Pilotprojekt „Mobilitätsmanagement im Klimaquartier Rechts der Wertach“

Hintergrund dieses Pilotprojekts ist es, in einem innenstadtnahen Quartier Angebote und Anreize zu entwickeln, um Mobilitätsgewohnheiten zu Gunsten nachhaltiger Mobilitätsformen zu beeinflussen. Davon sollen sowohl die Nutzerinnen und Nutzer dieser Angebote als auch das lokale Klima und die Aufenthaltsqualität im Quartier profitieren.

Vorrangiges Ziel ist die Förderung einer multimodalen Mobilität: Mit individuell gestaltbaren Mobilitätslösungen, die bedürfnisgerecht, flexibel und kostengünstig sind, werden Bürgerinnen und Bürger unabhängig vom eigenen Auto. Das reduziert auch den Stellplatzbedarf im Quartier.


Beteiligungsveranstaltungen

Im Laufe des Jahres 2025 fanden deshalb im Quartier Rechts der Wertach verschiedene Beteiligungsformate statt. Das Ziel: die grundlegenden Mobilitätsbedürfnisse der Menschen im Quartier besser verstehen. 

Zu diesem Zweck wurden sogenannte „Community Mappings” durchgeführt. Dabei sollten die Mobilitätsbedarfe nicht nur strukturell erfasst werden. Auch die subjektiven Erfahrungen und Perspektiven auf die alltägliche Mobilität wurden sichtbar gemacht. 

In offenen und niedrigschwelligen Workshopformaten waren die Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers eingeladen, ihre alltäglichen Mobilitätsroutinen, Herausforderungen und Wünsche auf analogen Karten zu markieren. Ergänzt wurde dies durch moderierte Gespräche und Interviews. 

Darüber hinaus fanden zwei Beteiligungswerkstätten statt. Hier wurden informelle Gespräche geführt und Orte, die positiv oder negativ wahrgenommen werden, auf einer Karte markiert. Die Karten zeigten die räumliche Verteilung von Aufenthaltsqualität, Unsicherheiten und Entwicklungsbedarfen im Quartier Rechts der Wertach. Insgesamt entstand durch die verschiedenen Beteiligungsformate somit ein umfangreiches Bild der Mobilität der Menschen vor Ort. 


Zentrale Ergebnisse der Beteiligungsveranstaltungen

  • Die Stärken liegen vor allem innerhalb des Quartiers, in dem die verkehrliche Situation weitestgehend positiv bewertet wird. Zentrale Forderungen sind hier: 
    • Schaffung von mehr Aufenthaltsqualität und Begrünung sowie die 
    • Verbesserung der Sichtbeziehungen an Knotenpunkten, an denen die Sicht durch parkende Fahrzeuge eingeschränkt ist. Zudem 
    • Schaffung von Radabstellanlagen ein wichtiges Thema. 
       
  • Die Schwächen werden vor allem an den Quartiersausgängen wahrgenommen. Diese werden meist als unsicher empfunden. Hierzu zählen die Wertachstraße samt den Knotenpunkten Senkelbachstraße und Wertachbrücke sowie der Drentwettsteg. Auch die Querung für Fußgängerinnen und Fußgänger am Knotenpunkt Henrich-vonBuz-Straße/Quartier wurde als unsicher wahrgenommen. 
     
  • Als problematisch wird bei vielen Bewohnerinnen und Bewohnern die Situation im Ruhenden Verkehr wahrgenommen. Dies gilt sowohl für Personen mit wie auch für Personen ohne Autobesitz. Aufgrund des hohen Parkdrucks wird einerseits die Verfügbarkeit von Parkplätzen als mangelhaft, andererseits aber auch die Dominanz von Stellplätzen im öffentlichen Raum als Störfaktor sowie punktuell auch als Gefahrenquelle empfunden. 

Detaillierte Informationen zu den Beteiligungsformaten und -Ergebnissen finden Sie in der Beteiligungsdokumentation „Mobilität Rechts der Wertach“ 


Maßnahmen

Die Beteiligungsergebnisse bilden die Basis für die im Folgenden beschriebenen Maßnahmen. Grundlage ist der Stadtratsbeschluss vom 13.11.2025. Die Umsetzung ist für 2026/2027 geplant.

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Provisorische Querungen

  • Einsatz von Recyclingelementen zur Verbesserung der Sicht und zur Verkehrsberuhigung

Mobilitätsstation

  • Neue Car-Sharingstation in der Innneren Uferstraße
  • Erweiterung der bestehenden Car-Sharing Station in der Wolfgangstraße um Leihräder und E-Scooter

Kreuzungsumbau

  • „Grüne Kreuzungen“: Verbesserung der Fußverkehrssicherheit und gestalterische Aufwertung durch Verkehrsberuhigung, Baumstandorte und Radabstellanlagen im unmittelbaren Umfeld der Kreuzung
  • Stärkung der Fußwegsachse vom Drentwettsteg zur Freizeitsportanlage Oase insbesondere für Kinder- und Jugendliche

Baumpflanzungen

  • Wiederherstellung und Neuschaffung von Baumstandorten im Quartier

Radabstellanlagen

  • Schaffung von Radabstellanalagen. Standorte an Kreuzungen, um gleichzeitig die Sicht für Fußgängerinnen und Fußgänger zu verbessern

Bereits umgesetzte Maßnahmen

2022: In einem ersten Schritt wurden zwei Stellplätze in der Wolfgangstraße in eine Carsharing-Station der Stadtwerke Augsburg umgewandelt. Außerdem wurde mit dem LECH ELEPHANT ein Sharing-E-Lastenrad bereitgestellt, das einfach per App Lech-elephant.de ausgeliehen werden kann.

Zuletzt aktualisiert am: 19.06.2026