"Bring den Haller auf den Platz" – Gestaltungsprojekt im Stadtteil Oberhausen

Helmut Haller ist die unbestrittene Lichtgestalt des Augsburger Fußballs, die aktive Karriere des 33-fachen deutschen Nationalspielers gipfelte mit dem Vizeweltmeistertitel in Wembley (England) 1966. Geboren und aufgewachsenen ist Haller im Augsburger Stadtteil Oberhausen, dort ist auch der zentrale Platz vor dem Bahnhof nach ihm benannt. Umso überraschender ist, dass es auf dem Platz bislang fast keine Informationen zu dem Ausnahmesportler gibt. Bis jetzt!

Am 21. Juli, pünktlich zum 80. Geburtstag vom Oberhauser Fußballprofi Helmut Haller, ist am Oberhauser Bahnhofsvorplatz eine Ausstellung über das Leben und Wirken des Ausnahmesportlers entstanden. Alle Bilder und ausführliche Infos zur Veranstaltung finden sie hier

Hier erfahren Sie mehr über das Projekt:

Die Idee: Helmut Haller und Oberhausen

Haller – Sohn der Stadt und vor allem Oberhauser Spross – ist gerade auch für Oberhauser Jugendliche, die hier leben und aufwachsen – eine interessante Figur mit einigem Identifikationspotential.

Der aufgrund seiner schmächtigen Gestalt auch »Hemad« (»Hemd«) genannte Oberhauser Bub war der typische Straßenkicker dem die Karriere gelang, von der viele Kinder auch heute noch träumen. Als Fußballer war er längst nicht nur in der Region beim BCA und FCA erfolgreich, sondern spielte in der deutschen Auswahl über mehrere Jahre hinweg eine zentrale Rolle. Vor allem aber in Italien gelangte Il Biondo (der Blonde) zu großer Berühmtheit. Dabei war einer der ersten deutschen Fußballspieler überhaupt, der bei einem ausländischen Verein unter Vertrag stand. Mit dem AC Bologna und Juventus Turin gewann Haller insgesamt drei Meistertitel.

Sein Weg zum Erfolg und das Leben damit sind Themen, die mit den Projektteilnehmern diskutiert und gestalterisch umgesetzt werden können. Wir möchten Oberhauser Jugendliche deshalb gezielt in die Aktion einbinden, ihre Ideen sollen gehört werden und sie sollen wesentlich mitbestimmen, was vor Ort auf dem Helmut-Haller-Platz und im Stadtteil entsteht.

Projektinhalt und -ziele

Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen aus Oberhausen sowie Akteurinnen und Akteuren aus Fan- und Fußballkultur, werden Leben und Karriere des Fußballspielers Helmut Haller gestalterisch auf den Platz und in den Stadtteil gebracht.

Viele Episoden und Anekdoten aus und um Haller sind durch Text-, Bild- und Tondokumente gut belegt oder können durch Interviews mit Zeitzeugen neu erschlossen und medial für Interessierte Besucher verfügbar gemacht werden. Sie sollen zum materialen Gegenstand des Projekts und der daran anschließenden Installation werden.

Bahnhofsplatz: Als materialer Träger für bildliche Gestaltung ist der Abgang zur Tiefgarage (verglast) vorgesehen. Mithilfe von Folien sollen dort Motive aufgeklebt werden, die in Kooperation mit dem Augsburger Fanprojekt (Stadtjugendring) gestaltet werden.

Bahnhofsplatz: Als materialer Träger für bildliche Gestaltung dient der verglaste Abgang zur Tiefgarage. Mithilfe von Folien werden dort Motive aufgeklebt, die in Kooperation mit dem Augsburger Fanprojekt (Stadtjugendring) und dem Verein Pareaz e.V. gestaltet wurden. Die Einweihung dieser Kunstaktion findet am 21.7.2019 ab 17 Uhr statt. Weitere Details zur Veranstaltung finden sie auch auf unserer Projektseite www.Helmut-Haller-Platz.de

Stadtteilrundgang

Die Installation am Helmut-Haller-Platz ist der Ausgangspunkt für eine Tour, die den Interessierten durch Oberhausen und die Lebens- und Wirkungsstätten von Helmut Haller führt. Station für Station erfährt der Wandernde nicht nur etwas über den Sportler und dessen Erfolge, sondern lernt auch den ›Typ‹ hinter dem Fußballspieler besser kennen.

An den unterschiedlichen Stationen (z.B. Hallers Geburtshaus, seiner Schule, seinem Bolzplatz, dem Rosenaustadion) sind Informationspunkte geplant, die mit Text und Bild versehen, den Besucher über den konkreten Ort und dessen Bewandtnis in Hallers Biographie informieren. Via QR-Code Verlinkungen können, von diesen Orten aus, weitergehende thematische Inhalte auf dem Smartphone geöffnet werden.

Im Projektverlauf werden diese Medieninhalte von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern erdacht, ausgesucht und ausgestaltet. Beispielsweise können hinter den QR-Links Episoden von Interviews mit Hallers Angehörigen, Funktionärinnen und Funktionären sowie Spielerkollegen, mit Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Passanten aus dem Stadtgebiet (Wer ist eigentlich Helmut Haller?) oder Zusammenschnitte seiner wichtigsten Tore hinterlegt sein. Überdies werden alle produzierten Inhalte über eine Webseite auch von zuhause aus abrufbar.

Akteurinnen und Akteure

Das Erstellen dieser Inhalte wird ganz überwiegend von Jugendlichen aus dem Stadtteil und aus dem Umfeld vom Jugendhaus H2O (sjr) sowie dem dortigen Streetwork geleistet. Medienpädagogisch unterstützt werden die Jugendlichen dabei von erfahrenen Radio- und Podcastmachern (Radio Reese / Susanne Thoma). Während dieser Arbeit sammeln die Jugendlichen nicht nur Erfahrung im Feld der Mediengestaltung, sondern erfahren auch etwas über Oberhausen und seiner Geschichte. Das Quartiersmanagement Oberhausen (Bernd Rebstein) unterstützt den Fortgang des Projekts in allen Phasen.


Im Projektverlauf werden diese Medieninhalte von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern erdacht, ausgesucht und ausgestaltet. Beispielsweise können hinter den QR-Links Episoden von Interviews mit Hallers Angehörigen, Funktionärinnen und Funktionären sowie Spielerkollegen, mit Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Passanten aus dem Stadtgebiet (Wer ist eigentlich Helmut Haller?) oder Zusammenschnitte seiner wichtigsten Tore hinterlegt sein. Überdies werden alle produzierten Inhalte über eine Webseite auch von zuhause aus abrufbar.

Durch die Installation am Platz erhält der Durchgangsraum einen Attraktionspunkt, der Passanten zum Verweilen einlädt.

Auf Helmut Hallers Spuren zu wandeln ist sowohl für Augsburgerinnen und Augsburger als auch für Menschen von außerhalb und nicht zuletzt für fußballbegeisterte Touristen attraktiv. Diese Menschen betreten den Stadtteil dann als Interessierte, für die es dort inhaltlich Neues und Spannendes zu entdecken gibt.

Geplant ist, die im Projektzeitraum geschaffene mediale Infrastruktur auch später für weitere Arbeiten zu Themen wie Demokratie, Identität und einem friedlichen Zusammenleben zu nutzen. Für diese Weiterentwicklung ist der wiederum der Einbezug von Bewohnerinnen und Bewohnern und insbesondere Kindern und Jugendlichen vorgesehen.