„Was, das schwimmt, obwohl es so schwer aussieht!“


Beim Forschen mit Wasser gewinnen die pädagogischen Fachkräfte spannende Erkenntnisse für ihre künftige Bildungsarbeit

Dass das Element Wasser allgegenwärtig ist, bekommen die Teilnehmenden aus den Kitas des Landkreises Augsburg und des Stadtgebiets Augsburg schon an ihrem Workshop-Platz zu sehen. Allerlei Alltagsmaterialien und abgefülltes Wasser stimmten auf das Thema ein: „Basisworkshop Forschen mit Wasser.“

Gemeinsamer Workshop von Stadt und Land der Bildungsinitiative Haus der kleinen Forscher findet erstmalig statt

Zum ersten Mal gibt es eine neue Kooperation zwischen dem Landkreis Augsburg und der Stadt Augsburg zur Bildungsinitiative Haus der kleinen Forscher, die mit diesem Workshop den gemeinsamen Auftakt starteten. Der neuen Netzwerkkoordinatorin Marianne Frey ist das Motto „Hand in Hand von Stadt und Land“ ein wichtiges Anliegen: „Wir haben im Sommer nicht nur ein gemeinsames Bildungsprogramm auf die Beine gestellt, sondern wir sehen auch bei dem heutigen Workshop, wie die Menschen aus dem Stadtgebiet und dem Landkreis Augsburg sich gegenseitig mit ihren Bildungsideen bereichern und austauschen. Dabei geht es nicht nur um MINT- oder BNE-Themen, sondern eben auch um den ganz normalen pädagogischen Alltag. Und das finde ich einfach so bereichernd. Immer den Blick über den eigenen Tellerrand hinauswagen und sich von neuen Möglichkeiten inspirieren lassen.“


Von der guten Lernbegleitung bis zu Forschungsimpulsen für die Praxis

Die Trainerin Viktoria Boole, studierte Physikerin und Erzieherin, bildet zusammen mit dem Trainer und studiertem Chemiker das Trainertandem für die künftigen Bildungsangebote.

Es gehe um die pädagogische Praxis, betont Carsten Möller gleich zu Beginn der Veranstaltung: „Wir möchten den Kindern ein Grundwissen vermitteln, da wo die Kinder stehen und sie ein bisschen nach oben bringen. Beobachten ist das Wichtiste beim Naturwissenschaftler.“

Und weiter geht es: „Wir werden verschiedene Zugänge zum Forschen kennenlernen, der erste Zugang ist das freie Forschen. Vor Euch stehen Materialien, damit dürft Ihr zu zweit alles mal zehn Minuten ausprobieren.“ Und damit kommen Staunen, Lachen und Beobachten in Spiel: Was passiert da, wenn ich eine Büroklammer, eine Stecknadel oder ein Plastikrohr in den Wasserbecher lege?

Matthias Stilwell von der städtischen Kita Reischlestraße bringt seine Kollegin Sabine Kleber vom Kindergarten St. Elisabeth aus Gersthofen immer wieder zum Lachen und Staunen: „Was, das schwimmt, obwohl es so schwer ausschaut?“ Auf einer winzigen Alufolie, die auf dem Wasser aufliegt, schwimmen mittlerweile ein Teelicht, mehrere Muttern und Büroklammern.


Was wollen Kinder wissen?

Zaubern und Tricks gehören laut Möller nicht zum Jargon für die Kinder: „Es ist keine Magie, sondern Physik oder Chemie, Biochemie!“ betont er noch auf die Anmerkungen von Irene Herb, Kinderpflegerin und studierte Physikerin der städtischen Kita Immelmannstraße, die in ihrer Kita bereits viel mit Kindern im Mint-Raum forscht. Irene Herb erzählt, dass sie viele interessierte Kinder hat: „Die Kinder forschen überall. Manchmal schauen wir im Alltag, was kann man erforschen und manchmal mache ich einen eigenen Tag mit gezielten Angeboten.“ Für sie sei es als Wissenschaftlerin das Schwierigste, ihr Wissen den Kindern zu erklären. Hierauf geht Carsten Möller ein und erwähnt, dass Kinder ab acht Jahren die Fähigkeit haben, verschiedene Dinge in Verbindung zueinander zu setzen. Am besten sei es, die Kinder finden ihre eigene Antwort auf die vielen Fragen. Möglichst kindgerechte Antworten auf physikalisch-chemische Gesetzmäßigkeiten zu finden ist eben nicht immer kinderleicht. „Die beste kindgerechte Erklärung kommt im Idealfall vom Kind selber.“
 

Von den 25 Bildungsthemen bis zu inspirierenden Forscherkarten: Experimentieren ist fundiert und praxisnah zugleich

Viktoria Boole und Carsten Möller erläutern anschließend anhand einer Präsentation, das Bildungsverständnis, die 25 Themen der Workshops und stellen die Organisation der Stiftung Haus der kleinen Forscher vor.

Mit den sogenannten Forscherkarten setzen sich die Teilnehmenden dann in Kleingruppen mit einem ersten größeren Praxisprojekt zum Forschen mit Wasser auseinander. Von der Wasserreinigung über geeignete Messinstrumente bis zum Forschen mit Eis: Ein buntes Kaleidoskop an Experimentiermöglichkeiten eröffnet die Entdecker-Vielfalt und bringt so manches erneute Staunen und Lachen hervor.