Tempo 30
Mit der Aktualisierung des Straßenverkehrsgesetzes im Jahr 2024 ist es für Kommunen einfacher geworden, Tempo-30-Strecken einzurichten. Auch ist es nun möglich, zwei Tempo-30-Strecken miteinander zu verbinden, wenn der Abstand zwischen ihnen weniger als 500 Meter beträgt. Die erstmalige Umsetzung der Novelle fand im Herbst 2025 in der Siebentischstraße statt.
Tempo 30 Ost-West-Achse
Die Stadt Augsburg hat entlang der innerstädtischen Ost-West-Achse (Kennedy-Platz/Theater bis Jakobertor) Tempo 30 eingeführt, um den Anforderungen des Lärmschutzes gerecht zu werden. Die Einführung von Tempo 30 auf der Ost-West-Achse wurde über ein Jahr hinweg im Rahmen eines Verkehrsversuchs erprobt und von einer Evaluation begleitet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Maßnahme weder zu relevanten Verkehrsverlagerungen in das untergeordnete Straßennetz (Wohnbereich) noch zu erheblichen Nachteilen für den öffentlichen Nahverkehr führt. Aus fachlicher Sicht bestätigt die Evaluation daher die grundsätzliche Eignung der Maßnahme zur Umsetzung der im Lärmaktionsplan verfolgten Ziele. Vor diesem Hintergrund wird Tempo 30 auf den betreffenden Streckenabschnitten dauerhaft beibehalten.
Auf der Ost-West-Achse gelten folgende Regelungen:
- Tempo 30 ganztägig zwischen Kennedy-Platz (Theater) und Langem Sächsengässchen
- Tempo 30 nachts (22:00 bis 06:00 Uhr) zwischen Langem Sächsengässchen und Jakobertor
Zusätzlich wurden:
- die bestehende „Grüne Welle“ an die zulässige Höchstgeschwindigkeit angepasst,
- Smiley-Anzeigen zur Unterstützung der Geschwindigkeitsbegrenzung aufgestellt.
Aufgrund der hohen Bedeutung der Ost-West-Achse für den Kfz-Verkehr und den öffentlichen Nahverkehr wurde die Maßnahme zunächst im Rahmen eines Verkehrsversuchs erprobt und begleitend evaluiert. Ziel der Evaluation war die Untersuchung folgender Fragestellungen:
- Führt die Maßnahme zu relevanten Verkehrsverlagerungen in das untergeordnete Straßennetz (Wohnbereich)?
- Welche Auswirkungen hat die Maßnahme auf die Fahrzeiten des ÖPNV?
- Wird das Geschwindigkeitsniveau tatsächlich reduziert?
Zentrale Ergebnisse der Evaluation sind:
Keine relevanten Verkehrsverlagerungen
Die Verkehrszählungen zeigen lediglich geringe Veränderungen im Untersuchungsgebiet. Eine systematische Verlagerung des Verkehrs in das untergeordnete Straßennetz (Wohnbereich) konnte nicht festgestellt werden.
Nur geringe Auswirkungen auf den ÖPNV
Die analysierten ÖPNV-Linien wiesen Fahrzeitverlängerungen von maximal 15 Sekunden je Linienabschnitt auf. Aus Sicht der Fahrgäste ergibt sich dadurch keine wesentliche Verschlechterung des Angebots.
Deutlich geringere Fahrgeschwindigkeiten
An allen untersuchten Standorten lag die Geschwindigkeit V85 nach Einführung von Tempo 30 deutlich unter 50 km/h. Damit wurde das Ziel einer spürbaren Reduzierung der Fahrgeschwindigkeiten erreicht. Im direkten Vergleich an zwei Messstellen sank die V85 von ursprünglich jeweils 50 km/h auf 40 km/h bzw. 39 km/h während des Versuches.
Weitere Tempo-30-Maßnahmen im Stadtgebiet
Neben der Ost-West-Achse wurden auch weitere Streckenabschnitte auf die Anordnung von Tempo 30 untersucht. Der aktuelle Umsetzungsstand ist:
- Reinöhlstraße (Oberhausen) - dauerhafte Tempo-30-Anordnung im Bereich sensibler Einrichtungen: umgesetzt
- Wellenburger Straße (Göggingen) – dauerhafte Tempo-30-Anordnung im Bereich sensibler Einrichtungen und Harmonisierung mit angrenzender Tempo-30- Anordnung: umgesetzt
- Von-Cobres-Straße (Göggingen) – dauerhafte Tempo-30-Anordnung aufgrund von Lärmschutz und Harmonisierung mit bestehender Tempo-30-Anordnung: umgesetzt
- Zollernstraße (Oberhausen) - dauerhafte Tempo-30-Anordnung im Bereich sensibler Einrichtungen und Harmonisierung mit angrenzender Tempo-30- Anordnung: umgesetzt
- Ulmer Straße (Kriegshaber) – verkehrsrechtliche Abwägung der Betroffenheiten noch nicht abgeschlossen: noch nicht umgesetzt