„Die Stadt ein Feuermeer. Augsburg im Luftkrieg 1942 – 1945“

11.02.2019 17:05 | Pressemitteilungen

Umfassendes Gedenken an die Bombardierung Augsburgs im Zweiten Weltkrieg vor 75 Jahren

Blick auf Karolinenstraße und Rathaus nach den Zerstörungen, 1944. Bildnachweis: Stadtarchiv Augsburg

  • Neue Ausstellung im Unteren Fletz im Rathaus
  • Fototafeln an 22 Orten in der Innenstadt
  • Öffentliche Führungen
  • Präsentation von privaten Erinnerungsstücken
  • Öffentliche Gedenkstunde am 25. Februar
  • Podiumsdiskussion im Stadtarchiv am 26. Februar

Am 25. und 26. Februar 2019 jährt sich der in seinen Auswirkungen verheerendste aller 19 Bombenangriffe auf Augsburg im Zweiten Weltkrieg zum 75. Mal. Im Jahr 1944 schlug der von den Nationalsozialisten begonnene Krieg auf zerstörerische Weise zurück: Weite Teile der historischen Altstadt und zahlreiche bedeutende Baudenkmäler wie das historische Rathaus, der Perlachturm und die Fuggerei wurden durch Bomben und Feuer schwer beschädigt oder ganz zerstört.

Den Bombenangriffen fielen im Kriegsverlauf rund 1.500 Menschen zum Opfer, darunter zahlreiche Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge, denen der Zutritt zu den Luftschutzräumen verwehrt wurde. Tausende Augsburger wurden obdachlos, 80.000 Menschen verließen in einer großen Fluchtwelle die Stadt.

Die Ereignisse dieser Tage und die Folgen haben sich in das Gedächtnis der Stadt eingebrannt und auch Spuren im Stadtbild hinterlassen.

 

Formen der Erinnerungskultur

In Kooperation mit verschiedenen Institutionen widmet sich die Stadt Augsburg in Veranstaltungen und Ausstellungen dem Gedenken an dieses Ereignis. Es wird mit den Geschehnissen des Zweiten Weltkrieges in einen historischen Kontext gestellt und mit Formen der Erinnerungskultur verknüpft.

 

Ausstellung im Unteren Fletz des Rathauses

Unter dem Titel „Die Stadt ein Feuermeer. Augsburg im Luftkrieg 1942 - 1945“ zeigt das Stadtarchiv bis 25. März im Unteren Fletz im Rathaus eine neu konzipierte Ausstellung. Foto- und Dokumentationsmaterial sowie historische Quellen veranschaulichen die Militarisierung der Stadt in der NS-Zeit, den Luftkrieg und den Wiederaufbau. Im Zentrum der Ausstellung stehen Zeitzeugenberichte, die den Alltag der Augsburger und Augsburgerinnen während des Zweiten Weltkriegs und vor allem nach dem Bombenangriff am 25. und 26. Februar 1944 nachzeichnen. Der Eintritt ist frei.

 

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung

Angeboten werden zwei öffentliche Führungen durch die Ausstellung am Freitag, 1. März, 12 Uhr und am Montag, 11. März, 16 Uhr.

 

Fototafeln an 22 Orten in der Innenstadt

Tafeln mit historischen Fotos an 22 verschiedenen Orten in der Innenstadt (siehe Karte im beiliegenden Folder) begleiten die Ausstellung. Sie zeigen den Zustand der Stadt nach den Luftangriffen der Alliierten damals, eröffnen durch ihren Standpunkt aber auch eine Perspektive auf den Wiederaufbau.

 

Präsentation persönlicher Erinnerungsstücke im Stadtarchiv

Unter dem Titel „…geborgen und bewahrt. Erinnerungsstücke zur Augsburger Bombennacht“ zeigt das Stadtarchiv vom 18. Februar bis 12. März zudem eine kleine Präsentation mit persönlichen Erinnerungsstücken aus Privatbesitz. Mit den Objekten, ob ein aus dem Schutt geborgener Porzellanputto oder Theaterkarten vom 26. Februar 1944, sind individuelle Geschichten, Schicksale und Erinnerungen verknüpft, die gleichzeitig einen Blick auf das gemeinsam Erlebte werfen.

 

Gedenkgottesdienst und Gedenkstunde

Am Montag, 25. Februar, findet um 17 Uhr in der St. Anna-Kirche ein ökumenischer Gottesdienst statt. Zur anschließenden öffentlichen Gedenkstunde spricht Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl um 18 Uhr im Oberen Rathausfletz.

 

Podiumsdiskussion „Augsburg im Bombenkrieg“

Unter dem Motto „Augsburg im Bombenkrieg. 75 Jahre Ereignis, Erfahrung, Erinnerung“ findet am Dienstag, 26. Februar, um 18 Uhr (Einlass ab 17 Uhr), im Stadtarchiv eine offene Podiumsdiskussion mit Dr. Sophia Dafinger (Universität Augsburg), PD Dr. Bernhard Gotto (Institut für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ)), Hans Grimminger (Augsburg) und Dr. habil. Markus Pöhlmannn (Universität Potsdam) statt.

Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Dietmar Süß (Universität Augsburg).

Im Anschluss stellt Dr. Markus Pöhlmann sein aktuell erschienenes Buch „Es war gerade als würde alles bersten. Die Stadt Augsburg im Bombenkrieg 1939 - 1945“ vor. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen unter: www.stadtarchiv.augsburg.de.