Umweltmanagementsysteme

Es gibt zahlreiche nationale und internationale Normen und Vorgaben, die Organisationen unterstützen ein geeignetes Umweltmanagementsystem aufzubauen. Die wichtigsten sind unter anderem EMAS und diverse ISO-Normen. Die Stadt Augsburg bietet Unterstützung bei der Einfürung von Umweltmanagementsystemen.

EMAS

EMAS, das ist die Kurzbezeichnung für das „Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung“, in englischer Sprache: „Eco Management and Audit Scheme“. Basis ist eine Verordnung der Europäischen Union. Unternehmen und andere Organisationen, die sich an EMAS beteiligen, verpflichten sich dazu, alle einschlägigen Rechtsvorschriften zu erfüllen und einen Prozess der kontinuierlichen Verbesserung der eigenen Umweltleistung zu organisieren. Sie veröffentlichen eine Umwelterklärung und lassen sich von einem unabhängigen Umweltgutachter überprüfen.

EMAS-Betriebe in Augsburg

Folgende Betriebe in Augsburg sind nach EMAS validiert (siehe auch www.emas-register.de):

  • UPM Augsburg, Standort von UPM-Kymmene Corporation, Finnland, www.upm.de
  • Premium AEROTEC GmbH, Standort Augsburg, www.premium-aerotec.com  
  • Stadtverwaltung Augsburg mit drei Standorten (Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb, Deponie Augsburg-Nord, Theater Augsburg), www.augsburg.de
  • Bayerisches Landesamt für Umwelt, Augsburg mit den Außenstellen Kulmbach und Wielenbach, www.lfu.bayern.de
  • Hörauf & Kohler GmbH, www.hoeko.com
  • Katholische Kirchenstiftung St. Ulrich und Afra, www.ulrichsbasilika.de

Ansprechpartner

Zu EMAS und ISO 14001 informieren: IHK Schwaben, Stettenstraße 1+3, 86150 Augsburg, Mathias Kring, Tel.: 0821 3162-266, E-Mail: mathias.kring(at)schwaben.ihk.de

Handwerkskammer für Schwaben, Siebentischstraße 52-58, 86161 Augsburg, Melanie Keller, Tel.: 0821 3259-1570, E-Mail: mkeller(at)hwk-schwaben.de

Umweltmanagement der Stadtverwaltung

Das Umweltmanagementsystem der Stadtverwaltung Augsburg trägt dazu bei, den städtischen Umweltschutz und die nachhaltige Entwicklung Augsburgs kontinuierlich zu verbessern. Insgesamt wurden in 19 städtischen Ämtern und Betrieben Umweltmanagementsysteme aufgebaut. Aktuell sind die Eigenbetriebe Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb (mit Deponie Augsburg-Nord) und Theater Augsburg nach EMAS validiert. Das Klärwerk Augsburg ist nach ISO 14001 zertifiziert.

Der Stadtrat mit seinem Ausschuss für Umwelt- und Verbraucherschutz (jetzt Umweltausschuss) führte per Beschluß das Umweltmanagementsystem in die Stadtverwaltung ein. Die Gesamtverantwortung trägt, als Leiter der Stadtverwaltung, Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl.

Projektverantwortliche des Umweltmanagementsystems

Hauptverantwortlicher ist, im Auftrag der Stadtspitze, der berufliche Stadtrat Reiner Erben, der als Umweltmanagementvertreter fungiert. Er informiert Stadtrat, Ausschuss und Oberbürgermeister über den Stand und die weitere Entwicklung des Umweltmanagementsystems. Das Projekt "Umweltmanagement in der Stadtverwaltung" wird durch das Umweltamt, Abteilung Klimaschutz koordiniert und weiterentwickelt.

Umweltleitlinien

Seit die Umweltleitlinien im Jahre 1998 durch den Stadtrat beschlossen wurden, bilden sie die Grundlage für den Umweltschutz in der Stadtverwaltung Augsburg. 

Nach stadtgesellschaftlicher Beratung hatte der Stadtrat am 29. Juli 2015 die „Zukunftsleitlinien für Augsburg“ als orientierende Grundlage für die nachhaltige Entwicklung Augsburgs beschlossen (siehe www.nachhaltigkeit.augsburg.de). Die Neufassung der Umweltleitlinien 2016 ist als Ergänzung und Konkretisierung dieser Zukunftsleitlinien für das städtische Umweltmanagementsystem zu verstehen.

Umwelterklärungen

Als öffentliche Einrichtung hat die Stadtverwaltung Augsburg viele Partner, die den Dialog mit ihr wünschen und in Anspruch nehmen. Mit der Teilnahme am Gemeinschaftssystem für das freiwillige Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung und den hier erhältlichen Umwelterklärungen will die Verwaltung ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Bürgerinnen und Bürger, Verbände, Institutionen und Unternehmen über ihre Aktivitäten zum Schutz unserer Umwelt informieren und so Vertrauen für ihr Handeln schaffen.

Der Einsatz und die Unterstützung für beispielsweise Lokale-Agenda-Aktivitäten unterstreichen den Willen der Stadtverwaltung für eine nachhaltige, zukunftsfähige Stadtentwicklung. Anregungen, Fragen, Wünsche und Kritik zu bzw. an unserem Umweltengagement, den vorliegenden Umwelterklärungen oder zu anderen Fragen des Umweltschutzes sind ausdrücklich willkommen. Ihre Ansprechpartner für einen offenen Dialog finden sich in den Umwelterklärungen:

Konsolidierte Umwelterklärung 2013
Allgemeiner Teil, validierte Umwelterklärungen: Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb mit Deponie Augsburg-Nord, Theater Augsburg

Konsolidierte Umwelterklärung 2010
Allgemeiner Teil, validierte Umwelterklärungen: Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb, Theater Augsburg

Konsolidierte Umwelterklärung 2007
Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb, Amt für Verbraucherschutz und Marktwesen, Forstverwaltung Augsburg, Gesundheitsamt, Schulverwaltungsamt, Theater Augsburg, Verwaltungsgebäude I

Umwelterklärung 2004
Amt für Verbraucherschutz und Marktwesen, Gesundheitsamt, Schulverwaltungsamt, Theater Augsburg

Umwelterklärung 2002
Anna-Hintermayr-Stift, Forstverwaltung Augsburg, Paritätisches St. Servatius-Stift, Rudolf-Diesel-Gymnasium, Stadtbücherei

Umwelterklärung 2001
Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb, Altenheim Sander´sche Stiftung, Verwaltungsgebäude I

Umwelterklärung 2000

http://umweltmanagement.augsburg.de/fileadmin/umweltmanagement.augsburg.de/data/download/Augsburg_UE_2000.pdf

ISO 50001

Die Norm ISO 50001 „Energiemanagementsysteme“ ist eine weltweit gültige Norm, welche Organisationen durch Vorgaben für ein systematisches Energiemanagement dabei hilft, Energiekosten sowie Treibhausgase und andere Umweltauswirkungen zu reduzieren. Die Norm ist ähnlich wie die ISO 14001 aufgebaut. Ein systematisches Energiemanagement wird schon heute in vielen Unternehmen weltweit genutzt und zeigt auf, wo sich Energieeinsparpotentiale befinden. Grundsätzlich versteht man unter Energiemanagementsystemen die Summe aller Maßnahmen, die geplant und durchgeführt werden, um bei der geforderten Leistung einen minimalen Energieeinsatz sicher zu stellen.

EEG-Umlage und Spitzenlastausgleich

Unternehmen des produzierenden Gewerbes mit hohem Stromverbrauch können nach § 40 EEG 2012 auf Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) weitgehend von der EEG-Umlage entbunden werden. Ab 10 Gigawattstunden Stromverbrauch im Jahr müssen sie hierzu mit einer Zertifizierung nachweisen, dass ihr Energieverbrauch und die Potenziale zur Verminderung des Energieverbrauchs erhoben und bewertet worden sind (§ 41 EEG 2012). Grundsätzlich gilt ein Umweltmanagementsystem nach EMAS oder ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001, das alle Standorte des Unternehmens oder selbständigen Unternehmensteilen beinhaltet, als Nachweis. Derzeit erhält das produzierende Gewerbe in Deutschland eine Steuerentlastung auf den Energieverbrauch. Diese Entlastung wird von der EU als Beihilfe betrachtet und wurde vorläufig bis 2012 genehmigt. Für die Jahre danach müssen das Energiesteuergesetz und das Stromsteuergesetz geändert werden. Wer weiterhin von der Entlastung profitieren will, muss neue Anforderungen erfüllen. Nach derzeitigen Informationen über die geplante Änderung der Gesetze müssen alle Unternehmen im produzierenden Gewerbe, die den Spitzenlastausgleich weiterhin bekommen wollen, ab 2013 ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 oder EMAS einführen und ab 2014 zertifizieren lassen. Ab 2015 müssen dann sogar jährliche Energieeinsparungen von 1,6 bis 2,1 Prozent nachgewiesen werden. Die Anforderungen werden in den einzelnen Branchen unterschiedlich sein. Davon ausgenommen sind nur kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) mit weniger als 250 Mitarbeitern und maximal 50 Millionen Euro Umsatz bzw. einer Bilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro.

Ansprechpartner

Zur ISO 50001 informiert: IHK Schwaben, Stettenstraße 1+3, 86150 Augsburg, Franz Bihler, Telefon: 0821 3162-410, E-Mail: franz.bihler(at)schwaben.ihk.de 

ISO 14001

ISO 14001 ist ein Umweltmanagementsystem, mit dem der Umweltschutz systematisch im Management verankert wird, um die Umweltaspekte bei allen täglichen Aufgaben und firmenpolitischen Entscheidungen berücksichtigen zu können. Durch die internationale Normenserie ISO 14000 ff werden die Betriebe konkret und systematisch beim Aufbau des Umweltmanagementsystems nach weltweit gültigem Standard unterstützt. Die Betriebe erhalten somit ein wirkungsvolles Instrument, mit dem sie Umweltbelastungen systematisch erfassen und die Umweltsituation laufend verbessern können. So werden zum Beispiel Umweltrisiken bewertet und Notfallpläne ausgearbeitet, um Störfälle zu verringern. ISO 14001 ist besonders sinnvoll für Betriebe, die bereits ein Qualitätsmanagementsystem aufgebaut haben, global tätig sind und nun zusätzlich auch die umweltrelevanten Bereiche des Betriebs systematisch erfassen und kontinuierlich verbessern wollen. Das Umweltmanagement gemäss EMAS schließt die Anforderungen der ISO 14001 mit ein. 

Ansprechpartner

Zu ISO 14001 und EMAS informieren: IHK Schwaben, Stettenstraße 1+3, 86150 Augsburg, Mathias Kring, Tel.: 0821 3162-266, E-Mail: mathias.kring(at)schwaben.ihk.de

Handwerkskammer für Schwaben, Siebentischstraße 52–58, 86161 Augsburg, Melanie Keller, Tel.: 0821 3259-1570, E-Mail: mkeller(at)hwk-schwaben.de

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