Neue Kiefern für den Haunstetter Wald

25.03.2026 11:13 | Stadtwald Umwelt & Soziales

Für den hagelgeschädigten Haunstetter Wald hat die Stadt Augsburg ein Waldschutzkonzept erarbeitet. Das zeigt jetzt erste sichtbare Erfolge: In der Baumschule wachsen jede Menge kleine Kiefern heran, die bereits im Herbst 2026 gesetzt werden können. Laubbäume wurden gepflanzt. Und es gibt spezielle Testflächen für Naturverjüngung.

Ackerfläche, auf der Tausende kleiner Kiefern dicht an dicht heranwachsen; im Rand eine Allee kahler Bäume

Aktuell wachsen in einer Baumschule auf der Schwäbischen Alb Tausende von „Babykiefern“ für den Haunstetter Wald heran. Foto: C. Schlegel

Bereits im vergangenen Jahr hat die städtische Forstverwaltung rund 100 Kilogramm Kiefernzapfen in Füssen geerntet. Das gewonnene Saatgut keimte sehr erfolgreich in einer Baumschule. Im Frühjahr 2026 wurde die Kiefernzapfen-Ernte zusammen mit dem Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen (AGNF) wiederholt. Jetzt können bereits im Herbst 2026 die ersten „Babykiefern“ in den durch Hagel und Klimawandel geschwächten Haunstetter Wald umgesetzt werden. 

Kiefernsamen aus der ehemaligen Lech-Überflutungszone im Allgäu 

Die Kiefernsamen stammen bewusst aus Füssen im Allgäu, weil Kiefern dort im Voralpenraum ähnlichen Standortbedingungen wie in Haunstetten ausgesetzt sind. Damit besitzen die Keimlinge für ihren Standort im Haunstetter Wald geeignete genetische Grundlagen. Mit Unterstützung der Fachstelle Waldnaturschutz am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Krumbach und der Kollegen des AELF Kaufbeuren, wurde der passende Wald in der ehemaligen Überflutungszone des Lechs bei Füssen gefunden.

Kiefern-Naturverjüngung soll auf Versuchsflächen getestet werden 

Kiefern keimen und wachsen am besten auf Kiesböden, sogenannten Rohböden. Solche offenen, steinigen Böden gibt es im Stadtwald kaum noch. Zwar liegt der Stadtwald auf alten Kiesablagerungen des Lechs, diese werden aber nicht mehr überschwemmt. Damit Kiefern wieder keimen, schafft die Forstverwaltung diese offenen Rohböden künstlich auf neun jeweils zehn mal zehn Meter großen Testflächen. 

Während auf fünf Flächen Wandkies aus Gablingen und Bobingen aufgetragen wurde, wurde auf den anderen vier Flächen die oberste Gras- und Pflanzenschicht entfernt. Die Testflächen sollen die früher typischen Lech-Kiesbänke nachahmen, als ob der Fluss Kiesbänke aufschütten und Vegetation mitreißen würde. 

Zusammen mit Rangerin Anne-Marie Heinze will Christian Ripperger, Revierleiter für das Revier Haustetten, herausfinden, ob sich auf diesen künstlich geschaffenen Flächen Kiefern von selbst ansiedeln und auf welchen Flächen die Samen besser keimen. 

Auch Laubbäume werden im Stadtwald nachgepflanzt 

Im letzten Herbst hat die Forstverwaltung damit begonnen, die ersten Mischbaumarten iim betroffenen Gebiet zu pflanzen. Mittlerweile sind zwölf Hektar Wald mit Traubeneiche, Elsbeere, Speierling und Mehlbeere verjüngt. Heuer finden dort noch Flatterulme, Winterlinde, Mehlbeere und Zitterpappel ihre neue Heimat. „Die Bäume werden händisch von unseren eigenen Forstwirten in den Wald gepflanzt“, erklärt Christian Ripperger. „Die jungen Kiefern kommen dann im Herbst dazu, wenn sie eineinhalb Jahre alt sind“, so der Revierleiter. 

Damit die Pflanzungen stattfinden können, mussten noch einmal abgestorbene Kiefern gefällt oder gekappt werden. 

Das Waldschutzkonzept der Stadt Augsburg 

Nachdem Hagel und Klimawandel den Kiefernwald in Haunstetten so stark geschwächt haben, dass er sich aus eigener Kraft nicht erholen kann, hat die Stadt Augsburg ein Waldschutzkonzept erarbeitet. Um den besonders schützenswerten Lebensraum der „Lichten Schneeheide-Kiefernwälder" zu erhalten und den Wald zu verjüngen, gehört zum Konzept das Fällen abgestorbener Bäume genauso, wie neue Baumpflanzungen sowie das Anlegen von Versuchsflächen zur Beobachtung der Naturverjüngungsdynamik. (pm/swo)

 Weitere Informationen zur Erhaltung des Kiefernwaldes in Haustetten auf augsburg.de/kiefernwald