Bauliche Mängel machen Sanierung der Freilichtbühne erforderlich

28.01.2026 13:21 | Freizeit Kultur Umwelt & Soziales Bürgerservice & Rathaus

Die Freilichtbühne befindet sich nach fast 100-jähriger Bespielung in keinem guten baulichen Zustand. Vor diesem Hintergrund hat der Stadtrat bereits beschlossen, die Einrichtung ab 2027 schrittweise zu sanieren. Als Ersatzspielstätte steht das Gaswerk-Areal zur Verfügung.

Die leere Freilichtbühnemit Blick auf die Bühne und leere Zuschauerränge

Die Freilichtbühne Augsburg existiert seit 1928. Wegen baulicher Mängel ist ein sicherer Spielbetrieb auf der Freilichtbühne Augsburg nicht mehr möglich. Foto: Stadt Augsburg

Bei einer erforderlichen Bauwerksuntersuchung der Tribüne, die sich vor allem mit der Statik auseinandergesetzt hat, wurden Schäden bei der Tragwerksstruktur festgestellt. Mehr als die Hälfte der Balken unter der Tribüne müssen saniert werden. Insbesondere der Nachweis der uneingeschränkten Standsicherheit ist durchgängig nicht mehr möglich. Hinzu kommen Schäden an den Techniktürmen, die deren Standsicherheit ebenfalls beeinträchtigen.

Um die Spielzeit 2026 doch zu ermöglichen, wurden vorübergehende Notabstützungen durch ein Statik Büro und die Bauverwaltung untersucht. Das Ergebnis der Untersuchungen liegt der Stadt Augsburg seit Januar 2026 vor. Demnach konnte keine Lösung gefunden werden, die im Rahmen der durch den Spielplan vorgegebenen Fristen gesichert realisierbar gewesen wäre. Weil aus diesem Grund kein sicherer Spielbetrieb mehr gewährleistet werden kann und weil Sicherheit nicht verhandelbar ist, hat die Stadt sich ihrer Verantwortung bewusst unverzüglich entschieden, dass die Freilichtbühne für die Spielzeit 2026 und darüber hinaus nicht mehr zur Verfügung steht. 

Solange die Tragfähigkeit der Statik nachgewiesen war, konnte der Spielbetrieb aufrechterhalten werden. In dem Moment, wo dies nicht mehr gegeben ist, musste die Stadt Augsburg ohne Zögern eine Entscheidung treffen.

Machbarkeitsstudie für Sanierung wird erstellt

Bewusst hat sich die Stadt auch gegen Provisorien und Übergangslösungen samt Risiken entschieden. Stattdessen wird im nächsten Schritt eine Machbarkeitsstudie für die Sanierung des Gesamtareals der Freilichtbühne erstellt. Um diese Leistungen zeitnah zu beauftragen, wird ein Teil der bereits eingestellten Mittel für die geplante Sanierung der Bühne verwendet. Ziel ist es, so schnell wie möglich eine Vorstellung für eine künftige Freilichtbühne im Herzen der Stadt zu haben, die auch die Fragen nach Kosten und Bauzeitenplänen beantwortet.

Kulturreferent Jürgen K. Enninger: „Ergebnis der statischen Untersuchung der Freilichtbühne trifft uns hart“

Kulturreferent Jürgen K. Enninger zur aktuellen Situation: „Das Kulturreferat hat in den zurückliegenden fünf Jahren immer wieder Raum für Kultur in der Stadt geschaffen. Das Ergebnis der statischen Untersuchung der Freilichtbühne trifft uns hart, da wir fest mit einer Bespielung der Freilichtbühne in dieser Spielzeit gerechnet haben. Umso wichtiger ist es jetzt, Sicherheit für die Veranstaltenden und den Ticketverkauf zu schaffen. 

Mit dem Gaswerk-Gelände haben wir eine sehr gute Ausweichspielstätte gefunden. Im nächsten Schritt wird mit höchster Priorität ein Sanierungskonzept für das gesamte Areal der Freilichtbühne erarbeitet, damit auch zukünftig wieder Veranstaltungen an diesem bedeuteten Kulturstandort im Herzen der Stadt erlebt werden können. Nach dem Grundsatz, wonach die Kultur dieser Stadt größer ist als ein Ort, machen wir das Gaswerk-Areal zu unserer Freilichtbühne auf Zeit.“

Gaswerk-Areal dient als Ersatzspielstätte

Die kurzfristige Schließung der Freilichtbühne für die Spielzeit 2026 und für die weiteren Jahre, stellt die Kulturverwaltung der Stadt Augsburg vor große Herausforderungen. Neben der Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie, muss vor allem eine adäquate Ersatzspielstätte zur Verfügung gestellt werden. In Absprache mit den Stadtwerken Augsburg kann die Stadt auf das Gaswerk-Gelände als Ersatzspielstätte zurückgreifen, das entsprechende Voraussetzungen für die Anforderungen des Staatstheaters und der freien Veranstalter bietet. 

Mit dem Anbau des Ofenhauses stehen alle erforderlichen dienenden Räume zur Verfügung. Die Veranstaltungsfläche neben dem Scheibengasbehälter ermöglicht es zudem, die Stadtsommer-Konzerte umzuziehen. Das Gaswerk-Areal ist sowohl mit dem Auto samt Parkhaus auf dem Gelände als auch mit dem Fahrrad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.

Stadtsommer-Konzert-Tickets behalten ihre Gültigkeit

Von den vier geplanten Stadtsommer-Konzerten können Schiller (10. August 2026) und Gerhard Polt & Well-Brüder (11. August 2026) bereits sicher an das Gaswerk verlegt werden. Für das Konzert von Gert Steinbäcker & Special Guest stimmen sich die Co-Veranstaltenden derzeit noch mit den beteiligten Managements ab. Die Band Sportfreunde Stiller wird aufgrund der nicht zur Verfügung stehenden Freilichtbühne das Konzert am 15. August 2026 nicht spielen. Die Rückerstattung der Onlinetickets erfolgt automatisch über den jeweiligen Ticketanbieter. Es muss nichts weiter unternommen werden. Bei Tickets, die in einer Vorverkaufsstelle gekauft wurden, muss eine Mail an: freilichtbuehnenticket@augsburg.de unter Angabe von Mailadresse, Namen und Sitzplatznummer versendet werden.
Bei einer Verlegung behalten sämtliche Tickets ihre Gültigkeit. Da am Gaswerk ein neuer Sitzplan notwendig ist, erhalten alle Besucherinnen und Besucher neue Tickets: Online-Tickets und online erworbene Hardtickets werden zwischen dem 15. März und 30. April 2026 automatisch per E-Mail zugestellt. Hardtickets aus Vorverkaufsstellen müssen dort bis spätestens zum Vortag der Veranstaltung umgetauscht werden.

Neuer Sitzplan nahezu identisch

Der überwiegende Teil der Sitzplätze kann am Gaswerk eins zu eins übernommen werden; lediglich für einen kleineren Anteil ist aufgrund der örtlichen Gegebenheiten eine neue Zuordnung erforderlich. Der neue Sitzplan wird bis 15. März 2026 veröffentlicht und ist ab diesem Zeitpunkt online einsehbar. Sollte ein neuer Sitzplatz wesentlich vom ursprünglichen Plan abweichen oder der neue Veranstaltungsort nicht besucht werden können, ist eine Ticketrückgabe bis 30. April 2026 möglich. Rückfragen und Rückgaben werden über die E-Mail Freilichtbuehnenticket@augsburg.de entgegengenommen. 

Am Gaswerk wird keine Tribüne wie an der Freilichtbühne aufgebaut. Vielmehr finden die Konzerte auf einer ebenen, bestuhlten Fläche statt, die von allen Plätzen eine gute Sicht garantiert. Der Ticketverkauf wird voraussichtlich ab 15. März 2026 wieder aufgenommen.
Vor Ort stehen neben dem Parkhaus auch Gastronomie, sanitäre Anlagen sowie barrierefreie Zugänge zur Verfügung.

Rückerstattung bereits verkaufter Tickets für Freilichtbühnensaison 2026 

Der Vorverkaufsstart für „Spamalot“ auf dem Gaswerk-Areal wird so schnell wie möglich bekannt gegeben und soll im März erfolgen. Sämtliche für die Freilichtbühnensaison 2026 verkauften Tickets werden vom Staatstheater storniert und automatisch rückerstattet. Innerhalb von 30 Tagen bekommen alle Kunden, die bereits ein Ticket besitzen, ihr Geld zurück, ohne dass sie etwas dafür veranlassen müssen - dies gilt für die Zahlung mit PayPal, Mastercard oder Bankeinzug. Kunden, die bar gezahlt haben werden gebeten, sich wegen der Rückerstattung über die E-Mail-Adresse tickets@staatstheater-augsburg.de an den Besucherservice zu wenden.

Wer ein Ticket für die Freilichtbühne besitzt, erhält für die Vorstellungen auf dem Gaswerk-Areal ein einwöchiges Vorkaufsrecht und wird über den Beginn dieses exklusiven Vorverkaufs rechtzeitig per Informationsmail benachrichtigt.(pm)

Weitere Informationen unter augsburg.de/freilichtbuehne