FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
Die Krankheit wird vor allem durch Zecken übertragen. Das Robert Koch-Institut (RKI) zählt die Stadt Augsburg zu den FSME-Risikogebieten. Damit sind in Bayern 95 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte als Risikogebiet eingestuft.
Was ist Frühsommer-Meningoenzephalitis (kurz: FSME)?
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute, die durch Viren hervorgerufen wird. Das FSME-Virus kommt in vielen Ländern Europas, in Russland und Asien vor. Es vermehrt sich hauptsächlich in kleinen Nagetieren wie z.B. Mäusen. Über infizierte Zecken wird es dann auf den Menschen übertragen. Im Mittel tragen in FSME-Risikogebieten 0,1 Prozent bis 5 Prozent der Zecken das Virus in sich.
Welche Symptome kann FSME auslösen?
Zunächst treten grippeähnlichen Beschwerden auf, beispielsweise Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und Übelkeit. Darauf folgt ein mehrtägiges symptomfreies Intervall.
Erst danach kann es zu den spezifischen neurologischen Erscheinungen der FSME (Hirnhautentzündung, Gehirn- oder Rückenmarksentzündung) kommen. Die Symptome hierfür können hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle oder Lähmungen sein.
Ein hoher Anteil der Infektionen (ca. 70 – 95 Prozent) verläuft ganz ohne Symptome oder die zweite Krankheitsphase bleibt ganz aus. Schwere Verläufe treten insbesondere bei älteren Erwachsenen auf, aber auch Kinder sind gefährdet.
Wie kann ich mich schützen?
Zecken vom Körper fernhalten
- Beim Aufenthalt in der Natur schützende, lange, helle Kleidung tragen ggf. zusätzlich zeckenabweisende Mittel verwenden.
- Nach dem Aufenthalt Körper gründlich absuchen, besonders am Haaransatz, den Ohren und weiteren verdeckten Körperstellen.
- Bei Zeckenstich: Tier sofort entfernen, z.B. mit Zeckenkarte oder feiner Pinzette.
Vorbeugende Impfung
Eine spezifische Behandlung gegen die FSME-Erkrankung gibt es nicht. Es können nur die Beschwerden behandelt werden. Umso wichtiger ist die Vorbeugung durch Impfung. Die FSME-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Personen in Risikogebieten und für Personen, die durch FSME beruflich gefährdet sind (z.B. Forstarbeiter, in der Landwirtschaft arbeitende Personen, Laborpersonal) empfohlen. Auf der Seite des RKI finden Sie weiterführende Informationen zur FSME-Impfung.
Die Impfung bietet einen wirksamen Schutz vor einer Erkrankung mit FSME. In der Regel sind 3 Impfungen in einem Zeitraum von 15 Monaten notwendig, um den vollen Impfschutz zu erreichen. Der Impfschutz hält dann mindestens 3 Jahre.
Aufgrund des milden Winters sind Zecken bereits jetzt aktiv. Zecken mögen es angenehm temperiert und feucht. Sie gehen ab ca. 5° C auf Wirtssuche. In milden Wintern haben sie keine Aktivitätspause.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung für Personen, die in Risikogebieten mit Zecken in Kontakt kommen könnten. Nahezu der gesamte Freistaat ist mittlerweile vom Robert Koch-Institut (RKI) als FSME-Risikogebiet eingestuft. Deshalb wird zur FSME-Impfung in Bayern ohne geografische Einschränkung öffentlich geraten.
Die Impfung gegen FSME ist in der Regel sehr gut verträglich und wird im Freistaat von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Menschen, die bereits grundimmunisiert sind, sollten unbedingt an fällige Auffrischungsimpfungen denken. Die erste Auffrischungsimpfung wird im Abstand von drei Jahren nach der Grundimmunisierung fällig. Weitere Auffrischungsimpfungen sollten – abhängig von der Altersgruppe und dem verwendeten Impfstoff – in Abständen von drei bis fünf Jahren verabreicht werden.
Wer sich in der freien Natur aufhält, sollte folgendes beachten:
- Am besten lange Hosen und Hemden mit langen Ärmeln tragen.
- Dicht schliessende Kleidung, also Hemd in die Hose und Hosenbeine in die Socken stecken.
- Auch festes Schuhwerk ist sinnvoll.
- Helle Kleidung tragen, auf denen Zecken besser und schneller erkennbar sind.
- Nach jedem Spaziergang und Aufenthalt im Freien den Körper gründlich auf mögliche Zecken untersuchen.
- Die Zecke sollte so schnell wie möglich entfernt werden. Dabei die Zecke möglichst wenig quetschen und nicht mit Mitteln wie Klebstoff, Zahnpasta, Öl, Alkohol oder Ähnlichem behandeln oder mit einem Feuerzeug abbrennen.
- Wenn möglich, die Zecke mit einer spitzen, stabilen Pinzette, einer Zeckenkarte oder einem anderen kommerziell verfügbaren Instrument – nach Angaben des Herstellers – entfernen.
- Sollte kein entsprechendes Werkzeug zur Verfügung stehen, kann die Zecke auch mit den Fingernägeln entfernt werden – am wichtigsten ist eine rasche Entfernung.
- Mit der Pinzette die Zecke so nah wie möglich an der Haut greifen und langsam und gerade herausziehen (siehe Abbildung). Sollten noch Reste in der Wunde sichtbar sein, handelt es sich um den Stechrüssel, der ggf. chirurgisch entfernt werden kann (aber nicht muss).
- Einstichstelle anschließend mit einem Wundantiseptikum desinfizieren.
- Einstichstelle für mehrere Wochen beobachten. Bei sich ausbreitender Rötung oder Auftreten grippaler Symptome unbedingt ärztlichen Rat suchen!