Solarenergie

Als Solarenergie bezeichnet man die Energie der Sonnenstrahlung, die in Form von elektrischem Strom, Wärme oder chemischer Energie technisch genutzt werden kann:

Informationen für die Realisierung Ihrer Anlage

Sie interessieren sich für eine Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage und wollen im Vorfeld wissen, ob die Rahmenbedingungen an Ihrem Standort stimmen? Hier finden Sie Informationen und Hilfestellungen für die ersten Schritte auf dem Weg zu Ihrer Anlage im Stadtgebiet Augsburg.

Erste Schritte

Eine Verschattung von Solaranlagen mindert zwar deren Ertrag, doch dürfen Bäume, die der Baumschutzverordnung der Stadt Augsburg unterliegen, nicht einfach entfernt werden. Informieren Sie sich daher, bevor Sie Maßnahmen ergreifen.

Die Bauberatung der Stadt Augsburg steht Ihnen in zwei Bereichen zur Verfügung: Die Bauberatung des Stadtplanungsamtes informiert Sie zum aktuellen Planungsrecht, das Bauordnungsamt berät Sie zu bauordnungsrechtlichen Fragen wie z. B. der Genehmigungspflicht eines Vorhabens.

Kostenfreie und neutrale Erstberatung erhalten Sie durch die Regionale Energieagentur Augsburg, bei der die Stadt Augsburg Mitglied ist. Sie können für Ihr Vorhaben einen Beratungstermin vereinbaren oder die telefonische Energieberatung in Anspruch nehmen.

Was ist bei der Installation insbesondere von Photovoltaikanlagen zu beachten, um auch im Brandfall "auf der sicheren Seite" zu stehen? Die Berufsfeuerwehr ist Ihr kompetenter Ansprechpartner.

Planen Sie eine Solaranlage an Einzelbaudenkmalen oder in einem Gebiet mit Ensemblesschutz, so ist immer ein Erlaubnisverfahren nach Denkmalschutz erforderlich. Wir empfehlen Ihnen, frühzeitig Kontakt mit der Unteren Denkmalschutzbehörde aufzunehmen.

Einen ersten Eindruck, ob Ihre Fläche für eine Solarthermie- oder Photovoltaik-Anlage potentiell geeignet ist, erhalten Sie über das Solardachflächenkataster.

Solardachflächenkataster

Das Solardachflächenkataster ist ein praktisches Hilfsmittel, um das Potential von Dachflächen schnell zu erkennnen und anzuzeigen. Dies betrifft sowohl die Nutzung zur Gewinnung von Wärme (Thermische Solaranlagen) als auch von Strom (Photovoltaikanlagen).

Zur Potenzialerhebung im Stadtgebiet Augsburg wurden die Ausrichtungen und die Neigungen der Dachflächen herangezogen. Keine Berücksichtigung fand die Verschattung der Dachflächen, beispielsweise durch benachbarte Gebäude, Bäume oder Dachaufbauten. Ebenfalls nicht geprüft wurde, ob eine Dachfläche aufgrund der statischen Gegebenheiten geeignet ist. Das Solardachkataster dient deshalb nur zur ersten Orientierung. Eine konkrete Vor-Ort-Prüfung des jeweiligen Daches durch einen qualifizierten Fachbetrieb ist vor der abschließenden Entscheidung für oder gegen eine Anlage immer erforderlich.

Die in die erste Beurteilung eingeflossenen Daten wurden aus hochauflösenden Laserscandaten und den Gebäudeumrissen der digitalen Stadtgrundkarte ermittelt. Die Laserscandaten stammen aus unterschiedlichen Befliegungen. Im zentralen Stadtgebiet liegen Daten aus dem Jahr 2003 vor und für die Randbereiche der Stadt neuere Daten aus dem Jahr 2007. Zur Visualisierung der Ergebnisdaten wurde das Luftbild aus dem Jahr 2009 in den Hintergrund gelegt. Aufgrund dieser unterschiedlichen Datengrundlagen konnten beispielsweise Neubauten (ab 2003 bzw. 2007) hinsichtlich ihrer Eignung nicht bewertet werden.

Widerspruch gegen die Veröffentlichung der Objekteignung

Die Nutzung des Solardachkatasters der Stadt Augsburg ist für Privatpersonen kostenfrei und ausschließlich zu Informationszwecken der Eigentümer und Nutzer von Dachflächen zulässig. Die Stadt Augsburg weist ausdrücklich darauf hin, dass die Ergebnisse des Solardachkatasters auf modellhaften Berechnungen und automatisierten Auswertungen beruhen. Die Realisierbarkeit sowie die tatsächliche nutzbare Modulfläche hängen von den genauen baulichen Gegebenheiten vor Ort sowie möglicher Verschattung oder Denkmalschutzauflagen ab. Die Daten dienen lediglich der unverbindlichen Erstinformation. Die Stadt Augsburg übernimmt keinerlei Garantie oder Haftung für die Aktualität, Richtigkeit, Genauigkeit und Vollständigkeit der im Solardachkataster enthaltenen und berechneten Daten. Für die Stadt Augsburg hat die Sicherstellung des Datenschutzes auch im Rahmen des Solardachkatasters oberste Priorität. Sollten Sie daher nicht mit der Veröffentlichung der Eignung Ihrer Dachfläche im Internet einverstanden sein, können Sie der Veröffentlichung selbstverständlich jederzeit widersprechen. Bitte teilen Sie uns dies schriftlich mit.

Widerspruchsformular

Wir werden nach Erhalt Ihrer Widerspruchserklärung umgehend die entsprechende Kennzeichnung aus dem Solardachkataster der Stadt Augsburg entnehmen. Die schriftliche Widerspruchserklärung ist notwendig, um Ihre Ansprüche rechtssicher dokumentieren zu können und Missbrauch zu vermeiden. Wir bitten diesbezüglich um Ihr Verständnis.

Zahlen & Möglichkeiten

Photovoltaik:
In 2015 wurden durch Photovoltaikanlagen 31.470.171 Kilowattstunden Strom in das öffentliche Netz der Stadt Augsburg eingespeist bzw. nach EEG erzeugt.

Die Energiewende ist in vollem Gange. Die Internetseite "Energymap" will aufzeigen, wie nahe die einzelnen Regionen in Deutschland dem Ziel von 100 % erneuerbaren Energien bereits gekommen sind. Hierzu wurden alle öffentlich verfügbaren Daten aus den EEG-Meldungen zusammengeführt und den einzelnen Regionen zugeordnet. Die Daten für Augsburg (Probleme der Datenqualität beachten) finden sich über diesen Link: EnergyMap, Informationen zur Stadt Augsburg

Solarkollektoren:
In 2012 wurden 505,54 Quadratmeter Kollektorfläche zur Warmwasserbereitung und zur Heizungsunterstützung in Augsburg neu installiert.

Potenziale:
In der Stadt Augsburg beträgt das Solarenergiepotenzial jährliche 325.300 Megawattstunden elektrisch und jährliche 339.900 Megawattstunden thermisch. Quelle für diese Potenzialschätzung ist das Regionale Klimaschutzkonzept für den Wirtschaftsraum Augsburg (siehe Seite 96).

Servicetool

Bayern und damit auch Augsburg zählen zu den von der Sonne verwöhnten Gebieten Deutschlands und verfügen daher über sehr günstige Voraussetzungen zum Einsatz der Solarenergie. Auf Dachflächen und an Häuserfassaden liegt ein riesiges solarwirtschaftliches Potenzial brach, das es zu nutzen gilt.

Möglichkeiten zur Nutzung der Solarenergie

Solarzellen erzeugen elektrischen Gleichstrom (Photovoltaik)

Solarzellen zur Stromerzeugung gibt es in den unterschiedlichsten Größenordnungen. Kleinstzellen gelangen in Taschenrechnern und Uhren zum Einsatz. Im Kilowatt-Bereich können Zellen, in Modulen zusammengefasst, Häuser mit Strom versorgen. Zu großen Solarfeldern zusammengestellt, dringen Solarzellen aber auch in den Megawattbereich vor. Da Solarzellen auch den diffusen Anteil der Strahlung energetisch umsetzen, lohnt sich Photovoltaik auch in Deutschland. Auf einen Quadratmeter fallen jährlich zwischen 1.200 und 900 Kilowattstunden Strahlungsenergie (in Augsburg über 1.100 kWh); eine moderne Solaranlage setzt davon im Schnitt ein Zehntel in Wechselstrom um.

Solarkollektoren gewinnen Wärme (Solarthermie)

Mit Solarkollektoren wird die Strahlung der Sonne in Wärme umgesetzt, um Wasser für den täglichen Bedarf zu erwärmen oder Gebäude zu heizen. Das Prinzip ist ähnlich der Erwärmung eines Gartenschlauchs in der Sonne: In kurzer Zeit erhitzt sich in seinen Windungen das Wasser. Auch zum Kühlen der Raumluft und zur Reduzierung der Luftfeuchtigkeit kann die Wärme eines Kollektors verwendet werden. Für eine Solarkollektoranlage ist ein Speicher notwendig. Er nimmt die vom Kollektor bereitgestellte Wärme auf und gibt sie ab, sobald Bedarf besteht.

Solarthermische Kraftwerke erzeugen mit Hilfe von Wärme und Dampf elektrischen Strom

In solarthermischen Kraftwerken werden die Sonnenstrahlen mit Brennspiegeln, sogenannten konzentrierenden Spiegelsystemen, gebündelt. Sie erhitzen eine Flüssigkeit, die dann eine konventionelle Turbine antreibt. Die Anlagen können zur reinen Stromerzeugung oder zur Kraft-Wärme-Kopplung eingesetzt werden, also zur Erzeugung von Strom und Prozesswärme. Als Standorte für solarthermische Anlagen kommen hauptsächlich die sonnenreichen Zonen der Erde südlich des 40. Breitengrades in Frage, da lediglich der direkte Anteil der Sonnenstrahlung gebündelt werden kann.

Solarkocher oder Solaröfen erhitzen Speisen oder sterilisieren medizinisches Material

·         Der Solarkocher funktioniert ähnlich wie ein Brennglas. Es werden annähernd parallele Sonnenstrahlen auf einen Brennpunkt reflektiert. Aufgrund der Konzentration der Sonnenstrahlen entstehen hohe Temperaturen. Wird nun in den Brennpunkt ein Topf oder eine Pfanne gestellt, kann darin gekocht oder gebraten werden.

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