Stadt sichert Zukunft des Eiskanals

27.11.2025 15:54 | Pressemitteilungen

Regulierbauwerke machen Training und Wettkämpfe auf der Kanustrecke zuverlässig möglich

  • Beschluss für Bau der Regulierungsbauwerke im Stadtrat am 27. November
  • Investitionsvolumen von rund 3,5 Millionen Euro
  • Förderung zur Umsetzung der Maßnahme durch Bund und Freistaat Bayern
  • Abstimmung mit Kraftwerksbetreibenden zur Machbarkeitsstudie angelaufen

Der Trainings- und Wettkampfbetrieb auf der Kanustrecke am Eiskanal soll zukünftig auch bei Niedrigwasser im Lech zuverlässig stattfinden können. Dafür hat der Stadtrat am heutigen Donnerstag, 27. November, mit einem Investitionsvolumen von rund 3,5 Millionen Euro die Umsetzung zweier Regulierbauwerke im Rahmen des Wassermanagements beschlossen. Diese ermöglichen eine gezielte Steuerung der Wasserverteilung nach dem Hochablass und können den Betrieb der Kanustrecke bis zu einem Zufluss von 22 Kubikmetern Wasser pro Sekunde (m³/s) technisch ermöglichen. Die Umsetzung ist in den nächsten vier bis fünf Jahren geplant. 

Strategische Bedeutung für die Olympischen Sommerspiele 
Die Maßnahme ist zudem von strategischer Bedeutung für die nationale Bewerbung Münchens um die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044, bei dem Augsburg als Austragungsort für die Kanusportwettkämpfe vorgesehen ist. Im Oktober sagte Ministerpräsident Dr. Markus Söder die finanzielle Unterstützung des Freistaats Bayern zur Sicherung des Standorts Augsburg als Teil der Olympiabewerbung zu. Eine Förderung durch Bund und Freistaat Bayern von bis zu 60 Prozent der Kosten wurden der Stadt Augsburg in Aussicht gestellt.

Jürgen K. Enninger: Kanusport für die Zukunft am Eiskanal sichern
„Der Eiskanal ist nicht nur ein Symbol für unsere Sportgeschichte, sondern auch ein Garant für die Zukunft des Kanusports in Augsburg. Wir wollen die Kanustrecke fit machen für Olympia und zukunftsfähig aufstellen. Auf der Grundlage unserer Vorschläge schaffen wir dafür eine solide Grundlage und sichern zugleich langfristig den Betrieb des Eiskanals. Die Regulierbauwerke sind dafür absolut notwendig und verursachen keine verlorenen Kosten. Die Pumpenlösung wäre eine Aufbauvariante, die in Folge auf den bestehenden Maßnahmen aufsetzen könnte“, so Sportreferent Jürgen K. Enninger.

Abstimmung mit Kraftwerksbetreibenden zur Machbarkeitsstudie
Eine Flutung des Eiskanals bei Niedrigwasser im Lech hat ab einem gewissen Pegelstand Auswirkungen auf einen Teil des städtischen Kanalsystems und die dort angesiedelten Wasserkraftwerke. Aktuell prüft die Sportverwaltung, inwiefern Betreibende der Wasserkraftwerke von wasserlenkenden Maßnahmen betroffen sind und ob gegebenenfalls Ansprüche auf Entschädigung bestehen. Neben technischen und ökologischen Aspekten fließen in die Machbarkeitsprüfung auch soziale und gesundheitliche Auswirkungen auf die Stadtbevölkerung ein. Sowohl die Interessen der Schwimmerinnen und Schwimmer, der Anwohnenden sowie des Natur- und Gewässerschutzes werden darin berücksichtigt. Die Bedeutung der Stadtbäche als kostenfreie, niedrigschwellige und gesundheitsfördernde Erholungsräume wird ebenfalls entsprechend berücksichtigt.

Der Augsburger Eiskanal
Der Eiskanal ist seit den Olympischen Spielen 1972 ein international anerkanntes Zentrum des Kanusports und seit 2019 Teil des UNESCO-Welterbes. Er ist durch klimabedingte Niedrigwasserereignisse zunehmend in der Nutzung als Trainings- und Wettkampfstätte gefährdet. Bereits bei der Kanuslalom Weltmeisterschaft 2022 mussten provisorische Maßnahmen ergriffen werden, um den Wettkampfbetrieb sicherzustellen. Auch im Jahr 2025 kam es zu Einschränkungen im Trainings- und Wettkampfbetrieb. Die Phasen mit Niedrigwasser im Lech haben sich in den zurückliegenden   Jahren deutlich verstärkt. 

Weitere Informationen: augsburg.de/eiskanal

Zuletzt aktualisiert am: 02.06.2026