Grundsteuer

Bei der Grundsteuer wird das Grundvermögen (Grund und Boden einschl. Gebäude, land- und forstwirtschaftliche Betriebe) nach seinem Ertrag oder Wert besteuert. Die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Eigentümers sind grundsätzlich nicht zu berücksichtigen.

Informationen zur Grundsteuer

Die Berechnung der Grundsteuer
Die Berechnung der Grundsteuer erfolgt in einem dreistufigen Verfahren :
1. Die Finanzämter ermitteln den Einheitswert. Er legt auf der Grundlage der zum 01.01.1964 bestehenden Wertverhältnisse den Wert des Grundbesitzes (Grund und Boden und Gebäude) fest. Diese Berechnung wird mit dem Erlass des Einheitswertbescheides abgeschlossen.
2. Auf der Grundlage des Einheitswertes ermittelt das Finanzamt den Grundsteuermessbetrag. Diese Berechnung endet mit dem Erlass eines Grundsteuermessbescheides.
3. Auf der Basis des Grundsteuermessbetrages setzt die Gemeinde die Grundsteuer fest. Die Formel hierfür lautet: Grundsteuer = Steuermessbetrag x Hebesatz

Verkauf / Kauf
Änderungen in den Grundstücks- und Eigentumsverhältnissen (z.B. Umbau, Abbruch, Verkauf, Übereignung) können immer erst ab dem nächsten Kalenderjahr berücksichtigt werden. Dies liegt daran, dass die Grundsteuer eine Jahressteuer ist, für die ausschließlich die Verhältnisse zu Beginn des Kalenderjahres maßgebend sind. Mitteilung über Eigentumswechsel (Formular)
Diese gesetzliche Bestimmung unterscheidet sich von der für Benutzungsgebühren geltenden Satzungsregelung, nach der Änderungen auch während eines Kalenderjahres berücksichtigt werden können.
Unter Benutzungsgebühren versteht man u. a. Gebühren für die Straßenreinigung bzw. für die Beseitigung von Abwasser und Abfall. Im Gegensatz zur Regelung bei der Grundsteuer werden diese Gebühren grundsätzlich zu dem im notariellen Kaufvertrag vereinbarten Zeitpunkt des Übergangs von Besitz, Nutzen und Lasten vom Erwerber erhoben.
Fällt dieser Zeitpunkt auf einen Monatsersten, ist dieser Tag maßgebend; in den übrigen Fällen erfolgt die Abrechnung zum Monatsletzten.

Eigentumswechsel
Die Grundsteuer ist eine Jahressteuer, die sich ausschließlich nach den Verhältnissen zu Beginn des Kalenderjahres richtet. Eine während des Kalenderjahres eingetretene Änderung in den Eigentumsverhältnissen, wie sie z.B. durch den Verkauf eines Grundstückes eintritt, kann daher erst ab dem Beginn des nächsten Kalenderjahres berücksichtigt werden. Dabei ist zu beachten, dass für die steuerrechtliche Zurechnung eines Objektes entscheidend ist, wer am 1. Januar des jeweiligen Jahres wirtschaftlicher Eigentümer (Übergang von Nutzen und Lasten) und nicht, wer bürgerlich-rechtlicher Eigentümer (Grundbucheintrag) ist.
Der bisherige Eigentümer hat daher noch die gesamte Grundsteuer für das Jahr zu entrichten, in dem der Eigentumswechsel stattgefunden hat. Die Grundsteuer, die der bisherige Eigentümer nach der Veräußerung an die Stadt Augsburg zu leisten hat, kann er - sofern eine entspr. privatrechtliche Vereinbarung besteht - vom Erwerber fordern.
Grundsteuerbescheide für den Erwerber bzw. für den Veräußerer kann die Stadt Augsburg erst dann erlassen, wenn das Finanzamt Augsburg-Stadt, Bewertungsstelle, Prinzregentenplatz 2, 86150 Augsburg, den Eigentumswechsel durch Erlass eines geänderten Einheitswert- und Grundsteuermessbescheides entspr. umgesetzt hat.
Die bescheidmäßige Abwicklung ist nicht immer - insb. nicht bei Veräußerungsfällen, die zum Ende eines Jahres stattfinden - bis zum Stichtag 1. Januar, bzw. bis zu den Grundsteuerfälligkeiten im nächsten Jahr (z.B. 15. Februar) möglich.
Die Steuer ist dann mit Wirkung 1. Januar zu dem im Steuerbescheid genannten Fälligkeitszeitpunkt nachzuentrichten.

Festsetzung
Die Grundsteuer wird mit Grundsteuerbescheid für das Kalenderjahr festgesetzt.
Für Folgejahre, für die Grundsteuer in der gleichen Höhe wie im Vorjahr zu entrichten ist, erfolgt die Festsetzung nicht durch Grundsteuerbescheid sondern durch öffentliche Bekanntmachung im Amtsblatt

Zuständigkeit / Finanzamt
Mit der Grundsteuerberechnung und -festsetzung ist sowohl die Gemeinde als auch das Finanzamt befasst. Während das Finanzamt den Einheitswert und den Grundsteuermessbetrag berechnet und im Einheitswert- bzw. Grundsteuermessbescheid festsetzt, nimmt die Gemeinde die eigentliche Grundsteuerfestsetzung vor.
Ansprechpartner:
Finanzamt Augsburg-Stadt
Bewertungsstelle
Prinzregentenplatz 2
0821 / 506 – 01

Fälligkeit
Die Grundsteuer wird grundsätzlich zu je einem Viertel ihres Jahresbetrages am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November eines Jahres fällig. Auf Antrag kann die Grundsteuer auch in einem Jahresbetrag am 1. Juli eines Jahres entrichtet werden

Vergünstigungen
Die Befreiungen von der Grundsteuer sind gesetzlich geregelt (z. B. Grundbesitz, der für wissenschaftliche Zwecke, für ein Krankenhaus, für den öffentlichen Verkehr oder dergl. benutzt wird). Zuständig ist das Finanzamt.

Erlass
Anspruch auf Grundsteuererlass besteht in folgenden Fällen:
1. Bei Grünanlagen und Kulturgut deren Erhaltung im öffentlichen Interesse liegt. Voraussetzung ist, dass die jährlichen Kosten den Rohertrag dauerhaft übersteigen.
2. Bei bebauten Grundstücken und Betrieben der Land- und Forstwirtschaft, wenn der normale Rohertrag um mehr als 50 von Hundert gemindert ist und der Steuerschuldner die Minderung nicht zu vertreten hat. Bei Betrieben der Land- und Forstwirtschaft sowie bei eigengewerblich genutzten bebauten Grundstücken muss die Einziehung der Grundsteuer auch nach den wirtschaftlichen Verhältnissen des Betriebes unbillig sein.


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