Stadtrat beschließt Maßnahmenpaket für Oberhausen

„beTREFF“ ist eröffnet

Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket und der darin enthaltenen Umsetzung des „beTREFF – betreuter Treff für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten“ wird die Stadt Augsburg die Situation am Oberhauser Bahnhof und in dessen Nachbarschaft langfristig verbessern. Der betreute Treff ist in die ehemalige Apotheke in der Branderstraße 60 eingezogen. Nach einigen Umbaumaßnahmen ist das auf zunächst zwei Jahre angelegte Pilotprojekt mit einem Tag der offenen am 15. Juni 2018 gestartet.

Gesamtkonzept – Entwicklung & Stärkung des Oberhauser-Bahnhof-Platzes  

Der Oberhauser Bahnhof ist seit Jahren ein Treffpunkt für die Drogen- und Alkoholiker-Szene. Dies führt zu Herausforderungen auf dem Platz und zu Belastungen in seiner Nachbarschaft. Bereits im Dezember 2016 hat die Stadt Augsburg daher eine Gesamtkonzeption für den Helmut-Haller-Platz und dessen Umfeld beschlossen. Das Gesamtkonzept beinhaltet verschiedene bereits begonnene sowie zukünftige Maßnahmen und soll sich über den Oberhauser Bahnhof hinaus auch positiv auf den Stadtteil auswirken.  

Information, Hotline und mehr Sicherheitskräfte

Die Stadt Augsburg wird die Anwohner weiterhin über die Entwicklungen informieren. Es wird eine Telefon-Hotline eingerichtet, an die sich die Nachbarn mit ihren Anregungen, Wünschen und Beschwerden richten können. Auf dem Platz werden Polizei, Ordnungsdienst und Streetworker gemeinsam für eine höhere Aufenthaltsqualität und mehr Sicherheit sorgen.

Aktuelle Maßnahmen

Urbanes Gärtnern am Helmut-Haller-Platz

Von Frühjahr bis Herbst 2018 sollen am Helmut-Haller-Platz Hochbeete angelegt werden, die von Projekt-Paten aus dem Stadtteil betreut werden. Ob Salat, Blumen oder Kräuter – der Kreativität der Gärtnerinnen und Gärtner sind keine Grenzen gesetzt.

Die Stadt Augsburg stellt die Hochbeete sowie Gartenutensilien und Pflanzmaterial. Außerdem stehen Ansprechpartner des Amtes für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen den Paten mit ihrem gärtnerischen Fachwissen zur Seite.

Interessierte Einzelpersonen, Vereine oder Institutionen wenden sich an:

Stadt Augsburg
Büro für Kommunale Prävention
Rathausplatz 1
86150 Augsburg
Telefon 0821 324-3329
Fax 0821 324-3305
gartenamplatz(at)augsburg.de

Betreuter Treff Oberhausen

Wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzeptes ist die Schaffung des „beTREFF – betreuter Treff für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten“ für Menschen in besonderen Lebenslagen (bspw. Alkohol- und Drogenabhängige). Ziel der Einrichtung ist es, den Betroffenen eine alternative Aufenthaltsmöglichkeit sowie eine gewisse Tagesstruktur zu bieten, damit sich die Situation am Helmut-Haller-Platz entspannt und sich wieder mehr Menschen gerne dort aufhalten.  

Als betreuter Treff dient nun die ehemalige Apotheke in der Branderstraße 60, direkt gegenüber des Bahnhofsvorplatzes. Das Objekt war bereits während der umfangreichen Immobiliensuche im Sommer 2017 in die engere Auswahl für den „beTREFF“ gerückt, aufgrund des ursprünglich festgelegten Kostenrahmens aber zunächst ausgeschieden. Um eine möglichst zeitnahe Umsetzung des Projektes zu gewährleisten, hat die Stadt das verfügbare Budget für die Anmietung einer geeigneten Immobilie inzwischen erhöht.  

Veranstaltungen auf dem Helmut-Haller-Platz

In Kooperation mit verschiedenen lokalen Akteuren wurden in den vergangenen Jahren mehrere Aktionstage sowie die „Kleine Friedenstafel“ auf dem Helmut-Haller-Platz veranstaltet. Im Jahr 2018 soll mit einer Neuauflage der „Kleinen Friedenstafel“ und einem Sportangebot an die bereits gewonnenen Erfahrungen angeknüpft werden. Regelmäßige Veranstaltungen und Nutzungsformate (z. B. Wochenmarkt oder Urban Gardening) sollen dem Platz neue, positive Impulse geben und eine Vision für dessen zukünftige Nutzung aufzeigen. 

Umgestaltung des Helmut-Haller-Platzes

Basierend auf den Erfahrungen der verschiedenen Veranstaltungen auf dem Helmut-Haller-Platz wird die Stadt Augsburg ein Nutzungskonzept erarbeiten, das wiederum als Grundlage für eine (bauliche) Umgestaltung des Platzes und die dafür zu beantragenden Fördermittel dienen kann. 

Grüngestaltung und -pflege

Zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und des optischen Erscheinungsbildes rund um den Bahnhofsplatz sollen durch das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen sowie die Deutsche Bahn kurzfristig verschiedene Maßnahmen der Grünordnung und -pflege realisiert werden. Hierzu zählen Arbeiten im Bereich des ehemaligen Spielplatzes und die regelmäßige Pflege der angrenzenden Grün- und Rasenflächen. Die auf der zentralen Insel platzierten Pflanztröge werden entfernt und durch neue Hochbeete ersetzt. Der Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb wird den Platz noch häufiger säubern.

Wertach-Park

Das Maßnahmenpaket für den Helmut-Haller-Platz wird auf das Stadtviertel Links der Wertach – insbesondere die Grünanlage an der Wertach – ausgeweitet. Bereits im kommenden Jahr soll dort die Beleuchtung verbessert werden. Ebenso sind verschiedene Ausbesserungsarbeiten an den vorhandenen Spielgeräten geplant. Darüber hinaus setzt das Sozialreferat im ersten Halbjahr 2018 einen Quartiersmanager ein, der weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Viertel Links der Wertach ergreifen wird.

Möglichkeit für schriftliche Nachfragen

Fragen zum Gesamtkonzept für den Helmut-Haller-Platz und den „beTREFF – betreuter Treff für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten“ können Sie der Stadt ab sofort unter helmut-haller-platz(at)augsburg.de stellen.

FAQs – häufig gestellte Fragen:

Hier geben wir Ihnen Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den „beTREFF – betreuter Treff für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten“. Bitte klicken Sie auf die jeweilige Frage, dann öffnet sich die dazu gehörende Antwort.

Was soll der „beTREFF“ bewirken?

Ziel des „beTREFF – betreuter Treff für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten“ ist es, Menschen in besonderen sozialen Lebenslagen (bspw. Alkohol- und Drogenabhängige) besser beraten und betreuen zu können. Der Treff soll den Betroffenen eine alternative Aufenthaltsmöglichkeit sowie eine gewisse Tagesstruktur bieten, damit sich die Situation am Helmut-Haller-Platz entspannt und sich wieder mehr Menschen in ihrer Freizeit dort aufhalten wollen.

Wie wird der Stadtteil Oberhausen durch den „beTREFF“ profitieren?

Eine soziale Einrichtung wie der „beTREFF – betreuter Treff für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten“ ist ein wichtiger Baustein für quartiersbezogene Hilfe, also ein direktes Hilfsangebot vor Ort.  Der zentral gelegene Helmut-Haller-Platz wird entlastet und könnte seine städtebauliche Funktion als wichtiges Zentrum des Stadtteils wieder neu ausfüllen. Er würde nicht mehr nur von einer sozialen Gruppe dominiert, sondern alle Bürgerinnen und Bürgern könnten sich bei Veranstaltungen, aber auch im Alltag dort willkommen fühlen. Das belebt den Stadtteil und macht ihn attraktiv. Durch vielfältige Aktionen der Stadt im Rahmen des Gesamtkonzepts für den Helmut-Haller-Platz soll dies in den nächsten Jahren vorangetrieben werden.  

Wie könnte ein „beTREFF“ funktionieren?

Geplant ist ein Cafébetrieb mit klaren Regeln, die von allen Besuchern einzuhalten sind und vom betreuenden Personal durchgesetzt werden. So gestattet die Hausordnung zwar das Mitbringen und den Konsum geringer Mengen niedrigprozentiger alkoholischer Getränke (Bier und Wein). Hochprozentiger Alkohol (Schnaps) sowie das Mitführen und der Konsum harter Drogen sind jedoch strikt verboten. Zwei Sozialarbeiterinnen bzw. Sozialarbeiter sind für Gespräche, Betreuung und Beratung während der Öffnungszeiten vor Ort. Der „beTREFF – betreuter Treff für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten“ soll mehrmals wöchentlich, voraussichtlich von mittags bis abends geöffnet haben.

Welche Auswirkungen gibt es für die direkten Anwohnerinnen und Anwohner?

Im Gegensatz zu einer Kneipe wäre ein „beTREFF – betreuter Treff für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten“ nur mittags bis abends in Betrieb. Es gibt eine klare Hausordnung. Darüber hinaus wird sich jede Form der fachlichen Beratung und Betreuung positiv auf die Situation am Helmut-Haller-Platz – und damit auch auf dessen Nachbarschaft – auswirken. Ein so genanntes Umfeldmanagement, das die Nachbarschaft in das Projekt einbezieht, und ein monatlicher Runder Tisch für den Austausch zwischen der Nachbarschaft, den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern der Einrichtung und der Stadt Augsburg begleiten das Projekt.

Wie hilft ein betreuter Treff Menschen mit Suchterkrankungen?

Menschen mit Suchterkrankungen und anderen besonderen Lebenslagen erhalten eine Anlaufstelle, in der sie willkommen sind. Für einige Stunden können sie in einem geschützten Raum zur Ruhe kommen, denn der alltägliche Aufenthalt auf der Straße setzt viele Betroffene erheblich unter Stress. Durch den Treff werden sie an bestehende Hilfsangebote herangeführt. Erfahrungen aus anderen Kommunen, die mit dem Ansatz arbeiten, zeigen, dass unter anderem folgende Effekte eintreten:

  • Bessere Annahme von Hilfsangeboten
  • Vermeidung weiterer Destabilisierung der Lebenssituation
  • Gesellschaftliche Teilhabe (bspw. als Mensch wahrgenommen werden)