Aktionsplan Antisemitismus liegt vor
Die Stadt Augsburg veröffentlicht ihren neuen Aktionsplan gegen Antisemitismus. Damit gibt es jetzt erstmals eine systematische Zusammenstellung aller Maßnahmen, die zur Prävention und Bekämpfung von Antisemitismus in Augsburg beitragen. Auch Handlungsempfehlungen gibt der Aktionsplan.
Zum Selbstverständnis der Friedensstadt Augsburg gehört es, das friedliche Miteinander auf allen Ebenen zu fördern. Dem dient auch der neue Aktionsplan Antisemitismus. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg
Der neue Aktionsplan Antisemitismus steht ab sofort unter augsburg.de/aktionsplan-antisemitismus als PDF zum Download zur Verfügung. Er setzt ein starkes Zeichen für Vielfalt und Zusammenhalt in der Friedensstadt Augsburg und schafft eine gemeinsame Arbeitsgrundlage für Verwaltung und Zivilgesellschaft. Ziel ist es, Antisemitismus frühzeitig zu erkennen, wirksam entgegenzutreten und damit ein respektvolles, demokratisches und vielfältiges Miteinander in Augsburg nachhaltig zu stärken.
Antisemitismus-Prävention als Aufgabe aller
Der Aktionsplan Antisemitismus zeigt verschiedenste Aktivitäten der Verwaltung wie auch zahlreicher zivilgesellschaftlicher Initiativen auf, die sich gegen jede Form von Diskriminierung wenden und für ein gleichberechtigtes Miteinander einsetzen. Dabei wird deutlich, dass Antisemitismus-Prävention keine Einzelmaßnahme, sondern eine Querschnittsaufgabe darstellt, die alle gesellschaftlichen Bereiche betrifft - von frühkindlicher Bildung über Schulungen von Mitarbeitenden in der Verwaltung bis hin zu Beratungsangeboten für Betroffene.
Das beinhaltet der Aktionsplan
Eine kompakte Einführung definiert zentrale Begriffe, erläutert unterschiedliche Formen des Antisemitismus und fasst aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich zusammen.
Der Aktionsplan ist in zwei Teile gegliedert. In einem ersten Teil werden die städtischen Bildungs- und Präventionsangebote gebündelt. Die identifizierten Handlungsfelder reichen von der Kinder- und Erwachsenenbildung bis hin zu Bildungsangeboten für Zugewanderte und Geflüchtete. Darüber hinaus werden Angebote der historisch-politischen Bildung im Bereich der Erinnerungskultur ebenso einbezogen wie Maßnahmen des Büros für Kommunale Prävention oder der Zentralen Antidiskriminierungsstelle der Stadt Augsburg (ZADS. Der ZADS kommt unter anderem die Rolle des Monitorings antisemitischer Vorfälle zu, sie berät auch Betroffene.
Der zweite Teil des Aktionsplans spiegelt die gesamte Bandbreite von zivilgesellschaftlichen und nichtstädtischen Akteurinnen und Akteuren wider, die mit ihrer Arbeit einen Beitrag zur Bekämpfung von Antisemitismus leisten und sich für Vielfalt in der Stadtgesellschaft sowie ein vorurteilsfreies und friedliches Miteinander engagieren. Vorangestellt ist die Perspektive jüdischer Menschen in Augsburg. Deren Erfahrungen, Wünsche und Sorgen bilden einen zentralen Orientierungspunkt. Zu Wort kommt die Israelitische Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg ebenso wie Institutionen und Vereine, die sich um den Dialog und die Sichtbarmachung jüdischen Lebens und jüdischer Tradition und Geschichte verdient machen.
Die abschließenden Handlungsempfehlungen des Plans konzentrieren sich auf vier zentrale Schwerpunkte: den Ausbau von Grundkompetenzen im Umgang mit Antisemitismus, die Stärkung bestehender Netzwerke, die Nutzung bewährter Strukturen sowie die langfristige Verankerung entsprechender Maßnahmen.
Hintergrund
Nach dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und einer damit verbundenen spürbaren Welle antisemitischer Vorfälle in Deutschland hat der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, Aktivitäten systematisch zu erfassen, die der Prävention und Bekämpfung von allgemeiner gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit dienen. Aufgrund der Dringlichkeit wurde zunächst der Schwerpunkt Antisemitismusprävention als eigenes Handlungsfeld bearbeitet und jetzt in Form eines Aktionsplans veröffentlicht. (pm/swo)