Hitze: Tiere nicht im Auto lassen!

22.05.2026 08:31 | Umwelt & Soziales

Bei sommerlichen Temperaturen wird es im Auto schnell sehr heiß. Für Haustiere kann das tödlich enden, auch wenn das Fenster einen Spalt geöffnet ist. Im April kam für zwei Hunde jede Hilfe zu spät – sie erlagen einem Hitzschlag.

Durch eine Baumkrone strahlt die Sonne

Bei starker Sonne bringt auch ein Parkplatz unterm Baum nichts. In einer Stunde kann die Sonne aus dem Schatten gewandert sein, die Hitze im Auto steigt. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg

„Ein solcher Vorfall verdeutlicht auf schmerzhafte Weise, dass die Wärmeentwicklung in geschlossenen Fahrzeugen von Tierhalterinnen und Tierhaltern immer wieder drastisch unterschätzt wird“, erklärt Frank Pintsch, Referent für Ordnung, Bevölkerungsschutz, Umwelt und Natur. 

Schon ab 20 Grad Celsius steigen die Temperaturen im Auto drastisch an. Bei einer Außentemperatur von 26 Grad werden im Wageninneren bereits nach zehn Minuten mehr als 33 Grad gemessen. Nach 30 Minuten werden weit über 40 Grad erreicht.

Hecheln erhöht den Treibhauseffekt im Auto

Das Veterinäramt der Stadt Augsburg stellt klar: Ein leicht geöffnetes Fenster ist wirkungslos. Die Luft kann nicht ausreichend zirkulieren. Auch das Abstellen des Fahrzeugs im Schatten ist trügerisch: Die Sonne wandert, die Hitze mit ihr. Die Hunde fangen intensiv zu hecheln an. Dadurch steigt mit der Temperatur auch die Luftfeuchtigkeit im Auto. So entsteht ein Treibhauseffekt, der zu einem lebensbedrohlichen Hitzestau führt.

Auswirkungen von extremer Hitze auf Hunde

Hunde können nicht schwitzen. Sie kühlen ihren Körper über das Hecheln ab. In einem heißen Fahrzeug versagt dieser Kühlmechanismus. 

Veterinäramtsleiterin Allmann: Die Tiere haben Angst und Stress

„Betroffene Hunde leiden ganz massiv in einer solchen Lage“, sagt Dr. Felicitas Allmann, Amtsleiterin des Amtes für Verbraucherschutz und Veterinärwesen. „Sie werden in einer lebensbedrohlichen Situation zurückgelassen, aus der sie sich selbst nicht befreien können. Die Tiere haben extreme Angst und Stress.“ 

Nimmt der Hund mehr Wärme auf, als er abgibt, droht ein Hitzschlag. Steigt die Körperkerntemperatur auf über 41 Grad, wird das körpereigene Eiweiß zerstört. „Dies führt unweigerlich zu irreparablen Gewebeschäden, akutem Herzrasen, einem schweren Schockgeschehen sowie zum Tod durch Multiorganversagen“, macht die Veterinärmedizinerin deutlich. (pm/rs)

Zuletzt aktualisiert am: 22.05.2026