Kommunales Energiemanagement

Das Kommunale Energiemanagement (KEM) fördert den effizienten Umgang mit Wasser, Strom und Wärme. Augsburg hat eine Vorreiterrolle bei der rationalen Energieverwendung. Gerade von den Kommunen können entscheidende Impulse zur Klimaentlastung, aber auch zur Entlastung der öffentlichen Kassen ausgehen – durch effektive Schritte zur nachhaltigen Senkung des Energieverbrauchs. Basierend auf exakten Analysen werden Energiesparstrategien entwickelt. Öffentliche Einrichtungen, Schulen und Kindergärten tragen so maßgeblich dazu bei, die Klimaziele der Umweltstadt Augsburg zu erreichen.

ÖKOPROFIT Augsburg Schule

Das bereits in der Wirtschaft etablierte ÖKOPROFIT-Projektkonzept (Ökologisches Projekt für Integrierte Umwelttechnik) wird auf Schulen übertragen und speziell auf deren Bedürfnisse ausgerichtet. Es dient als Ergänzung und Vertiefung der Arbeit des Kommunalen Energiemanagements und der Umweltstation Augsburg. Eingebunden in ein Gruppenprojekt erhalten Schulen in Workshops und Vor-Ort-Terminen Hilfestellung bei der Verbesserung ihres Umwelt- und Klimaschutzes. Die teilnehmenden Schulen werden auch bei der Entwicklung und Umsetzung konkreter Projekte mit den Schülern unterstützt.

Mit dem Projekt sollen der Umweltschutzgedanke und die Energieeffizienz in den teilnehmenden Schulen verbessert werden. Dies wird durch umweltpädagogische Maßnahmen und durch Maßnahmen zur energetischen Verbesserung der Liegenschaften erreicht. Das ÖKOPROFIT-Projektkonzept wird dabei in das bereits beim Kommunalen Energiemanagement bestehende Öko-Schulprogramm integriert.

 

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit fördert das dreijährige Projekt ÖKOPROFIT Schule mit einem Zuschuss in Höhe von 65 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben (Förderkennzeichen: 03KS4446).

 

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Aktivitäten, die einen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten. Sie decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab, von der Konzepterstellung bis hin zu investiven Maßnahmen. Von den Programmen und Projekten der Nationalen Klimaschutzinitiative profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Kommunen, Unternehmen und Bildungseinrichtungen.

Der Träger dieses Projekts ist der Projektträger Jülich.

Das Projekt ÖKOPROFIT Augsburg Schule wurde gemäß Projektgenehmigung am 31.08.2015 nach drei Jahren erfolgreich beendet.

Öko-Schulprogramm zur Energie- und CO2-Einsparung

Das Öko-Schulprogramm ist ein Energieeinsparprogramm für die öffentlichen Schulen der Stadt Augsburg, das vom Kommunalen Energiemanagement der Stadt Augsburg durchgeführt wird. Lehrer, Schüler und Hausmeister sind als wichtige Akteure eingebunden. Bei einer erfolgreichen Teilnahme können die Schulen und Hausmeister pro Jahr eine Prämie erhalten. Das Öko-Schulprogramm bietet den Schulen Unterstützung in den folgenden Bereichen an:

  • Pädagogisches Prämienmodell (finanzielles Anreizmodell)
  • Workshops für Kontaktlehrer gezielte Unterstützung und Förderung von Projekten durch Know-how, Finanzmittel und Geräte (Steckdosenleisten, Schaltuhren, Temperaturwächter etc.)
  • Ausbildung von Schülerinnen und Schülern zu Energiedetektiven (zusammen mit den Stadtwerken)
  • Verleih von Energiemesskoffern und dem Energiefahrrad
  • Begehungen und technische Untersuchungen mit Einbeziehung von Nutzerverhalten und technisch-baulichen Vorrausetzungen 

Energiekonzepte

  1. Das Kommunale Energiemanagement (KEM) vergibt seit einigen Jahren Energiestudien an bestehenden städtischen Gebäuden. Seit 2011 wurden drei umfassende Machbarkeitsstudien zu energetischen und wirtschaftlichen Untersuchungen an Augsburger Schulen erstellt. An den drei Gebäuden werden exemplarisch jeweils in einem Mehrstufenmodell die Machbarkeit einer energetischen Sanierung nach gültiger EnEV bzw. bei Passivhaussanierung aufgezeigt. Zusätzlich zu diesen Untersuchungen wurden die Kosten für eine brandschutztechnisch/schallschutztechnische Sanierung und weiteren dringend notwendigen Maßnahmen erfasst. So erhält man einen Überblick über eine nahezu Generalsanierung des Gebäudes. Diese Kosten wurden Neubaukosten gegenüber gestellt.Diese umfangreichen Untersuchungen wurden in Erwartung zusätzlicher Fördergelder der Bundesregierung in Auftrag gegeben. Die Planungen sollten soweit vorbereitet werden, dass kurzfristige Antragstellungen mit hoher Kostensicherheit möglich sind, damit potentielle Förderprogramme durch die Stadt maximal ausgeschöpft werden können.   Alle drei Machbarkeitsstudien wurden bereits im Bauausschuss der Stadtverwaltung und im Schulverwaltungsamt vorgestellt.
  2. Alle Schul-Studien wurden gefördert aus dem Programm „Rationelle Energiegewinnung und -verwendung” des Bayerischen Wirtschaftsministeriums in Form eines 50-prozentigen Zuschusses. Fördergeber ist das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie.

     

  3. Das KEM hat 2014 eine weitere Energiestudie beauftragt und fertig gestellt. Das Thema: „Machbarkeitsstudie zur energetischen Sanierung der Heizungs- und Lüftungsanlage des Stadtmarktes der Stadt Augsburg“. Vorrangigstes Ziel hierbei war die Substitution der maroden Dampfkesselanlage mit dem Ziel des Anschlusses an das bestehende Fernwärmenetz, das zu einem Großteil mit der Einspeisung regenerativer Energien betrieben wird. Hierbei wurden die Aspekte der wirtschaftlichen Vertretbarkeit und der Vorbildwirkung der Stadt hinsichtlich Energieeffizienz berücksichtigt.
    Die Machbarkeitsstudie wurde durch die Bayerische Staatsregierung über das Programm „Programm zur Förderung innovativer Energietechnologien und der Energieeffizienz (BAYINVENT) mit einem Zuschuss gefördert.
    Förderbescheid: Nr.: 0705/68675/94/14

Energieberichte

Im Energiebericht 2014 findet man Energie- und Wasserverbräuche von 182 städtischen Nichtwohngebäuden. Er legt gleichzeitig Rechenschaft über die vom Kommunalen Energiemanagement im letzten Jahr geleistete Arbeit ab. Da rund 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs auf den Gebäudesektor entfallen, ist energetisches Sanieren und energieeffizientes Bauen ein zentraler Ansatzpunkt für eine erfolgreiche Energiewende.

Die Kommunen und damit auch ihr Kommunales Energiemanagement spielen eine maßgebliche Rolle bei der energiepolitischen Zielsetzung der Bundesrepublik, bis zum Jahr 2050 die Energieversorgung nahezu vollständig aus erneuerbaren Energien zu realisieren. Somit kommt der Stadt Augsburg mit ihrem Gebäudebestand eine Vorbildfunktion gegenüber der Bürgerschaft und der Privatwirtschaft zu. Der Energiebericht 2014 zeigt Maßnahmen und Erfolge, die zu einem verantwortungsvollen und effizienten Umgang mit Energieressourcen führen. Die Grundlage des vorliegenden Berichtes bilden die gebäudeartenbezogenen Verbrauchs- und Kostenergebnisse der Jahre 2012 und 2013.

Förderprojekte

Das BMUB vergibt seit 2011 Fördergelder für die Erneuerung der kommunalen Beleuchtung mit LED-Technik – im Rahmen der Klimaschutzrichtlinie zur Reduzierung der CO2-Emission. 2013 und 2014 wird auch die Sanierung der Innenbeleuchtung mit LED-Technologie gefördert. Dadurch erhalten Städte die Chance, ihre veraltete uneffiziente Beleuchtung auf den neuesten Stand zu bringen und damit langfristig Energie zu sparen sowie die Umwelt zu entlasten. Das KEM hat für folgende Projekte über das BMUB Förderanträge gestellt und Zuwendungsbescheide erhalten:

  • Erneuerung der Spielfeldbeleuchtung des Curt-Frenzel-Stadions
    Im Zuge der Einhausung des Curt-Frenzel-Stadions soll die vorhandene veraltete Beleuchtungsanlage aus energetischen Gründen durch LED-Beleuchtung ersetzt werden. Geplant ist eine hocheffiziente HDTV-fähige Beleuchtungsanlage mit einer horizontalen Beleuchtungsstärke von 1500 Lux und einer vertikalen Beleuchtungsstärke von 1000 Lux.
    Förderkennzeichen: 03KS5387
    Laufzeit des Projekts: Juni 2013 bis September 2014
  • Erneuerung der Klassenzimmer- und Flurbeleuchtung in der VS Hammerschmiede
    Die veraltete energieintensive Beleuchtung in den Klassenräumen und Fluren des Schulgebäudes soll durch eine LED-Beleuchtung, zum Teil mit Präsenzmeldern, ersetzt werden.
    Förderkennzeichen: 03KS5288
    Laufzeit des Projekts:  August 2013 bis Juni 2014
  • Erneuerung der Klassenzimmer- und Flurbeleuchtung in der Agnes-Bernauer Realschule
    Die veraltete energieintensive Beleuchtung in den Klassenräumen und Fluren des Schulgebäudes soll durch eine LED-Beleuchtung, zum Teil mit Präsenzmeldern, ersetzt werden.
    Förderkennzeichen: 03KS5286
    Laufzeit des Projekts:  Januar 2014 bis Septemper 2014
  • Sanierung der Innenbeleuchtung der Toskanischen Säulenhalle im Gebäude Zeughaus der Stadt Augsburg
    Die vorhandene Beleuchtung besteht aus 30 Pendelleuchten als Grundbeleuchtung mit jeweils 150 W sowie 160 Strahlern mit jeweils 50W. Die Beleuchtung ist sehr energieintensiv und soll durch 150  LED-Strahler mit Präsenzmeldern als Grund- und Akzentbeleuchtung ersetzt werden.
    Förderkennzeichen: 03K01212
    Laufzeit des Projektes: Oktober 2014 bis September 2015
  • Sanierung der Innenbeleuchtung der Aula der RWS/FOS/BOS
    Die vorhandene Beleuchtungsanlage der Aula der RWS/FOS/BOS besteht aus 250 St. Reflektorleuchten mit jeweils 70-W-Halogen-Leuchtmitteln. Die Beleuchtung ist sehr energieintensiv, veraltet und wird lediglich mit der Hand geschaltet. Es ist geplant, die Beleuchtung durch energiesparende LED-Leuchten einschließlich einer Dali-Steuerung zu ersetzen. Hierfür liegt ein entsprechender Zuwendungsbescheid vom BMUB vor.
    Förderkennzeichen: 03K00226
    Laufzeit des Projektes: 01.05.2015 bis 30.04.2016
  • Sanierung der Innenbeleuchtung der Kindertagesstätte Dudenstraße
    Die vorhandene Beleuchtung in den Gruppenräumen besteht aus veralteten, abgependelten Leuchten als Grundbeleuchtung. Die Beleuchtung ist sehr energieintensiv und soll durch LED-Leuchten teilweise mit Präsenzmeldern ersetzt werden. Hierfür liegt ein Förderbescheid vom BMUB vor.
    Förderkennzeichen: 03K01302
    Laufzeit des Projektes: 01.01.2015 bis 31.12.2015
     
  • Sanierung der Lüftungsanlage in der Turnhalle des Rudolf- Diesel- Gymnasiums
    Die Lüftungsanlage der Turnhalle besteht aus drei baugleichen Geräten mit einer Gesamtluftleistung von 33.000 m³/h. Die Anlagen haben ihre Lebensdauer erreicht, die Regelung ist defekt, die Geräte sind energetisch schlecht, weil sie keine Wärmerückgewinnung haben. Es ist geplant die drei Lüftungsgeräte einschließlich der Regelung durch ein einzelnes Zentrallüftungsgerät mit Wärmetauscher zu ersetzen. Somit kann ein großer Teil der in der Abluft enthaltenen Energie zur Erwärmung der Außenluft genutzt werden.
    Förderkennzeichen: 03K00471
    Laufzeit des Projektes: April 2015 bis März 2016
     
  • Sanierung der Innenbeleuchtung in der Wittelsbacher VS
    Die veraltete energieintensive Beleuchtung bestehend aus Leuchtstoffröhren mit VVG Vorschaltgeräten soll durch eine LED-Beleuchtung mit Steuerung ersetzt werden. Es werden LED Anbauleuchten mit Lichtsteuerung eingesetzt, die Flure erhalten Bewegungsmelder.
    Förderkennzeichen: 03K01971
    Laufzeit des Projektes: Januar 2016 bis Dezember 2016
     
  • Sanierung der Innenbeleuchtung RWS/FOS/BOS Flure und Treppenhaus im MB2
    Die Beleuchtungsanlage in den großen Flur- und Treppenhausbereichen aus dem Jahr 1975 ist sehr energieintensiv und ohne Regelung. Im Rahmen einer Gesamtmaßnahme an der Schule soll die veraltete Beleuchtung erneuert werden. Die Leuchtstoffröhren mit VVG Vorschaltgeräten sollen durch abgependelte LED-Leuchten mit Tageslicht- bzw. Tageslicht- und Präsenzsteuerung ersetzt werden.
    Förderkennzeichen: 03K02022
    Laufzeit des Projektes: März 2016 bis Dezember 2017
     
    Erneuerung der Flurbeleuchtung der Bebo Wager Berufsschule Haunstetten
    Die Beleuchtungsanlage in den großen Flur- und Treppenhausbereichen aus den Entstehungsjahren 1967 ff ist sehr energieintensiv und ohne Regelung. Im Rahmen der verschiedenen Maßnahmen im Bereich der Brandschutzsanierung an der Schule in den kommenden Jahren soll die veraltete Beleuchtung erneuert werden. Die Leuchtstoffröhren mit KVG Vorschaltgeräten sollen durch energiesparende LED-Leuchten mit Präsenzsteuerung ersetzt werden.
    Förderkennzeichen: 03K03828
    Laufzeit des Projektes: März 2017 bis August 2019
  • Sanierung der Hallenbeleuchtung in der Eislaufhalle Haunstetten
    Die Beleuchtungsanlage der Eishalle Haunstetten besteht momentan aus 63 St. Halogen- Metalldampflampen mit einer hohen Anschlussleistung von jeweils 460 W. Diese sollen durch 54 St. energiesparende LED- Leuchten mit jeweils 227 W ersetzt werden, um die Energiekosten des Gebäudes drastisch zu senken und CO2 einzusparen.
    Förderkennzeichen: 03K03236
    Laufzeit des Projektes: Januar 2017 bis Dezember 2017

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit fördert die genannten Projekte wie folgt:

  • Die im Jahr 2013 beantragten Projekte 1 bis 3 mit einem Zuschuss in Höhe von 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben
  • Das im Jahr 2014 beantragte Projekt 4 mit einem Zuschuss in Höhe von 30 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben
  • Die beiden im Jahr 2016 beantragten Projekte 10 und 11 wieder mit einem Zuschuss in Höhe von 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben
Der Träger aller dieser Projekte ist der Projektträger Jülich.

Weitere Projekte/Berichte

Im Bericht über LED-Förderprojekte der Stadt Augsburg werden die Maßnahmen erläutert, die das Kommunale Energiemanagement in den Jahren 2013 – 2014  angestoßen und durchgeführt hat. Die drei Förderprojekte sind detailliert beschrieben und die erreichten Einsparungen wurden aufgezeigt.

Da das Förderprogramm des BMUB auch in den nächsten beiden Jahren weiterläuft wird das KEM bei Projekten der Stadt Augsburg im Bereich Erneuerung ineffizienten Beleuchtung mögliche Förderanträge stellen.

Richtlinien für Planungen der technischen Gewerke

Insbesondere im Zeitalter der Energiewende kommt den Kommunen eine maßgebliche Rolle bei der energiepolitischen Zielsetzung der Bundesregierung zu, bis zum Jahre 2050 die Energieversorgung nahezu vollständig aus erneuerbaren Energien zu realisieren. Ein wichtiger Schritt dabei ist es, den Energieverbrauch nachhaltig zu senken und damit gleichzeitig zur Entlastung der öffentlichen Kassen beizutragen. Weil das HBA/KEM verantwortlich ist für den effizienten Umgang mit Wasser, Strom und Wärme hat es diese Planungsvorgaben für technische Gewerke erarbeitet. Die mit den Planungsvorgaben erfassten Ziele sind:

  • Optimierung der Investitions- und Betriebskosten
  • Minimierung der Energie- und Wasserverbräuche
  • Förderung des Einsatzes von erneuerbarer Energien
  • Funktionalität für den Nutzer
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