Historisches – Geschichte des Augsburger Stadtmarkts

Der Augsburger Marktwesen hat eine lange Geschichte. Bereits zur Römerzeit verkauften Händler ihre Waren in einer zentral gelegenen Markthalle, später auf Wochenmärkten und ab 1930 auf dem heutigen Stadtmarkt.

Römerzeit – Carne im Gymnasium: Wo heute das Gymnasium St. Stephan steht, kauften früher die Römer ihr Fleisch, Gemüse und Obst. Errichtet wurde der Zentralmarkt in der ersten Hälfte des zweiten Jahrhunderts nach Christus. In einer vierschiffigen Markthalle verkauften die Händler ihre Waren.

Mittelalter – Obstmarkt, Fischmarkt, Kesselmarkt: Im Mittelalter spezialisierten sich die Märkte und verteilten sich über das ganze Stadtgebiet. Neben dem Perlach verkauften Händler ihren Fisch. Um den Augustusbrunnen wurden Eier, Butter und Schmalz angeboten. Wein gab es am Ulrich, Brot vor St. Moritz, Gemüse in der Karolinenstraße. Straßennamen wie Fischmarkt oder Obstmarkt erinnern heute daran, wo welche Waren verkauft wurden.

1874 – zentraler Markt in Augsburg? Ab 1874 diskutierte die Augsburger Stadtgesellschaft, ob ein zentraler Stadtmarkt mit Markthallen sinnvoll wäre. Das damalige Wochenmarkt-Areal am Perlachplatz war zu klein. Es konnte lange nicht geklärt werden, wo der Zentralmarkt errichtet und wie er finanziert werden könnte.

1925 – Tabakfabrik wird Markt: 1925 kaufte die  Stadt Augsburg die ehemalige Lotzbeck'sche Tabakfabrik. Das Areal eignete sich für einen zentralen Stadtmarkt, denn: Das Grundstück lag im Zentrum, der Fleischmarkt ließ sich in die Ex-Produktionsstätten der Fabrik integrieren, die Freiflächen boten Platz für viele Händler und verschiedene Ämter der Stadtverwaltung konnten mit ihren Büros auf das Gelände ziehen. Der Umbau dauerte 5 Jahre und kostete 2,7 Millionen Reichsmark.

1930 – Zentralmarkt! Am 8. Oktober eröffnete der Augsburger Zentralmarkt – auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern. Waren durften in Augsburg ab diesem Zeitpunkt nur noch auf dem heute als Stadtmarkt bekannten „Zentralmarkt“ gehandelt werden.

1944 wurde der Stadtmark bis auf die Grundmauern zerstört. Foto: Stadt Augsburg
Nach dem Wiederaufbau: die Gärtnergasse 1957. Foto: Stadt Augsburg

1944 – :-( In der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 1944 wurde der Augsburger Stadtmarkt von mehreren Bomben getroffen. Marktgebäude, Marktamt und Marktgaststätte brannten nieder.

1953 – Wiederaufbau abeschlossen: Schritt für Schritt baute die Stadt den Markt wieder auf. 1953 waren die Fleischhalle, die Viktualienhalle und das Verwaltungsgebäude wieder vollständig aufgebaut.

1995 & 1996 – Renovierung: 1995 und 1996 wurde der Stadtmarkt renoviert. Die Viktualienhalle erhielt ein Glaskuppeldach. Die Bäckergasse und die Fleischhalle wurden modernisiert.

2016 – Fleischhalle mit Charme: 2016 wurde die Fleischhalle aufgemöbelt – mit einheitlichen Stühlen, Tischen und neuen Lampen. Auch Plätze für Rollstuhlfahrer und ältere Menschen wurden eingerichtet.

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Historische Sicht auf den Stadtmarkt Augsburg. Foto: Stadt Augsburg
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Gärtnerstände um 1950. Foto: Stadt Augsburg
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Früher mit Baum, der Bauernmarkt. Foto: Stadt Augsburg
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So sah es 1940 zwischen Viktualienhalle und Fleischhalle aus. Foto: Stadt Augsburg
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Historische Sicht auf die Marktgaststätte und Marktstände. Foto: Stadt Augsburg
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So sah es früher in der Fleischhalle aus. Foto: Stadt Augsburg