Das Gaswerk Augsburg. Foto: Thomas Hosemann

Das Gaswerk

Das Gaswerk-Areal soll ein neuer, kreativer und dynamischer Raum für Augsburg werden – und ein den ganzen Stadtteil Oberhausen aufwertendes Quartier. Das Ziel ist, einen belebten und pulsierenden Ort für Künstler, Kreative und Gewerbetreibende zu schaffen. Das Theater Augsburg plant dort seine Interimsspielstätte für die Zeit der Sanierung. Die Mieter des Kulturparks West sollen eine dauerhafte Bleibe für ihre Ateliers, Proberäume und mehr erhalten.

Es ist ein bedeutendes Juwel der Industriegeschichte und soll schon bald mit Leben erfüllt sein: Die Stadtwerke Augsburg (swa) putzen ab Herbst 2016 das Gaswerk für seine künftige Nutzung heraus. 2018 bezieht das Theater hier seine Interimsstätte. Bereits ab 2017 werden die ersten Künstler und Bands aus dem Kulturpark West ihre neuen Ateliers und Übungsräume beziehen können.

Das ehemalige Ofenhaus soll Interimsstätte der Schauspiel-Sparte des Theaters werden. Hier wird auf einer Zwischendecke die Brechtbühne installiert. Hinter dem Ofenhaus entstehen in einem Neubau Werkstätten und Ateliers fürs Theater, aber auch für Künstler und Musiker. Wenn das Theater nach der Sanierung zurück an den Kennedy-Platz zieht, soll die Bühne weiterhin als Ort für Aufführungen und Veranstaltungen genutzt werden können.

Kreative und Kunstschaffende werden in fünf Gebäuden ihre neue Heimat finden. Auf bis zu 5000 Quadratmetern Netto-Fläche entstehen Ateliers, Proberäume und Werkstätten. Die Fläche war eine Vorgabe der Stadt, denn laut Kulturreferent Thomas Weitzel soll niemand, der bislang im KuPa West eingemietet ist, nach 2017 auf der Straße stehen.

Eigentümer des Geländes bleiben die swa. Sie renovieren die Gebäude und unterteilen sie in Einzelräume. Neben den Künstlern sollen auch Gastronomie, Kreativwirtschaft und kulturnahe Branchen angesiedelt werden. Grundsätzlich soll das Areal stark bespielt werden, damit es sich zu einem Treffpunkt und einer Aufwertung der angrenzenden Stadtteile Oberhausen, Kriegshaber und Bärenkeller entwickelt.

Die Zukunftswerkstatt Gaswerk

Im Juni 2014 hat der Kulturausschuss die „Zukunftswerkstatt Gaswerk“ beschlossen: Die Bürger sollten ihre Wünsche und Bedürfnisse in Bezug auf das Gaswerk-Gelände mitteilen. Diese flossen in die Workshops ein, in die eigentliche Zukunftswerkstatt am 15. November 2014 sowie in den Prozess der Dokumentation und Auswertung.

Was ist die Zukunftswerkstatt Gaswerk?

Die Zukunftswerkstatt hat auf die im Januar 2014 öffentlich und Stadtrat vorgestellte Machbarkeitsstudie der Stadtwerke zum Gaswerk aufgesattelt. Diese hat gezeigt, dass ein Umzug des heutigen Kulturparks West auf das Gelände möglich ist. Darüber hinaus bietet das Gelände weitere Potenziale.

Ende Juni 2014 stellte Dr. Bastian Lange im Stadtrat die Konzeption zur Zukunftswerkstatt Gaswerk vor. Der Eigentümer des Geländes, die Stadtwerke Augsburg, hatte sie in Auftrag gegeben.

Im August wurde zu den vorbereitenden Workshops eingeladen. Anfang September wurden Führungen über das Gelände für die Teilnehmer angeboten. Dieses Angebot nahmen etwa 90 Personen wahr.

Am Ende der Zukunftswerkstatt wurden die Ergebnisse durch das Team um Dr. Bastian Lange aufbereitet und dem Stadtrat und den Stadtwerken vorgestellt. Stadtrat und Stadtwerke werden die Erkenntnisse für die Findung zukünftiger Entscheidungen nutzen.

Sicher ist allerdings auch, dass nicht alle Wünsche und Ideen umgesetzt werden können.

Die Leitlinien des Moderationskonzeptes:

  • Offenheit
  • Vielstimmigkeit
  • Leisen Stimmen Gehör verschaffen
  • Gleichberechtigung der Meinungen
  • Sicherstellung der Zielerwartung

Wie lief die Zukunftswerkstatt ab?

Die Zukunftswerkstatt gliederte sich in jeweils sechs vorbereitende, geladene Workshops in verschiedenen, sogenannten Fokusgruppen.
Die sechs Fokusgruppen sind:

1. Anwohner aus Kriegshaber und Oberhausen sowie Vertreter anderer Stadtteile
Workshop am 27. September 2014 im Verwaltungszentrum Augsburg, Blaue Kappe.

2. (Kreative) Gewerbe und Dienstleister, Nahumfeld und ähnliches
Workshop am 10.Oktober 2014  im Verwaltungszentrum Augsburg, Blaue Kappe.

3. Kultur-, Kreativwirtschaft und Gastronomie
Workshop am 9. Oktober 2014 im Verwaltungszentrum Augsburg, Blaue Kappe.

4. Künstler, Musiker und aktuellen Nutzer des heutigen Kulturpark West
Workshop am 11. Oktober 2014 

5. Künstler, Musiker, Jugend- und Interkultur
Workshop am 26. September 2014  im Verwaltungszentrum Augsburg, Blaue Kappe.

6. Universität, Hochschule, Institutionen und Architekten u.a.
Workshop am 10. Oktober 2014 im Verwaltungszentrum Augsburg, Blaue Kappe.

Zeitgleich fand eine Onlinebeteiligung statt. Hierbei konnten alle Bürger Ihre Ideen und Anregungen für das Gelände einbringen. Diese wurden sowohl in die Workshops, wie auch in die eigentliche Zukunftswerkstatt im November und den Prozess der Dokumentation und Auswertung eingespeist.

Die Zukunftswerkstatt selbst fand am 15. November 2014 im Rathaus statt. Hier wurden mit dem Input aus den vorbereitenden Workshops und der Onlinebeteiligung die Ergebnisse öffentlich besprochen und diskutiert.

Wie wurden die Teilnehmer der Workshops ausgewählt?

Für die vorbereitenden Workshops war es das Ziel, aus einer bestimmten Fokusgruppe (Personengruppe) jeweils etwa 45 bis 60 Personen eines breiten Querschnitts einzuladen, um arbeitsfähige Gruppen von etwa 15 bis 25 tatsächlich teilnehmenden Personen zu bekommen.

Einzige Ausnahmen sind die heutigen Mieter des Kulturparks West, die unmittelbar vom geplanten Umzug betroffen sind. Hier sind alle heutigen Mieter zu einem eigenen Workshop am Samstag, 11. Oktober eingeladen.

Es wurden insgesamt etwa 390 Einzelpersonen eigeladen, wobei auch für einen Verein, ein Unternehmen o.ä. ebenfalls immer nur eine Person zu den Workshops eingeladen wurde. Dies sichert die gleichberechtigte Teilnahme.

An dem Prozess der Zukunftswerkstatt sind das Baureferat, das Kulturreferat sowie das Wirtschaft- und Finanzreferat beteiligt. Die Einladungslisten der vorbereitenden Workshops wurden gemeinschaftlich von den drei Referaten erstellt. Es waren hierbei mehr als zehn Personen der beteiligten Referate und Ämter beteiligt, die Ihre Kompetenzen je nach Zielgruppe eingebracht bzw. federführend die Listen erstellt haben.

Wie sichern die Moderatoren die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt?

Eine Zukunftswerkstatt bedarf eines klaren Moderationskonzeptes in verständlicher Sprache. Sie sollte sicherstellen, dass die Ergebnisse aus Workshops und Beteiligungsverfahren unverändert Eingang in die finale Agenda und die Dokumentation hatten, die dem Stadtrat und den Stadtwerken im Januar 2015 präsentiert wurde.

Der Augsburger Stadtrat erhielt somit ungefilterte Meinungen und Erträge der Mitwirkenden. Moderatoren und Organisatoren trugen Sorge dafür, dass die Ergebnisse und die Resultate nicht fachsprachlich verklausuliert oder modifiziert werden. Zeitgleich wurde möglichst aktuell auf dieser Website aus den Workshops berichtet.

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