Mozartstraße: Gedenktafel für ehemalige jüdische Bewohner
Im Haus Mozartstraße 5 ½ waren zwischen 1939 und 1943 insgesamt 28 Jüdinnen und Juden zwangsweise einquartiert. Am heutigen Mittwoch wurde an der Fassade eine Tafel enthüllt. Sie erinnert an das Schicksal der Betroffenen.
Diese Gedenktafel wurde am heutigen Mittwoch am Haus Mozartstraße 5 ½ enthüllt. Foto: Julia Tillmann/Stadt Augsburg
Fast alle von ihnen wurden von den Nationalsozialisten in Ghettos und KZs (Auschwitz, Theresienstadt, Piaski) deportiert und ermordet. Nur fünf überlebten die Verfolgung. Zur Erinnerung an die Bewohner dieses ehemaligen „Ghettohauses“ hat die Stadt Augsburg eine Gedenktafel angebracht. Diese wurde am heutigen Mittwoch. 22. April, in einem kleinen Gedenkakt von Oberbürgermeisterin Eva Weber enthüllt.
„Ghettohäuser“: Historischer Hintergrund
Nach der Machtübernahme 1933 schränkten die Nationalsozialisten die Rechte der jüdischen Bevölkerung immer stärker ein. Ab 1939 zwangen die Wohnungsbehörden auch in Augsburg Jüdinnen und Juden in bestimmte Häuser in jüdischem Besitz einzuziehen. So wurde die im Deutschen Reich verbliebene jüdische Bevölkerung isoliert und kontrollierbar gemacht. Für viele der Bewohnerinnen und Bewohner stellten diese Häuser die erste Station auf dem Weg zur Deportation und Ermordung dar.
Zahlreiche weitere Adressen in Augsburg
Weitere „Ghettohäuser“ befanden sich
- in der Halderstraße,
- in der Bahnhofstraße,
- in der Hallstraße,
- in der Ulmer Straße,
- in der Gieseckstraße,
- in der Brunhildenstraße
- und an zahlreichen weiteren Adressen.
Bereits 2022 wurde am ehemaligen „Ghettohaus“ in der Hallstraße 14 eine Gedenktafel angebracht. Die Geschichte des Hauses Mozartstraße 5 ½ wurde vom Augsburger Historiker Alfred Hausmann im Auftrag der Stadt erforscht. (pm/rs)
Weitere Informationen auf augsburg.de/erinnerungskultur.