KARO[10] zeigt Wirkung: Stadt zieht positives Fazit
Mit der Eröffnung der Zwischennutzung KARO[10] am 10. November 2025 setzte das Referat für Kultur, Welterbe und Sport der Stadt Augsburg ein deutliches Zeichen für eine lebendige, kreative und sozial vielfältige Innenstadt. Das ehemalige Kaufhaus Rübsamen wurde auf drei Etagen zu einem offenen Begegnungsraum umgestaltet, der Kultur, Bildung, Soziales, Sport und Kreativwirtschaft verband und über fünf Monate hinweg mehr als sechzig Projektpartnerinnen und -partner zusammenführte.
Zwischennutzung erzielt Folgeeffekt
Die Zwischennutzung KARO [10] entwickelte sich zu einem Impulsgeber für die Innenstadtentwicklung und zeigte, dass temporäre Räume neue Dynamiken erzeugen. „Sie schaffen Aufmerksamkeit, öffnen Diskurse, ziehen unterschiedliche Zielgruppen an und setzen stadtentwickelnde Energie frei. Besonders sichtbar wird dies durch einen direkten Folgeeffekt in der Karolinenstraße“, so Jürgen K. Enninger, Referent für Kultur, Welterbe und Sport.
Gegenüber, im ehemaligen Mephisto, zieht im Frühjahr das Staatstheater Augsburg ein. „Wir schaffen dadurch Verbindungen, die kulturelle Ausformungen und das Staatstheater als Institution selbst wieder stärker in die Mitte der Innenstadt rücken und eine neue kulturelle Achse zwischen Rathausplatz, Karolinenstraße, Kennedyplatz und Theaterviertel entstehen lassen“, betont Staatstheater-Intendant André Bücker.
Beide stellen fest: „Die Karolinenstraße ist in Entwicklung und ein wichtiger Ort kultureller Verbindung – sowohl inhaltlich als auch strategisch. KARO [10] hat gezeigt: Kultur funktioniert hier und wird hier gebraucht.“
Über fünf Monate ein Ort der Begegnung und Teilhabe
- Den Start im KARO [10] machte das Hip-Hop-Kreativwochenende von Cypher e. V., wo das ehemalige Kaufhaus zu einem Raum für urbane Kultur, Performances und eine lebendige „Freestyle-Community“ wurde.
- Zum Jahresende präsentierte das Queere Zentrum Augsburg ein kraftvolles Signal der Vielfalt. Über 14 Tage gestalteten mehrere queere Verbände alle drei Stockwerke mit Veranstaltungen, Beratungs- und Community-Formaten, Kindernachmittagen, Workshops und Abendprogrammen.
- 2026 begann in der KARO [10] mit der Präsentation der Wettbewerbsergebnisse zum Neubau des Spickelbads eine Ausstellung, die eine enge Verbindung zwischen städtischer Infrastrukturgeschichte, bürgerschaftlicher Identifikation und zukünftigen Nutzungsfragen schuf.
- Zudem veranstalteten zahlreiche Initiativen Workshops, Diskussionsreihen und Kulturangebote – darunter Fridays for Future mit Klima- und Zukunftsformaten, die Ausstellung „Schichten der Stadt“, Kleidertauschprogramme und diverse musikalische Beiträge.
- Mehrere Bandabende sowie öffentliche Proben des Mozartchors schlugen Brücken zwischen junger, experimenteller Nutzung und etablierten Kulturinstitutionen.
- Am Stadtentwicklungstag des Stadtplanungsamts wurden gemeinsam Perspektiven zur Innenstadtentwicklung, Mobilität, nachhaltigen Transformation und künftigen Raumstrategien diskutiert. In der KARO [10] konnten Interessierte städtebauliche Szenarien unmittelbar im Kontext eines real aktivierten Leerstands erleben – ein anschaulicher Erfahrungsraum, in dem Theorie und Praxis der Stadtentwicklung zusammenkamen.
- Auch der städtische Popkulturpreis ROY, der innovative Impulse und herausragendes Engagement in Pop-, Clubkultur und Urbanität würdigt, wurde im feierlichen Rahmen in der KARO [10] verliehen.
Mit Blick auf die „Stadt nach Acht“ rückte im Februar die Nachtkulturwoche die Bedürfnisse der Club- und Jugendkultur in den Mittelpunkt.
- Von November 2025 bis Februar 2026 bezog die Bauwärts gGmbH, die im Auftrag der Tessin-Stiftungen das geplante MAX59 entwickelt, mit Workshops und Beteiligungsformaten Besuchende von KARO [10] in Bedarfsanalysen, Nutzungskonzepte und räumliche Szenarien ein.
- Im Februar und März 2026 gestaltete das Brechtfestival seine Festivalzentrale in der KARO [10] und belebte zehn Tage lang alle Etagen mit einem inklusiven, barrierefreien Programm: Cafébetrieb, Workshops, Performances, Lesungen, Familienangebote und nächtliche DJ-Sets machten die Karolinenstraße zu einem pulsierenden Kulturkorridor mit Hüpfburg.
- In der zweiten Märzhälfte widmete sich KARO [10] den Internationalen Wochen gegen Rassismus. Die Zwischennutzung wurde hier zur „Machstätte“: Verschiedene Ausstellungen zum Thema Rassismus und Diversität und ein vielfältiges Rahmenprogramm luden zum Erinnern, Lernen und Verändern ein.
Referat für Kultur, Welterbe und Sport signalisiert Offenheit für neue Zwischennutzungen
KARO [10] ist nach max neu[n] die zweite erfolgreiche Zwischennutzung eines Leerstands im Herzen der Stadt. Für weitere Zwischennutzungen freut sich die städtische Kulturverwaltung über Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer, die sich vorstellen können, Leerstand im Sinne der Stadt und ihrer Gemeinschaft aktivieren zu lassen.