Kommunale Entwicklungszusammenarbeit

Weltweit stehen Kommunen vor ähnlichen Herausforderungen. In der Entwicklungszusammenarbeit können sie diesen gemeinsam begegnen. Daher beabsichtigt die Stadt Augsburg ihre Potentiale zu nutzen und Kommunen im Globalen Süden zu unterstützen.

Globale Herausforderungen – lokale Lösungen

Die Weltgemeinschaft steht vor enormen Herausforderungen. Noch immer leben 700 Millionen Menschen in absoluter Armut, noch immer sind mehr als 65 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Der Klimawandel und das rasante Wachstum von Städten bergen enorme Risiken für die Weltbevölkerung. Diese Herausforderungen sind nur durch kollektives Handeln zu bewältigen.

Augsburg begreift sich als Teil einer globalen Verantwortungsgemeinschaft. In der Bewältigung der globalen Herausforderungen kann die Stadt einen wichtigen Beitrag leisten: Durch ihre Nähe zu den Menschen, zu Unternehmen und zu vielfältigen lokalen Initiativen sowie durch ihre Kompetenzen auf dem Gebiet der Daseinsvorsorge ist sie eine wichtige Wissensträgerin in der globalen Gemeinschaft.

Vor diesem Hintergrund verstärkt die Stadt ihre Bemühungen in der Entwicklungszusammenarbeit. Damit will sie durch den Austausch von Erfahrungen und Wissen sowie das zur Verfügung stellen von Ressourcen zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Ländern des Globalen Süden beitragen.

 

Wichtige Referenzrahmen

Die Notwendigkeit kommunaler Entwicklungszusammenarbeit leitet sich aus den globalen 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals - SDGs) der Vereinten Nationen ab. Ziel 11 nimmt dabei die Kommunen explizit in die Pflicht und fordert „Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig [zu] machen“. Aber auch weitere Nachhaltigkeitsziele wie „Abfallaufkommen verringern“, „sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen gewährleisten“ und „bezahlbare und saubere Energie sichern“ können ohne die Kommunen nicht erreicht werden.

Auf bundespolitischer Ebene hat zuletzt die Innenministerkonferenz im Juni 2019 in Kiel die Bedeutung kommunaler Entwicklungszusammenarbeit unterstrichen und als wesentliches Element zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele anerkannt.

Auch die Augsburger Zukunftsleitlinien betonen die Wichtigkeit internationaler Zusammenarbeit. Beispielsweise wird in Ziel K1.3 die internationale Zusammenarbeit aus globaler Verantwortung angeführt. Außerdem verbessert die internationale Zusammenarbeit das Profil und Image der Stadt (Unterziel K1.4) und fördert das globale Miteinander und den Perspektivwechsel (Unterziel K3.1).

 

Augsburger Potentiale nutzen

Die Stadt Augsburg kann auf ein großes Potential zurückgreifen. Bereits seit 1995 verfolgt die Stadt mit dem Prozess „Lokale Agenda 21 – für ein zukunftsfähiges Augsburg“ das Ziel nachhaltiger Entwicklung. In vielen Agendaforen setzen sich Bürgerinnen und Bürger explizit mit entwicklungspolitischen Fragestellungen auseinander. Zudem finden sich in der Stadtgesellschaft viele wertvolle Wissensträger zu kommunalen Themen wie beispielsweise zur Abfallwirtschaft, Energieversorgung, Wasserver- und entsorgung oder zu Umwelttechnologien. Dieses Potential beabsichtigt die Stadt Augsburg für die Partnerschaftsarbeit zu nutzen.


 

"Alles Leben ist lokal. Wir alle leben in einer Kommune. Sie ist der Ort, an dem wir die Zukunft gestalten."

Dr. Gerd Müller, MdB
Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung