Ein Blick in die Zukunft: Neubau einer Realschule im Augsburger Osten

Im Augsburger Osten soll eine sechszügige Realschule inklusive zugehöriger Außenanlagen und Dreifachturnhalle errichtet werden. Hierbei sollen sämtliche aktuellen pädagogischen Bedarfe (Betreuung, Organisation der Schulen im Bildungshausmodell, Integration der Schule in den Stadtteil uvm.) Berücksichtigung finden.

Mit Beschluss vom 22.10.2024 (vgl. BSV/24/11451) haben der Bau-, Hochbau- und Konversionsausschuss und der Ausschuss für Bildung und Migration in gemeinsamer Sitzung die Verwaltung beauftragt, verschiedene Standortalternativen für die Neuerrichtung einer staatlichen Realschule im Augsburger Osten vertieft zu prüfen. 

Für die Stadtratssitzung im Oktober 2025 wurden von der eingesetzten referatsübergreifenden Arbeitsgruppe fünf Standortalternativen für die Realisierung des Realschulneubaus geprüft. Verschiedene Aspekte wie beispielweise die Flächenverfügbarkeit, der Grundstückszuschnitt, die verkehrliche Anbindung oder die pädagogische Eignung wurden im Rahmen der näheren Untersuchung vertieft betrachtet.

Die Planungen für die Neuerrichtung einer staatlichen Realschule im Augsburger Osten sollen nun am aussichtsreichen Standort Albrecht-Dürer-Straße fortgeführt und forciert werden. Die Verwaltung wurde beauftragt, die weiteren Schritte für die Schaffung der erforderlichen Grundstücksverfügbarkeit an diesem Standort einzuleiten, um sodann die weiteren Planungen fortsetzen zu können. Zusätzlich wurde ein weiterer gut geeigneter Standort, das Areal an der Zugspitzstraße, als potenzieller Ersatzstandort benannt. 


Allgemeines

Q: Warum wird eine neue Realschule benötigt? 

A: Es besteht ein hoher Bedarf an zusätzlichen Schulplätzen im Augsburger Osten. Etwa 700 Schülerinnen und Schüler aus Augsburg besuchen eine Realschule im Umland. Allein aus den Stadtteilen Lechhausen, Firnhaberau und Hammerschmiede besuchen knapp 150 Kinder die Realschule Affing. Vor dem Hintergrund steigender Schülerzahlen ist daher eine sechszügige Realschule mit Platz für ca. 1.080 SchülerInnen geplant. 

Q: An welchem Standort soll die Realschule realisiert werden? 
A: Der Stadtrat hat sich im Oktober 2025 auf den Standort Albrecht-Dürer-Straße (ca. 51.000 m², Stadtbesitz ca. 23 %) festgelegt.

Q: Gibt es Alternativstandorte? 
A: Ja, als Ersatzstandort gilt die Zugspitzstraße (ca. 44.900 m²), für den Fall, dass sich der Standort Albrecht-Dürer-Straße nicht realisieren lässt. Weitere geprüfte Standorte waren Hans-Böckler-Straße, Derchinger Straße und Meraner Straße.

Q: Warum wurden die übrigen Standorte ausgeschlossen?
A: Unter anderem wegen Flächen-/ Grundstücksherausforderungen, Erreichbarkeit, sozialem Umfeld sowie Biotop- und Kaltluftschneisen wäre dort keine sinnvolle Bebauung möglich.

Q: Gibt es eine Zwischenlösung? 
A: Derzeit werden unterschiedliche Standortalternativen als Interim geprüft. Die Kosten für ein solches Interim, dass nur wenige Jahre bis zur Fertigstellung des eigentlichen Schulbaus genutzt werden kann, dürften sich ebenfalls im signifikanten achtstelligen Bereich bewegen – Geld, das für den Realschulneubau bzw. die darüber hinaus bestehenden Bedarfe im Schulbereich fehlt. Anders als bei einem klassischen Schulbau erhält die Stadt Augsburg hierfür keine staatliche Förderung. Zudem wird das Kultusministerium ein Interim nur für zwei Jahre vor dem Einzug in die neue Realschule genehmigen.

Q: Wie ist die derzeitige Beschlusslage? 
A: Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, die Planungen für eine neue staatliche Realschule im Augsburger Osten am Standort Albrecht-Dürer-Straße fortzuführen. Der Standort Zugspitzstraße dient als Ersatzoption, falls Hindernisse auftreten. Der frühere Beschluss für die Hans-Böckler-Straße musste aufgehoben werden, da der Platz für eine Realschule dieser Größe dort nicht ausreicht.


Gebäude und Ausstattung 

Q: Wie groß soll die Schule werden? 
A: Schulgebäude: ca. 15.000 m² BGF, 36 Klassenräume

  • Pausenhof: 4.500–6.000 m²
  • Turnhalle: ca. 3.000 m² mit Tribüne
  • Sportflächen: ca. 14.000 m² (Fußballfeld, Allwetterplatz, Laufbahn, Beachvolleyball uvm.)
  • Infrastruktur: ca. 3.500 m² (Parkplätze, Bushaltestelle, Fahrradstellplätze)

Q: Welche Besonderheiten sind geplant? 
A:   Ganztagsräume nach dem Lernhausprinzip (Klassenzimmer, Räume für Lehrkräfte, Sanitärräume, Forum) 

  • Mehrfachnutzung der Aula und Sportflächen durch Vereine
  • Barrierefreie Stellplätze und gute ÖPNV-Anbindung


Kosten und Finanzierung 

Q: Wie hoch sind die Baukosten? 
A: Ein Grobkostenrahmen wurde anhand der Kennwerte aus dem Baukostenindex erstellt. Dieser beträgt 121 Mio. Euro für den Schulbau am Standort Albrecht-Dürer-Straße. Enthalten sind Bau-, Ausstattungs- und Außenanlagenkosten sowie Risikopauschalen. Grundstückserwerb und Verkehrsanbindung sind in dieser Kostenschätzung nicht enthalten. 

Zu beachten ist zudem, dass die Kosten bei einer baulichen Umsetzung in der Zukunft gemäß der jährlichen Entwicklung des Baupreisindex entsprechend höher ausfallen können.

Q: Welche Zusatzkosten können entstehen? 
A: Je nach Standort sind Mehrkosten für Lärmschutz, Baugrund (hoher Grundwasserstand), Energieversorgung (Fernwärmeanschluss) oder Spartenverlegungen erforderlich. Zudem sind beispielsweise die Kosten für die nötige Grundstücksverfügbarkeit, die öffentliche Erschließung, oder die Bauleitplanung zu berücksichtigen.


Zeitplan 

Q: Wann soll die Schule fertig sein? 
A (Stand: Januar 2026): Für die Umsetzung eines öffentlichen Bauvorhabens in dieser Größenordnung sind verschiedene, zeitintensive Verfahren zu durchlaufen, die seitens der Stadt Augsburg nur bedingt beschleunigt werden können. So muss etwa die nötige Flächenverfügbarkeit sichergestellt werden. Hier ist die Stadt Augsburg auf die Mitwirkung Dritter angewiesen. Auch die Schaffung des nötigen Baurechts (BPlan-Verfahren) ist angesichts der gesetzlichen vorgegebenen Verfahrensschritte langwierig. Hinsichtlich des eigentlichen Schulbaus muss zunächst unter Beachtung der vergaberechtlichen Vorgaben ein geeignetes Architekturbüro gefunden werden. Gleiches gilt in der Folge für die nötigen Spartenplanungen. Nicht zuletzt bedarf es einer schul- und förderrechtlichen Genehmigung seitens der Regierung von Schwaben. Zudem ist zu berücksichtigen, dass der Stadtrat zunächst die nötigen Haushaltsmittel in den städtischen Haushalten bzw. der städtischen Investitionsplanung zur Verfügung stellen muss.

Q: Was sind die weiteren Schritte?

  • 2025: Projektstart, Bedarfsplanung
  • 2026, 2027: Vorplanungsphase (Verkehrsplanung, Erschließung, Grundstücksverfügbarkeit et.
  • 2028: Grundsatzbeschluss, Wettbewerb
  • 2029: Konzeptbeschluss
  • 2031: Projektbeschluss, Baurecht, Bauantrag
  • 2033: Baustart
  • 2036: Fertigstellung

Q: Wie werden der Stadtrat und die Öffentlichkeit informiert?
A: Die Verwaltung berichtet in den Gremien und über die Presse regelmäßig, mindestens aber zweimal jährlich über den aktuellen Sachstand.



Mit Vorliegen der schulaufsichtlichen Genehmigung und der Standortentscheidung ist der Weg frei, die nächsten konkrete Schritte einzuleiten: Hierzu zählen u.a.bauplanungsrechtliche Aufgabenstellungen, die Sicherstellung ausreichender Grundstücksverfügbarkeiten, weitere schulaufsichtliche Genehmigungsverfahren, die Abbildung der nötigen Finanzierungen in den städtischen Haushalten und das nötige Förderverfahren. Somit ist mit einer längerfristigen Abstimmungs- und Prüfungsphase zu rechnen. Ein Grundsatzbeschluss wird für das Jahr 2028 avisiert.
Eine regelmäßige Beschlussfassung bzw. Berichterstattung in den städtischen Gremien ist vorgesehen.



Laut SAGS-Gutachten vom Frühjahr 2022 wird die Anzahl der Schülerinnen und Schüler aus der Bildungsregion Augsburg, die eine Realschule besuchen, bis 2035 laut Prognose von 4.450 auf 5.030 ansteigen. Das Gutachten errechnete für die öffentlichen Realschulen dabei eine negative Pendelbilanz, d.h. ein Plus von rund 650 Schülerinnen und Schülern aus der Stadt Augsburg, die in die Umlandgemeinden pendeln und dort eine Realschule besuchen. Aus diesem Grund hat der Ausschuss für Bildung und Migration beschlossen, dass die Verwaltung die perspektivisch angestrebte Neuerrichtung einer staatlichen Realschule im Augsburger Osten anstreben soll. Am 25. Juli 2023 hat das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus dem Antrag der Stadt Augsburg auf Gründung einer neuen Realschule stattgegeben. Die Weichen für diesen dringend benötigten Schulneubau im Augsburger Osten sind damit gestellt.

Bisher wurden folgende Tagesordnungspunkte in den Ausschüssen bzw. dem Stadtrat behandelt: