Wo wird CTC in Augsburg umgesetzt?
Die Grundlage für CTC ist eine wiederkehrende Schülerinnen- und Schülerbefragung, die im Jahr 2017 und 2024 stattgefunden hat. Die Ergebnisse dienen der Sammlung von Informationen über problematische Verhaltensweisen sowie Risiko- und Schutzfaktoren.
Anhand der Ergebnisse wurde CTC im Wolfram- und Herrenbachviertel und dem Hochfeld umgesetzt.
In den Aktionsplänen sind Präventionsangebote hinterlegt, die in den jeweiligen Stadtteilen gestärkt werden sollen. Die Angebote minimieren, die lokal priorisierten, Risikofaktoren und stärken die dortigen Schutzfaktoren. Risikofaktoren verstärken problematische Verhaltensweisen. Schutzfaktoren hingegen minimieren die Ausprägung von problematischen Verhaltensweisen.
1. Wolfram- und Herrenbachviertel
Im Wolfram- und Herrenbachviertel wird Communities That Care (CTC) seit 2019 umgesetzt. Der CTC-Aktionsplan wurde 2021 veröffentlicht. Das Stadtteilteam trifft sich zweimal jährlich, um die Umsetzung des Aktionsplans zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen.
Im Rahmen des Aktionsplans werden folgende Risiko- und Schutzfaktoren bearbeitet:
- Geschichte des Problemverhaltens in der Familie
- Zustimmende Haltung der Gleichaltrigen zu antisozialem Verhalten und Substanzkonsum
- Lernrückstände ab der Grundschule
- Interaktion mit prosozialen Gleichaltrigen
- Moralische Überzeugungen und klare Normen
Schauen Sie für weitere Informationen gerne in den CTC-Aktionsplan für das Wolfram- und Herrenbachviertel.
2. Hochfeld
Im Stadtteil Hochfeld wurde 2022 ein CTC-Stadtteilteam eingerichtet. Der CTC-Aktionsplan wurde 2024 veröffentlicht. Das Stadtteilteam trifft sich ebenfalls zweimal jährlich, zur Überprüfung und Weiterentwicklung der Maßnahmen.
Schwerpunkte des Aktionsplans sind:
- Probleme mit dem Familienmanagement
- Frühes und anhaltendes unsoziales Verhalten
- Umgang mit Gleichaltrigen, die Problemverhalten zeigen
- Möglichkeit zur prosozialen Mitwirkung in der Schule und im Stadtteil
- Moralische Überzeugungen und klare Normen
Ein Bestandteil des Aktionsplans ist die Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz. Im Jahr 2025 wurde der Elternkurs „Starke Eltern – Starke Kinder“ vom Kinderschutzbund Augsburg in russischer Sprache im SOS-Familienzentrum Hochfeld angeboten.
Schauen Sie für weitere Informationen gerne in den CTC-Aktionsplan für das Hochfeld.
3. Oberhausen
In Oberhausen wird CTC seit Anfang 2025 umgesetzt. Derzeit befindet sich das Stadtteilteam in der Entwicklung des CTC-Aktionsplans und hat bereits Risiko- und Schutzfaktoren priorisiert, die durch den Aktionsplan bearbeitet werden sollen:
- Zustimmende Haltung der Eltern zu antisozialem Verhalten
- Zustimmende Haltung der Kinder und Jugendlichen zu antisozialem Verhalten
- Wenig Bindung zur Nachbarschaft und Desorganisation im Gebiet
- Soziale Kompetenzen
- Gelegenheit zur prosozialen Mitwirkung im Stadtteil
Die Festlegung der konkreten präventiven Angebote erfolgt im Jahr 2026.
4. Kriegshaber
Die Umsetzung von „Communities That Care“ in Kriegshaber beginnt im ersten Quartal 2026.
5. Gesamtstädtische Umsetzung
In einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Bildung und Migration sowie des Allgemeinen Ausschusses wurde beschlossen, ein gesamtstädtisches CTC-Konzept zu entwickeln.
Auf Grundlage der Ergebnisse der CTC-Schülerinnen- und Schülerbefragung sowie der fachlichen Expertise aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern werden die Bedarfe von Kindern, Jugendlichen und Familien ermittelt. Zur Entwicklung eines gesamtstädtischen CTC-Aktionsplans wird ein Steuerungsgremium eingerichtet.
Der gesamtstädtische Aktionsplan legt den Schwerpunkt auf die Stärkung sozialer Kompetenzen junger Menschen sowie auf die Förderung von Medienkompetenz.
Weitere Informationen zu den Präventionsprogrammen der CTC-Aktionspläne
Herzlich willkommen Augsburger Kinder
Das Hausbesuchsprogramm „Herzlich willkommen Augsburger Kinder“ ist ein kostenloses und freiwilliges Angebot für Familien mit Neugeborenen in ganz Augsburg. Kinderkrankenschwestern unterstützen und fördern die Familien in ihrer neuen Rolle als Eltern.
Stadtteilmütter
Die Idee der Stadtteilmütter unterstützt die frühkindliche Entwicklung durch kleinkindgerechte Aktivitäten mit den Eltern, z.B. gemeinsames Spielen oder Singen in den Familiensprachen sowie auf Deutsch. Von geschulten Stadtteilmüttern begleitet, erfahren die Eltern, wie sie ihre Kinder in der allgemeinen und sprachlichen Entwicklung stärken können.
Zielgruppe: Familien mit Kindern von 0 bis 3 Jahren
Papilio
Der entwicklungsorientierte Papilio-Ansatz reduziert Verhaltensauffälligkeiten und fördert sozial-emotionale Kompetenzen. Zertifizierte Trainerinnen und Trainer bilden Fachkräfte aus, diese implementieren Papilio in ihrer Gruppe/Klasse und nutzen es dauerhaft. Die Programme sind evaluiert und haben ihre Wirkung nachgewiesen.
Zielgruppe: Kinder von 0 bis 9 Jahren
Starke Eltern - Starke Kinder
Für mehr Leichtigkeit und Freude im Familienleben hat der Kinderschutzbund den Elternkurs Starke Eltern – Starke Kinder entwickelt.
Eltern stellen sich oft essentielle Fragen im Bezug auf die Erziehung ihrer Kinder: Was ist mir wichtig in der Erziehung? Wie gut kenne ich mich selbst? Wie kann ich mein Kind unterstützen? Wie setze ich Grenzen? Wie treffen wir Vereinbarungen? Wie lösen wir Konflikte? Der Elternkurs hat bereits Tausenden Erziehungsberechtigten geholfen, besser in der Familie zurechtzukommen.
Zielgruppe: Alle Eltern, die ihren Erziehungsalltag verändern möchten
SchiNe
Das Programm thematisiert den Einfluss von Computerspielen auf Kindheit und Jugend, den Umgang mit Daten und Fotos im Netz und die Gefahren beim Chatten. Zudem werden auch Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern mit Fortbildungen und Elternabenden über die genannten Gefahren ihrer Kinder informiert und es werden Strategien angeboten.
Zielgruppe: 4. Jahrgangsstufe sowie Eltern und Lehrkräfte
SuPrA Mini
Im Projekt SuPrA Mini setzten sich Grundschülerinnen und -schüler spielerisch mit den Themen Süßigkeiten, Medien und Stärken auseinander. Im Mittelpunkt des Projekts steht der Begriff des „Genießens“. Die Kinder lernen im Sinne einer suchtpräventiven Gesundheitsförderung die Bedeutung von genussvollem Konsum kennen. Darüber hinaus werden auch wichtige Schutzfaktoren wie Selbstwirksamkeit, Gefühlsmanagement, Kommunikationsfähigkeit, Selbstwahrnehmung und Selbstwertgefühl, die späteren Suchterkrankungen vorbeugen, angeregt und gefördert.
Zielgruppe: 2. und 3. Jahrgangsstufe sowie Eltern und Lehrkräfte
PIT - Prävention im Team
Das Präventionsprogramm PIT enthält vorgefertigte Unterrichtseinheiten ab Jahrgangsstufe 5 zu den Themen "Lebenskompetenz", "Gewalt-, Sucht-, Diebstahlprävention" und "Umgang mit digitalen Medien" und ist damit für alle interessant, die in der Sekundarstufe pädagogisch tätig sind.
Zielgruppe: 5. bis 9. Jahrgangsstufe
HEROES
Im ersten Schritt werden im Projekt junge Männer mit Zuwanderungsgeschichte zu Themen wie Geschlechtergerechtigkeit, Ehre und Gewalt oder Diskriminierung geschult. Das Training geht über ein Jahr und die Teilnahme ist ehrenamtlich. Im zweiten Schritt gehen die jungen Männer an Schulen und geben dort ihre neugewonnenen Einstellungen an andere weiter.
Zielgruppe: 8. Jahrgangsstufe
Büro für Kommunale Prävention (BKP)
Adresse & Kontakte
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