Umgang mit Drogenkonsum im öffentlichen Raum

Das Forum St. Johannes ist ein neues Hilfsangebot der Stadt Augsburg für suchtkranke Menschen. Für die Einrichtung gibt es ein umfangreiches Sicherheits- und Sauberkeitskonzept. 

Dazu zählt zum Beispiel:

  • eine feste Hausleitung als Ansprechperson vor Ort
  • regelmäßige Reinigungsintervalle im Umfeld
  • enge Zusammenarbeit der Polizei
  • ein Dienstzimmer des Ordnungsamtes in der Einrichtung
  • verstärkter Einsatz von Streetworkerinnen und Streetworkern 

Veränderungen im direkten Umfeld können Fragen oder auch Unsicherheit auslösen – bei Anwohnenden, Passantinnen und Passanten sowie Gewerbetreibenden.

Auf dieser Seite finden Sie deshalb wichtige Informationen und Hinweise für den Alltag.

Kontakte

• Bei Bewusstlosigkeit, Atemnot oder einem anderen medizinischen Notfall: 112 – Rettungsdienst

• Bei Bedrohung, Gewalt oder akuter Gefahr: 110 – Polizei

• Bei Hinweisen zu Konsumorten, Spritzenfunden oder konkreten Anliegen oder Fragen rund um das Forum St. Johannes: XXX - Hausleitung
 


FAQs – Häufig gestellte Fragen

Sucht kann viele Ursachen haben, zum Beispiel persönliche Veranlagung, das soziale Umfeld, die Lebenssituation, die Arbeit und finanzielle Lage sowie den Umgang mit Substanzen in der Gesellschaft. Meist entsteht sie nicht plötzlich, sondern entwickelt sich nach und nach. 

Für viele Menschen mit einer Abhängigkeit bestimmt der Konsum den Alltag. Ein großer Teil des Tages dreht sich darum, Drogen zu beschaffen und zu konsumieren. Ein geregelter Alltag und das Ausüben eines Berufs sind dadurch häufig gar nicht möglich.

Suchterkrankte erleben häufig Ausgrenzung, Anfeindung und Gewalt. Es ist in Ordnung, wenn Sie keinen Kontakt mit Betroffenen haben möchten. Wenn doch, gehen Sie freundlich und respektvoll auf die Person zu. Akzeptieren Sie, wenn Hilfe abgelehnt wird.

Suchterkrankungen belasten nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihr gesamtes Umfeld. Deshalb gibt es in Augsburg ein Netzwerk aus Hilfsangeboten. Es reicht von Prävention über akute Unterstützung bis zu Beratung und Rehabilitation. Ziel ist es, konkrete Hilfe zu geben, neue Perspektiven zu schaffen und im besten Fall den Weg aus der Sucht zu ermöglichen.

Das Forum St. Johannes ist dabei ein wichtiger Baustein. Mehr Informationen zum Suchthilfe- und Aufenthaltskonzept Forum St. Johannes

 


Es ist in Ordnung, wenn Sie sich unsicher fühlen und keinen Kontakt möchten. Wenn Sie die Person ansprechen möchten, tun Sie das ruhig und respektvoll. 

Versuchen Sie nicht, den Konsum zu beenden. Halten Sie Abstand, um eine Eskalation zu vermeiden, und lassen Sie die Utensilien liegen.

Achten Sie auf Ihre Sicherheit: Besonders bei Drogen wie Crack oder Kokain kann es zu unvorhersehbaren Verhaltensänderungen kommen. Auch zu Aggression oder Impulsivität.

Vermeiden Sie Belehrungen: Versuchen Sie nicht, einer Person zu sagen, dass Konsum für sie schädlich ist. Hier können Fachkräfte der Suchthilfe besser helfen.

Sucht ist eine Krankheit: Eine Person, die Drogen konsumiert, handelt nicht absichtlich respektlos. Viele Drogensüchtige schämen sich für ihren Zustand. 


Klären Sie Ihre Kind auf. Sucht ist eine Krankheit. Die Betroffenen selbst und ihr Umfeld leiden unter der Sucht. Deshalb gibt es Einrichtungen wie das Forum St. Johannes, in denen diesen Menschen geholfen wird. 

Sie können Ihren Kindern erklären, dass sie am besten einfach Abstand halten, wenn sie eine konsumierende Person sehen. Sollte die Person Ihre Kinder ansprechen, sollten sie sich nicht auf die Unterhaltung einlassen. 

Wenn sie sich unwohl fühlen, wenden sie sich ab und bitten einen Erwachsenen um Hilfe. Das gilt auch dann, wenn ein Konsument sich in einer hilflosen Lage befindet. Das Kind hat keine Verantwortung dafür, persönlich zu helfen. Es ist sinnvoller, einen Erwachsenen vor Ort anzusprechen und auf die Situation hinzuweisen.

Hinweis: Aus der Zeit, in den der beTreff am Helmut-Haller-Platz war, sind keine Fälle bekannt, in denen Drogen- oder Alkoholkonsumierende aktiv auf Kinder zugegangen sind.


Wenn Sie eine Person beobachten und das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt –, weil sich die Person zum Beispiel nicht bewegt oder in sich zusammengesunken ist –, können Sie Folgendes tun:

  • Sprechen Sie die Person respektvoll an.
  • Tippen Sie sie an.
  • Rütteln Sie sie vorsichtig. 

Reagiert die Person nicht, rufen Sie den Notruf 112 an.


Wenn Sie glauben, Drogen gefunden zu haben (z. B. kleine Kugeln oder Päckchen mit Pulver), informieren Sie die Polizei, damit der Fund sicher entsorgt wird. 

Nehmen Sie die Drogen nicht mit – auch nicht, um sie zur Polizei zu bringen. Sie können sich dadurch unter Umständen strafbar machen.


Der Stadtreinigungsbetrieb aws und ein geschultes Reinigungsteam kümmern sich regelmäßig um die Reinigung rund um das Forum St. Johannes. 

Die Einrichtungen der Drogenhilfe und viele Drogen- und Alkoholkonsumierende haben eigene kleine Mülleimer für die Entsorgung der Drogenutensilien.

Sollten Sie trotzdem eine Spritze finden, können Sie die Mitarbeitenden des Forums St. Johannes oder den AWS informieren. 

Falls Sie die Spritze selbst entsorgen wollen:

  • Heben Sie sie vorsichtig auf, ohne die Nadel zu berühren. Eine längere Pinzette oder Zange kann dabei helfen.
  • Versuchen Sie nicht, die Verschlusskappe erneut auf die Nadel zu stecken. Das Verletzungsrisiko ist hierbei zu groß.
  • Entsorgen Sie die Spritze stichsicher verpackt in einem stabilen Behälter wie einer Flasche oder Dose in einem Abfalleimer. Oder Sie entsorgen die Spritze in einem der Spritzen-Abwurfbehälter. 
  • Bitte werfen Sie die Spritze nie unverpackt in einen Abfalleimer. Jemand anderes könnte sich daran stechen.

Fassen Sie Zubehör (Wattetupfer, Verpackungsabfälle etc.) nicht mit bloßen Händen an. Es könnte eine weitere Nadel darunter liegen.

 


Wenn Sie sich trotz der Sicherheitsmaßnahmen an einer Spritze verletzt haben, sollten Sie Folgendes tun:

  • Desinfizieren Sie die verletzte Stelle sofort. 
  • Wenn Sie kein Desinfektionsmittel haben, lassen Sie sauberes Wasser über die Verletzung laufen.
  • Sollte die Wunde bluten, stillen Sie die Blutung erstmal nicht. Durch das Blut können Keime aus der Wunde gespült werden.
  • Sichern Sie die Spritze. Gehen Sie damit sofort ins nächste Krankenhaus. Das Fachpersonal dort kann Ihnen weiterhelfen. 

     

 

Zuletzt aktualisiert am: 18.06.2026