Musikbranche sowie Club- und Kulturszene und sind damit wichtige Stimmen für alle Kreativen.
Dergin Tokmak erkrankte früh an Kinderlähmung und fand trotzdem zum Tanz. Unter dem Namen „Stix“ machte er in den 90- er Jahren auf Krücken Karriere als Break-Dance-Tänzer und schaffte es mit großer Hartnäckigkeit und Disziplin 2003 als erster Deutscher im Cirque du Soleil aufgenommen zu werden.
Als Begründer der Musikwerkstatt Augsburg leisteten Walter Bittner, Robert Vogg und Buddy Brudzinski Pionierarbeit bei der Förderung junger Talente. Seit den 80ern haben die Instrumentallehrer Generationen an Musikerinnen und Musikern in Augsburg geprägt, inspiriert und dabei selbst als hervorragende Musiker, als Vorbild gedient.
Das Atelier 75 in der Gabelsbergerstraße ist eine Kunst- und Begegnungsstätte in einem ehemaligen Leerstand, die Augsburger Künstlerinnen aus den Bereichen Malerei, Druck, Fotografie, Collage und Strickkunst als Atelier dient und über eine eigene Ausstellungsfläche spannende Impulse in die Öffentlichkeit trägt.
Der Produzenten- und Musikerverbund Frequenzgarten - vertreten durch Michael Herrmann - bringt mit zahlreichen neuen Musikprojekten frischen Wind in die popkulturelle Szene Augsburgs. Eigene Studioräumlichkeiten ermöglichen es, mit Klang
und Musik in jeder Form zu arbeiten, sei es Songwriting und Produktion, Aufnahme, Mix und Mastering oder Sounddesign.
Mit dem kunstWERK Open Air auf dem Gaswerk hat die Mate Group um Christoph Elwert ein dreiwöchiges Sommerfestival etabliert, das gemeinsam mit Kooperationspartnern der Augsburger Kulturszene auch wären der Pandemie ein spartenübergreifendes Programm aus Poetry Slams, Konzerten, DJ-Formaten und Kabarett bietet – kulinarisch begleitet von hochwertigem Streetfood.
Fünf Kategorien waren beim diesjährigen Sonderprojekt „Roystart Pop“ ausgeschrieben, für drei davon erreichten das Büro für Popkultur im November fast dreißig Einreichungen.
Mit David Kochs und Matze Semmler in der Kategorie „Roystart Album“ sowie Wide Horizon Films und der Nachwuchs-Rapperin Mollo in der Kategorie „Roystart Video“ werden nun in zwei Kategorien zwei Förderungen ausgesprochen. In der Kategorie „Roystart Tour“ machte die Augsburger Punk-Band Plan B das Rennen.
- Künstler des Jahres: Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys
- Newcomerin: Lienne
- Club/Spielstätte: Ballonfabrik
- Programm-Macher: KaraUke
- Herausragende Leistungen / Lebenswerk: Jürgen NT Endres
Club des Jahres
Programmmacher des Jahres
Newcomer/ Newcomerin des Jahres
Künstler/ Künstlerin des Jahres
- Künstler des Jahres: Band John Garner
- Newcomer: Ala Cya
- Club/Spielstätte: Kreuzweise
- Programm-Macher: Webradio stayfm
- Herausragende Leistungen / Lebenswerk: Girisha Fernando
- Künstler des Jahres: Eva Gold
- Newcomer: BdotIssa
- Club/Spielstätte: Neruda
- Programm-Macher: Taubenschlag / Stadtraum e.V.
- Herausragende Leistungen / Lebenswerk Stefan Sieber / Tobias Schmid
- Künstler des Jahres: Der Herr Polaris
- Newcomer: Die Band Friedrich Sunlight
- Programm-Macher: theter ensemble
- Club des Jahres: Provino Club
- Herausragende Leistungen / Lebenswerk: Michael Kamm
- Christofer Kochs (Künstler des Jahres)
- Sedef Adasi (Newcomer)
- Karman e.V. (Programm-Macher)
- Soho Stage (Club des Jahres)
- Walter Sianos und das Neue Szene Kollektiv (Herausragende Leistungen im Bereich der Augsburger Popkultur)