Digitales Baumkataster
Ein Spaziergang durch Augsburgs Straßen zeigt: Die Stadt ist grün. Doch wie viele Bäume schmücken Augsburg tatsächlich? Und wie viele davon brauchen aktuell Pflege? Einen umfassenden Überblick bietet das digitale Baumkataster.
Das städtische digitale Baumkataster
Das Baumkataster als Grundlage für die Baumkontrolle wird von Mitarbeitern des Amtes für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen (AGNF) fortwährend gepflegt. Es dient inzwischen zu 100% als Grundlage für Ausschreibungen. Für die von eigenen Mitarbeitern zu erledigenden Aufgaben werden Pflegeaufträge papierlos auf ihre Handys übertragen. Im August 2026 waren über 85.000 Bäume und Baumstandorte registriert - enthalten sind Bäume an Straßen, in öffentlichen Grünanlagen, Friedhöfen, Biotopen, Ausgleichsflächen, Schulen, Kitas, Bäume des Sport- und Bäderamtes sowie Bäume auf Flächen des Liegenschaftsamtes.
Alle Bäume im öffentlichen urbanen Raum müssen regelmäßig kontrolliert und ihre Verkehrssicherheit überprüft werden. Das ist ein großer Kraftakt für die Mitarbeitenden in der Grünflächenpflege, denn hier können ausschließlich fachlich gut qualifizierte Personen eingesetzt werden. Die Arbeiten müssen gut koordiniert und langfristig abgestimmt sein. Das Baumkataster ist das Arbeitsmittel, in dem die wichtigsten erfassten Daten verwaltet und geordnet werden. Es unterstützt die fachliche Arbeit und liefert Statistiken und Auswertungen, über die auch regelmäßig in den Umweltausschüssen berichtet wird.
Die Bäume werden niemals zu 100% erfasst werden können
Im Baumkataster wurden zuerst die Bäume erfasst, für die Pflegemaßnahmen vorgesehen waren. Bestände, die vital und ohne Maßnahmen sind werden nach und nach erfasst, wo es sinnvoll ist. Die Bäume werden niemals zu 100% erfasst werden können, das ist unmöglich. Es scheitert schon daran, dass die zahlreichen Gehölze aus Naturverjüngung stetig nachwachsen (vom Sämling bis zum stattlichen erwachsenen Baum) und erst in den Fokus der Baumkontrolleure gelangen, wenn sie sicherheitsrelevant sind. Eine hundertprozentige Erfassung ist auch nicht erforderlich, um eine fachlich gute und sinnvolle Baumkontrolle zu ermöglichen. Ziel ist es, insbesondere die Einzelbäume als Grundlage für die Baumkontrolle zu erfassen. Im Schadensfall muss die lückenlose Kontrolle eines Baumes dokumentiert sein.
Baumpflege ist ein komplexes Vorhaben
Waldartige Bestände und große Baumgruppen werden nicht im Einzelnen erfasst. Insgesamt wird eine annähernd vollständige Einzelbaum-Erfassung angestrebt, was etwa 70-90 % des gesamten Baumbestands im Unterhalt des Amtes für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen entspricht. Statistiken, Pflegeaufträge, Kontrollerfordernisse und Übersichten werden im digitalen Baumkataster erfasst. Über 30 Personen arbeiten im Amt für Grünordnung in der Baumpflege und in der Baumkontrolle. Täglich werden neue Daten im Baumkataster erfasst oder geändert. Auswertungen können deshalb nur eine Momentaufnahme mit Annäherungswerten darstellen. Die Baumpflege in einer Großstadt wie Augsburg ist ein sehr komplexes Vorhaben, , das je nach Bedarf angepasst wird.
Die erfassten Bäume spiegeln sich wider in der modellhaften 3-D-Darstellung im städtischen Geoportal. Wenn ein Baum „angeklickt“ wird, wird der Artname angezeigt:
Im folgenden Bild wird ein Ausschnitt des Baumkatasters dargestellt aus dem Wittelsbacher Park, damit man sich besser vorstellen kann, wie die visuelle Darstellung momentan aussieht. Die grünen Punkte stehen jeweils für einen Baum, angezeigt wird auch die am Baum angebrachte Baumnummer. Grundlage sind die Luftbilder und Karten des städt. Geodatenamts.
Hinweis: Leider werden Baumnummern immer wieder mutwillig entfernt, oder sie gehen verloren. Bei der Baumkontrolle wird die Baumnummer überprüft und ggf. eine neue vergeben und ändert sich deshalb. Baumnummern dienen nur als zusätzliche Beschreibung zu den Baumattributen, damit die Pflegemaßnahmen den Bäumen eindeutig zugeordnet werden können.
Titelfoto: Ruth Plössel