Sexuell übertragbare Infektionen – Test und Beratung statt Tabu-Thema
Geschlechtskrankheiten sind keine Seltenheit: Viele Menschen leiden im Laufe ihres Lebens an Feigwarzen, Herpes genitalis, Pilz- oder Chlamydien-Infektionen. Syphilis ist wieder auf dem Vormarsch. An Tripper (Gonorrhö) erkranken pro Jahr weltweit rund 60 Millionen Menschen, Hepatitis und AIDS verursachen weiterhin Millionen von Todesfällen. Beratung und Testung helfen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und zu behandeln sowie Infektionsketten zu durchbrechen.
Das Gesundheitsamt berät zu Ansteckung, Schutz und Behandlung sexuell übertragbarer Krankheiten.
Offene Sprechstunde:
- Jeden Montag und Donnerstag
- 08:30 bis 11:30 Uhr
Dabei kann man sich auch kostenlos und anonym auf das HI-Virus testen lassen.
Der beste Schutz vor Geschlechtskrankheiten ist Safer Sex – mit Kondomen als zuverlässige Maßnahme. Kommt es zur Infektion, ist eine frühe Diagnose von Vorteil. Einige sexuell übertragbare Krankheiten sind heilbar, andere lassen sich mit Medikamenten aufhalten.
HIV/AIDS
HI-Viren werden über Blut, Sperma und Vaginalsekret übertragen. Im Körper angekommen befallen sie Zellen, die eigentlich die körpereigene Abwehr koordinieren, und programmieren sie um – auf Virenproduktion. Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ist der Körper in der Lage, ständig neue Abwehrzellen herzustellen. Wenn das nicht mehr geht, erkranken die Infizierten an AIDS (Acquired Immuno Deficiency Syndrom). Häufige Atemwegsinfektionen, Durchfallerkrankungen, Hautentzündungen und -tumore prägen das Krankheitsbild.
Kondome schützen vor dem HI-Virus: Die meisten Neuinfektionen treten nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr auf.
Auch Menschen, die intravenös Substanzen konsumieren, stecken sich vergleichsweise häufig an: Deshalb Safer-Use-Regeln beachten. Für Injektionen sollten nie gemeinsame Spritzen verwendet werden.
Wer Erste Hilfe leistet oder mit Blut in Kontakt kommt, trägt Einmalhandschuhe.
Beim Kuscheln, Händeschütteln, Schwimmbadbesuch oder bei Insektenstichen besteht keine Gefahr, sich zu infizieren.
HIV-Test im Gesundheitsamt
Mit dem kostenlosen Labortest können wir eine HIV-Infektion für den Zeitraum bis vor 6 Wochen sicher ausschließen. Das Ergebnis Ihrer Blutuntersuchung können wir Ihnen in ca. einer Woche mitteilen.
Arbeitshilfe 2000
Seit 1995 schafft die Arbeitshilfe Arbeitsplätze für Menschen, die sich mit dem HI-Virus angesteckt haben. Kommen weitere chronische Krankheiten, psychische Probleme oder Abhängigkeiten hinzu, fällt es oft schwer, jeden Tag acht Stunden am Stück zu arbeiten. Die Arbeitshilfe 2000 hat die Arbeitsverhältnisse an die speziellen Bedürfnisse dieser Personen angepasst. Renovierungsarbeiten, Umzüge, Transporte und Wohnungsentrümpelungen werden angeboten. Auch die Stadt Augsburg gehört zu den Kunden der Arbeitshilfe. Das über das Gesundheitsamt gegründete Projekt ist inzwischen ein Verein und wird von der Stadt Augsburg mit einem Zuschuss für Räumlichkeiten und sozialpädagogische Betreuung unterstützt.
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