Veranstaltungsbericht Fachtagung 2022

Am 1. April 2022 fanden sich um die 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum zweiten Mal online für die Medienscouts-Fachtagung ein. Eine Mehrzahl an jugendlichen Scoutinnen und Scouts und zahlreiche pädagogische Fachkräfte erwartete ein vielseitiges Programm. Die digitalen Leitungen reichten von Neu-Ulm, Günzburg und Donauwörth bis nach Erding, Lindenberg - um nur eine Handvoll zu nennen.

Los ging es mit Grußworten von der 2. Bürgermeisterin und Referentin für Bildung und Migration Martina Wild und den Referenten für Soziales, Familie, Pflege, Generationen und Inklusion Martin Schenkelberg.

In drei aufeinanderfolgenden Zeitabschnitten zu 60 Minuten konnten die Teilnehmenden aus je 18 Angeboten wählen. Zum Beispiel drehte sich in der Kategorie „DIY: Mediastar“ alles um konkretes „Handwerkszeug“ zur Mediengestaltung: Programmieren, Audio- und Videoproduktion sowie Fotografie und neu in diesem Jahr Grundlagen zu Graffiti und Schauspiel.

Die Kategorie „Medien und Gesellschaft“ widmete sich den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen unserer Medien: Was sollen, müssen, dürfen Journalistinnen in unserer Demokratie und wie umweltverträglich ist eigentlich unsere Elektronik? Wie lässt sich Cybermobbing verhindern oder beenden, wie können wir uns für extremistische Inhalte wappnen und warum sind eigentlich unsere Superhelden und –heldinnen in den Medien oft ziemliche Stereotype?

Wer Medien reflektiert, muss auch den eigenen Medienkonsum in den Blick nehmen. In der Kategorie „Ich und meine Medien“ ging es zum einen um die Anziehungskraft der Games. Zum anderen galt es die tabuisierte Faszination von Pornografie zu ergründen, um die Wirkung auf uns persönlich und unsere Vorstellungen über Liebesbeziehungen zu reflektieren.

Unmittelbar mit dem eigenen digitalen Konsum sind die Preisgabe der persönlichen Daten verbunden sowie die rechtlichen Aspekte im Netz. So wurde in den letzten beiden Kategorien zum Beispiel demonstriert, wie präzise Tracking funktioniert und was man damit anrichten kann. Außerdem wurde geklärt, ab wann Meinungsfreiheit eigentlich Hassrede ist und welche Straftatbestände es rund um die Medien gibt. Konkrete Tipps für ein datensparsames digitales Leben und zur digitalen Zivilcourage rundeten das Angebot ab.

In der gemeinsamen Abschlussrunde erwartete die Teilnehmenden ein weiteres Highlight: Der bundesweit bekannte Aktivist gegen Cybermobbing Lukas Pohland beantwortete die zahlreichen Fragen aus der Runde. Als ehemals Betroffener und inzwischen Gründer des Cybermobbing-Hilfe e.V. ging er lebensnah auf die teils komplexen und auch sehr persönlichen Fragen ein. In den Fragen zeigte sich die Dringlichkeit des Themas und die hohe Bereitschaft der Teilnehmenden, sich für Lösungen gegen Cybermobbing zu engagieren. So ging es um allgemeine Prävention, aber auch um die angemessene Ansprache Betroffener sowie Hilfsversuche durch Schulbeschäftigte. Weiter wurden die Außenstehenden und auch der oder die Verursacher*innen in den Blick genommen: wie kann man weiteres Mobbing unterbinden und die Gruppe zur Positionierung dagegen bewegen? Mit „großem Respekt“ würdigten die Teilnehmenden die Offenheit und den Mut, mit dem Lukas Pohland nicht nur „den Weg rausgefunden hat, sondern auch noch die Energie aufbringt, um anderen zu helfen!“.

Zum Abschluss des Fachtags wurde über eine digitale Abfrage die gegenseitige Wertschätzung der Medienscouts und der Fach- und Lehrkräfte zum Ausdruck gebracht und eine Wunschliste für die Medienscouts an der eigenen Schule angefertigt.


Wir bedanken uns für die besondere Unterstützung von:

Bayrische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

Ufuq.de - Fachstelle zur Prävention religiös begründeter Radikalisierung in Bayern

Stadtbücherei Augsburg

Medienstelle Augsburg (MSA)

Kriminalpolizeiinspektion Augsburg, K 7 – Prävention

Medienfachberatung Schwaben