Stadtteilgespräch Innenstadt

Zum Abschluss der Stadtteilgespräche kamen rund 300 Bürgerinnen und Bürger in den Goldenen Saal. Die Augsburgerinnen und Augsburger nahmen das Angebot gut an: Insgesamt gingen ca. 900 Bürgeranfragen ein. Knapp 400 davon drehen sich um die Themen Bauen und Verkehr.

Verkehr muss neu gedacht werden

Ein beherrschendes Thema war auch beim letzten Stadtteilgespräch wieder Verkehr. Besonders das hohe Verkehrsaufkommen zu Stoßzeiten beschäftigte Bewohnerinnen und Bewohner, so beispielsweise im Bereich des Kennedy-Platzes sowie um die City Galerie. Baureferent Gerd Merkle erklärte, dass man diesem Problem nur Herr werden könne, indem der Durchfahrtverkehr in die Innenstadt verringert werde. Es müsse aber auch hinsichtlich des Mobilitätsverhaltens ein Umdenken stattfinden.

Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl betonte ebenfalls, Verkehr müsse neu gedacht werden, um die Zahl der Autos zu verringern. Der Öffentliche Nahverkehr sollte ausgebaut werden. „Anfang 2008 hatten wir noch 57 Millionen Fahrgäste pro Jahr; mittlerweile sind es bereits 64 Millionen.“ Weitere Maßnahme, um den Verzicht auf das Auto attraktiver zu machen, ist beispielsweise der Ausbau von Mobilitäts-Mix-Angeboten.

Mehr Raum für Radler

Einigkeit herrschte auch darin, dass sich die Situation für die Radfahrer bessern muss. Beispielsweise gebe es zu wenig Stellflächen sowie zu wenig abgemarkte Radwege. Auch Kritik am rücksichtslosen Verhalten vieler Autofahrer gegenüber den Radlern wurde geäußert: „Man muss ja aufpassen, nicht vom Fahrrad gestoßen zu werden.“

Lob gab es für die neuen Fahrrad-Komfortstreifen in der Maximilianstraße. Allerdings bemängelte eine der Anwesenden, dass die Streifen häufig von Autos blockiert würden. „Es wäre halt viel schöner ohne Autos.“ Diesem Wunsch der Bürgerin stimmen viele bei. Ein entsprechender Antrag für eine autofreie Maximilianstraße wird mehrheitlich angenommen. Er wird nun im Stadtrat behandelt.

Förderung von E-Bikes

„Der Kauf von Elektro-Autos wird mit 6.000 Euro bezuschusst. Warum wird der Kauf von E-Bikes nicht finanziell gefördert?“, will ein Bürger wissen. Umweltreferent Reiner Erben verwies auf die Lastenradförderung der Stadt vom Juli dieses Jahres worden ist: "Die Stadt kümmert sich bereits um die Beantragung neuer Fördermittel."

Großbaustellen im Zentrum

Von Interesse war auch der Fortschritt der aktuellen Bauprojekte im Stadtkern, etwa der Umbau des Hauptbahnhofs. Neben Baufortschritt und Kosten waren auch die Auswirkungen auf das anliegende Thelottviertel Gesprächsthema.

Gläserne Brunnenabdeckungen

Die hölzerne Abdeckung der Prachtbrunnen ist einer Bürgerin ein Dorn im Auge. Kulturreferent Thomas Weitzel favorisiert die Holzabdeckungen, da diese auch historisch verbürgt seien. Die Dauer der Brunnenabdeckung müsse aber überdacht werden. Gerd Merkle fügt ergänzend hinzu: „Außerdem liegen die Kosten für diese Acrylglas-Abdeckungen pro Brunnen bei mindestens 800.000 Euro. Ich glaube, das Geld wird an anderen Stellen dringender benötigt." (roja)

Impressionen aus dem Stadtteilgespräch Kriegshaber