Präventionsrat Augsburg
Der Präventionsrat ist das zentrale Gremium für Prävention und Urbane Sicherheit in Augsburg. Er setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung, Polizei, Justizbehörden und der Universität Augsburg zusammen, um gezielt die Zusammenarbeit zwischen Politik, Wissenschaft, Behörden und Zivilgesellschaft zu stärken.
Die Anbindung von themenspezifischen Netzwerken und Präventionsgruppen ermöglicht den Austausch über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in unserer Stadt. Der Rat untersteht in seiner Tätigkeit dem Stadtrat und berät diesen in allen Angelegenheiten der Prävention. Der Vorsitz liegt bei der Oberbürgermeisterin, die Geschäftsstelle im Büro für Kommunale Prävention.
Mitglieder des Präventionsrates
Präventionsrat - gestern & heute!
FAQs zum Präventionsrat
Empfehlungen des Präventionsrates
2. Sitzung 2025
Übergriffe sexualisierter Gewalt gehören bedauerlicherweise zum Erfahrungsschatz von vor allem Frauen. Dabei treten die Delikte in sämtlichen Lebenssituationen auf und betreffen alle Altersgruppen und sozialen Schichten. Opfer und Betroffene haben oftmals nicht nur mit der physischen und psychologischen Verarbeitung der Tat zu tun. Sie sind gesellschaftlich auch falschen Opferzuweisungen und der Tabuisierung von Gewalt an Frauen ausgesetzt, was die Bewältigung und Prävention individuell wie strukturell erschwert. Mit der Ratifizierung der Instanbul Konvention in 2017 haben sich Deutschland und die Kommunen verpflichtet, Gewalt gegen Frauen zu benennen und sich für die Bekämpfung jeglicher Formen von Gewalt gegen Frauen einzusetzen.
„Was ich anhatte…“ ist als Wanderausstellung konzipiert, um möglichst vielen Menschen den Zugang zu ermöglichen. Gezeigt werden 12 Kleidungsstücke und Outfits von Frauen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben. Sie machen auf erschütternde Weise darauf aufmerksam, wie alltäglich diese Form der Gewalt für Frauen ist.
Die Ausstellung gastierte bereits in über 20 Städten und Gemeinden im Bundesgebiet. Die Resonanz der Besucherinnen und Besucher sowie das Medienecho sind überaus positiv.
“Was ich anhatte…” soll über einen Zeitraum vom 14. bis 28.. September in Augsburg gezeigt werden. Das Büro für Kommunale Prävention übernimmt die Federführung und plant ergänzend zur Ausstellung ein Bildungs- und Rahmenprogramm.
Anhand der Schülerinnen- und Schülerbefragung 2024 im Rahmen der Präventionsstrategie „Communities That Care“ (CTC) haben wurde die Situation von rund 2.000 Augsburger Schülerinnen und Schülern erfasst. Die Ergebnisse zeigen , dass Jugendliche insgesamt eine hohe „Lebenszufriedenheit“ beim Aufwachsen in Augsburg haben. Zudem ist die „Interaktion mit pro-sozialen Gleichaltrigen“ und der „Familiäre Zusammenhalt“ hoch ausgeprägt. Neben diesen erfreulichen Erkenntnissen wird jedoch auch deutlich, dass insbesondere im Bereich „antisoziales Verhalten“ Handlungsbedarf besteht.
Im bundesweiten Vergleich bestätigen die Augsburger Ergebnisse die Tendenzen, die auch in anderen Städten und Regionen festgestellt werden und zeigen, dass Jugendliche deutschlandweit mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind. Gerade deshalb ist es wichtig, die Daten nicht nur als Problembeschreibung zu verstehen, sondern als Ausgangspunkt für zielgerichtetes Handeln, um die Jugendlichen bei der Bewältigung dieser Herausforderungen die notwendige Hilfe an die Hand zu geben.
Auf dieser fundierten Grundlage soll nun ein gesamtstädtisches Konzept entwickelt werden, um das Aufwachsen der Kinder und Jugendlichen in Augsburg noch besser zu unterstützen. Das Konzept beinhaltet eine Analyse der bestehenden Präventionslandschaft, um deren Stärken wie auch bestehende Lücken auf die Bedarfe abzustimmen.
1. Sitzung 2025
Mit der Ratifizierung des „Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ (kurz: Istanbul Konvention) im Jahr 2017 verpflichtet sich Deutschland zur Umsetzung des Übereinkommens auf allen staatlichen Ebenen. Zentrale Aufgaben aus der Istanbul Konvention (IK) sind unter anderem der Schutz von Betroffenen vor häuslicher und sexualisierter Gewalt, Präventionsmaßnahmen zu stärken und den Opferschutz zu verbessern.
Basierend auf den Erkenntnissen des Netzwerks Istanbul Konvention des Büros für Kommunale Prävention, kommunalen Datensätzen sowie einer Befragung von über 40 Fachkräften wurden für Augsburg Prioritäten für die Präventionsarbeit definiert:
- Spezialisierte Hilfseinrichtungen: Schaffung nachhaltiger Meldewege, gerichtsfeste Speicherung von Spuren, Ausbau psychologischer Unterstützungsangebote und Einrichtung von Krisenzentren, Hilfen für mehrfachmarginalisierte Gruppen.
- Täterarbeit: Etablierung präventiver Angebote für gewaltausübende Jugendliche, Frauen und Männer sowie Ausbau von Programmen für Sexualstraftäterinnen und -täter.
- Kampagnen und Informationsmaterial: Entwicklung barrierefreier, mehrsprachiger Informationsangebote sowie Stärkung universeller Präventionsmaßnahmen.
Bereits in der Konzeptphase konnten wichtige Projekte initiiert und gefördert werden. Das Büro für kommunale Prävention uns das Netzwerk Istanbul Konvention erarbeiten kontinuierlich ein ganzheitliches Angebot. Lücken bestehen dabei insbesondere noch in der psychologischen Unterstützung Betroffener und deren Angehörigen, Angeboten für mehrfach marginalisierte Personen, verstetigten Angeboten für Sexualstraftäterinnen und -täter, Stärkung der Krisenzentren und der Stärkung universeller Angebote.
Augsburg ist laut der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2023 die zweitsicherste Großstadt Deutschlands. Dennoch beeinflussen persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Dynamiken und mediale Berichterstattungen das subjektive Sicherheitsempfinden vieler Menschen. Das Büro für Kommunale Prävention (BKP) arbeitet in Kooperation mit der Verwaltung, Institutionen, Organisationen und weiteren Partnern kontinuierlich daran, das Sicherheitsgefühl in der Stadt zu stärken. Ziel der im Folgenden vorgeschlagenen Maßnahmen ist es, bestehende Projekte und Netzwerke wie Jugendschutz und Jugendkriminalität, Communities that Care (CTC), Demokratieförderung, Radikalisierungsprävention, häusliche und sexualisierte Gewalt, Graffiti und Urban Art sowie Urbane Konfliktbearbeitung sichtbar zu machen. Zusätzlich sollen neue, gezielte Maßnahmen das subjektive Sicherheitsempfinden und die sozialen Kompetenzen in der Stadtgesellschaft nachhaltig fördern.
Im Fokus der Kampagne sollen stehen:
• die Stärkung des Sicherheitsempfindens
• die Stärkung von Sozialkompetenzen
• die aktive Förderung von Zivilcourage
• die Förderung von Sicherheit, Demokratie und Chancengleichheit
Eine mögliche Dachkampagne und entsprechende Maßnahmen sollen sowohl die Sicherheit im öffentlichen Raum als auch das Vertrauen in die soziale Gemeinschaft stärken. Das Konzept soll von der Stadtgesellschaft mitgetragen und durch Beteiligung weiterentwickelt werden.
1. Sitzung 2024
Die Lange Nacht Demokratie findet seit 2018 bayernweit am 02. Oktober, dem Vorabend des Tages der Deutschen Einheit, in zweijährigem Rhythmus statt. Ziel der Veranstaltung ist es, Bürgerinnen und Bürgern über vielfältige Formate die Themen der Demokratie näher zu bringen und erlebbar zu machen. Um näher an der Stadtgesellschaft und in den Nachbarschaften zu sein, plant die Stadt Augsburg erstmalig eine Verlagerung der Veranstaltung aus der Innenstadt heraus in wechselnde Stadtteile, beginnend im Jahr 2024 mit Oberhausen.
Das Büro für Kommunale Prävention verantwortet die Planungen der Augsburger Langen Nacht der Demokratie unter Einbeziehung relevanter Dienststellen sowie lokaler Institutionen und Organisationen.
Das Programm der Langen Nacht der Nacht der Demokratie sieht neben klassischen Vorträgen, Dialog- und Workshopformaten auch erstmals ein dezentrales Rahmenprogramm vor. Unter der Beteiligung der Stadt- und Zivilgesellschaft soll so ein vielfältiges Programm mitunter aus Politik, Kunst, Kultur und Sport geschmiedet werden, um die demokratischen Werte unserer Gesellschaft in den Fokus zu rücken und zu stärken. Durch verschiedene - über den Stadtteil Oberhausen verteilte - Veranstaltungsorte soll zudem eine höhere Sichtbarkeit und niedrigschwellige Zugänglichkeit gewährleistet werden.
Suchterkrankungen stellen eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung dar, die institutionenübergreifend und kooperativ bearbeitet werden muss. Am Helmut-Haller-Platz sind die Auswirkungen von Suchterkrankungen im öffentlichen Raum in Augsburg besonders sichtbar. Das neu entstehende Hilfe- und Aufenthaltsangebot für Menschen in besonderen Lebenslagen in der Donauwörther Straße soll über ein umfassendes Aufenthaltsangebot, eine betreute Außenfläche, Notschlafplätze und Hygieneeinrichtungen, sowie über ein vielfältiges Beratungs- und Hilfsangebot für Volljährige verfügen. Eine Hausleitung soll das enthaltende Einrichtungsangebot koordinieren.
Um die weitreichenden Veränderungen für den Helmut-Haller-Platz durch das Entstehen des neuen Hilfe- und Aufenthaltsangebots für Menschen in besonderen Lebenslagen zu begleiten, sind gastronomische und gestalterische Maßnahmen sowie Veranstaltungen auf dem Platz geplant. Ein neues gastronomisches Angebot sowie ein Wochenmarkt sind auf dem Platz ab dem Jahr 2025 vorgesehen. Im Sommer soll die kleine Friedenstafel, das „Play Me, I‘m Yours“-Klavier sowie die bisherigen (auch zivilgesellschaftlichen) Aktivitäten auf dem Helmut-Haller-Platz fortgeführt werden.
Daneben startet das Modellprojekt „Stärkung der Suchthilfe in Augsburg“ zwischen Bezirk Schwaben, Stadt Augsburg, Bezirkskliniken Augsburg und der Drogenhilfe Schwaben gGmbH. Dieses plant Maßnahmenpakte, die präventive, medizinische sowie psychosoziale Zugänge integrieren. Zielgruppe sind Personen mit einem riskanten, missbräuchlichen oder abhängigen Gebrauch illegaler Substanzen. Besonders die bislang kaum erreichten Drogenkonsumierenden sollen damit durch das Hilfesystem erreicht werden.
Das Modellprojekt ist am 1. März 2024 gestartet. In der Steuerungsgruppe des Modellprojekts ist seitens der Stadt Augsburg das Büro für Kommunale Prävention vertreten. Insbesondere das neue Hilfs- und Aufenthaltsangebot für Menschen in besonderen Lebenslagen sowie die sich ändernden Bedarfe am Helmut-Haller-Platz werden im Rahmen der Zusammenarbeit eingebracht.
2. Sitzung 2023
Die Situation am Helmut-Haller-Platz ist und bleibt eine Herausforderung. Der Platz fungiert als Treffpunkt für alkohol- und drogenabhängige Gruppen, besonders im Sommer 2023 wurde dieser stark strapaziert.
Aufgrund zunehmender Beschwerden wurde sichtbar, dass sich am Helmut-Haller-Platz vermehrt hilflose Personen im öffentlichen Raum befinden. Obwohl die objektive Sicherheitslage, laut Polizeistatistik, am Helmut-Haller-Platz als sicher zu bewerten ist, fühlen sich eine Vielzahl an Menschen in ihrer Sicherheit dort stark eingeschränkt.
Um auf den aktuellen Bedarf am Platz einzugehen, werden mittel- bis langfristige Maßnahmen benötigt. Die räumliche Neuausrichtung des beTreffs spielt, neben der Neugestaltung des Platzes, eine wichtige Rolle. Mit dem Ziel, eine vielfältige und friedliche Nutzung des Platzes zu ermöglichen und insbesondere den Gruppen der Alkohol- und Drogenkonsumierenden Unterstützung zu bieten, wurde ein ergänzender „Fahrplan“ für den Helmut-Haller-Platz geschaffen.
Der Präventionsrat hat die Fortschreibung des Gesamtkonzepts Helmut-Haller-Platz befürwortet. Zudem empfiehlt er die vernetzte Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Stadtteilakteurinnen und -akteuren, Fachexpertinnen und –experten, Platzanliegerinnen und –anliegern sowie Platznutzenden für die Umsetzung des Gesamtkonzeptes.
Das „Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“, die sogenannte Istanbul Konvention, ist im Jahr 2018 in Deutschland in Kraft getreten. Die Konvention wurde im Mai 2011 in Istanbul verabschiedet und wird daher als „Istanbul Konvention“ bezeichnet. Mit ihrem Inkrafttreten werden umfassende und koordinierte Maßnahmen zur Prävention, Schutz und Beendigung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt sowie deren Strafverfolgung rechtsverbindlich.
Zahlreiche Studien belegen die hohe Betroffenheit von Frauen durch geschlechtsspezifische Gewalt. Mit dem Ziel den kommunalen Gewaltschutz zu stärken und die Stadtgesellschaft dafür zu sensibilisieren, soll ein Aktionsplan für einen wirksamen Gewaltschutz in Augsburg definiert und umgesetzt werden.
Der Präventionsrat befürwortet eine ganzheitliche Bearbeitung von Gewalt gegen Frauen sowie häusliche Gewalt entlang der Maßgaben der Istanbul Konvention.
Zudem empfiehlt er die Konsultation relevanter Akteurinnen und Akteure zur Erarbeitung und Umsetzung eines kommunalen Aktionsplanes im Sinne der Istanbul Konvention.
Kommunale Konfliktbearbeitung gewinnt zunehmend an Bedeutung, besonders dort, wo polizeiliche und ordnungsrechtliche Maßnahmen ausgeschöpft sind. Ziel ist es, Konflikte konstruktiv zu bearbeiten, um ein sicheres sowie friedliches Leben und Miteinander im öffentlichen Raum in Augsburg zu gewährleisten.
Im Bereich der Urbanen Konfliktbearbeitung sind staatliche Akteurinnen und Akteure im Hinblick auf gesellschaftspolitische Entwicklungen essenziell. Die Stadt Augsburg engagiert sich hinsichtlich dessen in Stadtvierteln, auf Plätzen und in Parks für einen friedlichen Umgang mit Konflikten im öffentlichen Raum.
Der Leitfaden zur Urbanen Konfliktbearbeitung der Stadt Augsburg zeigt, wie die Stadtverwaltung diese im öffentlichen Raum umsetzt und veranschaulicht, wo und mit wem sich Vorgehensweisen der Konfliktbearbeitung auszeichnen. Es werden Erfahrungswerte und Wirkweisen aus beinahe zehn Jahren Urbaner Konfliktbearbeitung in der Stadt abgebildet und aufgezeigt, wie diese auch in Zukunft gestaltet werden können. Der Leitfaden gibt sowohl den in Augsburg lebenden Menschen als auch Netzwerken der Urbanen Konfliktbearbeitung eine Orientierung über Handlungsweisen und kooperative Vorgehensweisen.
Der Präventionsrat befürwortet die Einführung des Leitfadens für Urbane Konfliktbearbeitung in Augsburg. Zudem empfiehlt er, die fach- und stadtteilorientierten Netzwerke der Urbanen Konfliktbearbeitung einzubeziehen, um deren Expertise fortlaufend in den Leitfaden einfließen zu lassen.
November 2023
Der Deutsche Präventionstag (DPT) ist der weltweit größte Jahreskongress für Prävention, der mit 3.000 bis 4.000 Besucherinnen und Besuchern eine Plattform für den Austausch über aktuelle Themen und Fragestellungen zu Prävention und Sicherheit bietet. Akteurinnen und Akteure aus verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel aus Politik, Polizei, Präventionsgremien, Medien und vielen weiteren sind dabei vertreten. Das Gutachten, welches während des Kongresses entsteht, ist dabei ein wichtiger Ansatzpunkt für die Sicherheits- und Präventionspolitik Deutschlands.
Die Stadt Augsburg ist im Kontext der kommunalen Prävention und Urbanen Sicherheit eine Vorreiterin. Die Einrichtung der Stabstelle Büro für Kommunale Prävention, die lokale Umsetzung der Präventionsstrategie „Communities That Care“ oder auch Projekte wie der Kulturkiesel als zentrale Angebotsplattform für kulturelle Bildung und das „Kooperationsnetz des Jugendrechts“, sind nur einige Beispiele für kommunale Gestaltung von Prävention, die die Stadt Augsburg leistet. Sowohl der Augsburger Präventionstag 2023 mit dem Thema „Stadt gemeinsam verantworten“ als auch die Blaulichttage, die durch die Stadt Augsburg und das Polizeipräsidium Schwaben Nord veranstaltet werden, zeigen das öffentliche Interesse an Prävention und Sicherheit und die Wichtigkeit, die diese Themen mit sich tragen.
Der Deutsche Präventionstag, der bereits zweimal in Bayern stattgefunden hat, soll nun in Augsburg als drittgrößte Stadt nach München und Nürnberg, abgehalten werden. Kommunale Prävention und Sicherheit sind essenziell wichtige Themen für die Gesellschaft und können durch den Deutschen Präventionstag in Augsburg weiter vorangebracht werden. Durch die Zustimmung des Beschlusses, hat der Präventionsrat seine Empfehlung für den Stadtrat ausgesprochen, den Deutschen Präventionstag 2025 nach Augsburg zu holen.
1. Sitzung 2023
Die Sanierungsarbeiten am Hauptbahnhof kommen voraussichtlich im Herbst 2023 teilweise zu einem Ende. Für die Stadt Augsburg bedeutet dies eine schrittweise Rückgabe des Bahnhofsvorplatzes an die Menschen in unserer Stadt sowie die Entstehung eines neuen öffentlichen Raumes, der sich durch den Ausbau künftig auch über das Bahnhofsviertel hinaus in Richtung Thelottviertel und Bismarckviertel erstrecken wird.
Um auf diese Entwicklungen vorbereitet zu sein und um den Erhalt und die Stärkung von Sicherheit und Sicherheitsempfinden auf dem Bahnhofsvorplatz zu gewährleisten, bedarf es einem koordinierten Management mit klar definierten Zuständigkeiten.
Der Präventionsrat hat in seiner Sitzung vom 14. März 2023 eine Überarbeitung und Weiterentwicklung der Sicherheitspartnerschaft für den Hauptbahnhofsvorplatz und sein Umfeld befürwortet und die Konsultation relevanter Akteurinnen und Akteure zur Erarbeitung und Umsetzung eines differenzierten und umfassenden Konzeptes empfohlen.
Die geplante Sicherheitspartnerschaft basiert auf der Idee einer Ordnungspartnerschaft aus 2011, die die besonderen Bedürfnisse an Bahnhofsvierteln erkennt und umsetzt.
Damit hat der Präventionsrat auch seine Empfehlung an den Stadtrat für einen späteren möglichen Beschluss über die Ausarbeitung einer präventiv wirkenden Gestaltung des öffentlichen Raumes rund um den neuen Augsburger Hauptbahnhof ausgesprochen.
Update Februar 2024:
Das Ordnungsamt der Stadt Augsburg begleitet den Prozess federführend im Hinblick auf Ordnung und Sicherheit. Zentrale Zuständigkeiten sind geklärt, eine dezidierte Bestandsaufnahme und weiteres Vorgehen sind in enger Abstimmung zwischen Ordnungsamt und Deutscher Bahn in Erarbeitung.
Der Umgang mit Prostitution fordert viele Städte bundesweit. Dabei stehen die Themen Gesundheit, Sicherheit, Opferschutz und Prävention im Vordergrund. Die Stadt Augsburg hat erkannt, dass ein umfassendes Gesamtpaket notwendig ist, um die Arbeitsbedingungen von Prostituierten zu verbessern und Erscheinungen wie Menschenhandel und Zwangsprostitution zu verhindern.
Aufgrund der Corona-Pandemie hat sich die bekannte Bedarfslage nochmal stark verändert. Daher ist es dringend notwendig, Maßnahmen umfassend an aktuelle Herausforderungen, wie die Verlagerung von Prostitution in private Räume, anzupassen. Für die Abbildung aktueller Bedarfe und die Erstellung eines zielgerichteten Maßnahmenpaketes ist eine enge Zusammenarbeit mit Fachexpertinnen und Fachexperten, wie beispielsweise polizeilichen Behörden, Stadtverwaltung und freien Träger unbedingt erforderlich.
Der Präventionsrat hat in seiner Sitzung vom 14. März 2023 eine Empfehlung zur Konsultation eines solchen Netzwerkes ausgesprochen und befürwortet die Entwicklung eines Maßnahmenpakets für die Verbesserung der Situation von Prostituierten und Sexarbeitenden in Augsburg.
Diese Empfehlung richtet sich gleichzeitig an den Stadtrat für einen möglichen späteren Beschluss zur Verbesserung der Situation von Prostituierten in Augsburg.
Fotos: Helena Gladen, Michael Hochgemuth