Monty Python’s Spamalot auf der Sommerbühne - Vier Vorstellungen mit inklusiven Angeboten

15.07.2026 13:42 | Behindertenbeirat Behindertenbeirat

Für das Sommermusical »Monty Python’s Spamalot« bietet das Staatstheater ein erweitertes Inklusionsangebot: Die Vorstellungen am 18. und 19. Juli wird ein renommiertes Deaf Performer-Team in Gebärdensprache (DGS) dolmetschen. Am 24. und 25. Juli bekommen Menschen mit Sehbehinderung Live-Audiodeskription und eine Tasteinführung geboten.

Szenenbild von der Aufführung "Spamalot" auf der Sommerbühne im Gaswerk. Rot und weiß gekleidete Schauspieler tanzen

Foto: Jan-Pieter Fuhr

Bereits seit 2018 konzipiert das Staatstheater auch für seine Open-Air-Veranstaltungen professionelle Unterstützung für Menschen mit Hör- beziehungsweise Sehbehinderung. Erstmals werden diese Angebote nun bei unterschiedlichen Vorstellungen durchgeführt, um alle, die teilnehmen, möglichst optimal betreuen zu können. 

Bei den Vorstellungen mit Gebärdensprachverdolmetschung (DGS) (18. & 19.07.) werden alle Dialoge und Lieder in DGS übersetzt. Dafür sind gleichzeitig eine Deaf Performerin und ein Deaf Performer auf der Bühne. Dass Dolmetscher, die selbst taub sind, die Dialoge übersetzen, ist eine Neuerung, die das Staatstheater bereits in anderen Inszenierungen mit großem Erfolg umgesetzt hat: »Das macht für unser gebärdensprachkompetentes Publikum einen riesigen Unterschied und war ein großer Wunsch aus der Community«, erklärt der Leitende Hausregisseur David Ortmann, der am Staatstheater auch das Inklusionsprogramm verantwortet. »Gehörlose Performerinnen und Performer finden beispielsweise besonders verständliche Bilder in ihrer Muttersprache. Zudem muss es eine Selbstverständlichkeit sein, dass Menschen mit Behinderungen nicht nur im Publikum, sondern auch auf der Bühne zu sehen sind«, so Ortmann.      

Das Staatstheater hat mit Sabine Scherbel und Eyk Kauli zwei sehr renommierte Kräfte für diese Aufgabe verpflichtet – sie werden zeitgleich vom Bühnenrand aus übersetzen. Sabine Scherbel verdolmetschte unter anderem den beliebten Film »Barbie« in die deutsche Gebärdensprache (DGS). Eyk Kauli war mit der Gebärdensprache in vielen renommierten Film-Produktionen, unter anderem des ZDF, tätig. Beide arbeiten regelmäßig für verschiedene Theater in Deutschland.

Außerdem gibt es in beiden verdolmetschten Vorstellungen von »Monty Python‘s Spamalot« deutsche »Untertitel für die Hosentasche«, die über einen QR-Code an der Abendkasse auf dem eigenen Smartphone aktiviert werden können, wahlweise auch mit Beschreibungen.

Die Vorstellungen mit Audiodeskription und Tasteinführung (24. & 25.07.) richten sich an Menschen mit Sehbehinderung. Die visuellen Vorgänge auf der Bühne werden dann live eingesprochen und auf ein individuelles Empfangsgerät, das jeder in die Hand bekommt, übertragen. Die Tast-Einführung findet um 19.15 Uhr in einem Zelt - und damit im geschützten Rahmen - statt. Durch Requisiten, Kostüme und Bühnenbild-Oberflächen wird so die Inszenierung von »Monty Python’s Spamalot« nahbar. Auch hier arbeitet ein mixed-abled Team zusammen, also mit einer sehenden und einer blinden Autorin. Claudia Böhme und Karola Schweinbeck zeichnen bereits seit 2018 für alle Audiodeskriptionen am Staatstheater verantwortlich und wurden für Ihre Arbeit u.a. mit dem Deutschen Hörfilmpreis ausgezeichnet.

Ticketkauf:

Wer an den Inklusionsangeboten teilnehmen möchte, wird gebeten, die Tickets per Telefon oder E-Mail beim Besucherservice zu bestellen und dabei das Stichwort »Audiodeskription« oder »Gebärdensprache« anzugeben. Nur so ist der Platz auch in einem extra reservierten Bereich buchbar, der den optimalen Blick auf die Dolmetschenden bzw. den besten Empfang für die Audiodeskription bietet.

Zuletzt aktualisiert am: 15.07.2026