UNESCO-Weltkulturerbe: Das Augsburger Wassermanagement-System


Am 6. Juli 2019  hat das UNESCO-Welterbekomitee der Augsburger Bewerbung um „Das Augsburger Wassermanagment-System“ die exklusive Auszeichnung als UNESCO-Welterbe zugesprochen.

In Augsburg existiert eines der wenigen erhaltenen Systeme, die die Entwicklung der städtischen Wasserversorgung vom Mittelalter bis heute dokumentieren. Es hat bedeutende technologische Innovationen hervorgebracht. Die strikte Trennung von Trink- und Brauchwasser ist seit 1545 verbrieft, lange bevor die Hygieneforschung Verunreinigungen im Trinkwasser als Ursache vieler Krankheiten ausgemacht hat. Der internationale Austausch von Ideen für die Wasserversorgung und die Wassergewinnung inspirierte die Augsburger Ingenieure zu bahnbrechenden
technischen Neuerungen, die in Augsburg erstmals erprobt und eingeführt wurden. Durch Jahrhunderte hindurch wurde das System kontinuierlich von den Bürgern selbst ausgebaut und verwaltet.

Die heutige Nutzung des Wassermanagement-Systems dokumentiert nicht nur die Fortführung alter Traditionen mit Hilfe neuer Technologien, sondern auch seine Nachhaltigkeit, deren Bedeutung in Zeiten des Klimawandels umso größer ist. Nicht nur die Energieversorgung, sondern auch die heutige, vorbildhafte Trinkwasserförderung und -nutzung beruht auf der Augsburger Tradition und dem überlieferten Denken im nachhaltigen Umgang mit Wasser.



Welterbe Info-Zentrum am Rathausplatz

Das Welterbe Info-Zentrum umfasst rund 100 Quadratmeter und ist in ehemaligen Räumen der Stadtsparkasse im städtischen Verwaltungsgebäude untergebracht. Es ist vom Rathausplatz aus barrierefrei zugänglich.

Das Augsburger Welterbe erlebbar machen

„Ziel des Info-Zentrums ist es, einen ersten Eindruck vom Augsburger Welterbe, das sich über 30 Kilometer erstreckt, in einem Zusammenhang zu bekommen. Wir wollen das Wassersystem anschaulich und erlebbar machen, Begeisterung wecken und verdeutlichen, warum Augsburg Welterbe ist. Dieser Ort soll einen Anstoß für Interessierte geben, sich auf den Weg zu machen und die spannenden Objekte vor Ort zu erfahren“, so Welterbereferent Jürgen Enninger.

Filmprojektionen und Wasser-Illumination

Auch Erläuterungen über die UNESCO und den Welterbe-Gedanken finden im Info-Zentrum ihren Platz. Unterschiedliche Medien, wie Filmprojektionen und Präsentation der 22 Objekte, illustrieren das Augsburger Welterbe. Zu den Highlights im Info-Zentrum zählen neben einer Wasser-Illumination ein Trinkwasserbrunnen auf einem Lechfindling.


Öffnungszeiten

April bis Oktober:
Dienstag bis Samstag von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr und Sonntag und Feiertag von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr
November bis März:
Dienstag bis Samstag von 10:00 Uhr bis 16:30 Uhr und Sonntag und Feiertags von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr
An folgenden Feiertage ist geschlossen:
Rosenmontag, Faschingsdienstag, Karfreitag, Heiligabend (24. Dezember), Silvester (31. Dezember).



22 Stationen, 800jährige Entwicklung und knapp 190 Kilometer Lechkanäle

Das Augsburger Wassermanagement-System erstreckt sich zwischen Lech und Wertach sowie dem Trinkwasserschutzgebiet Stadtwald und umfasst den Hochablass samt Eiskanal, knapp 190 Kilometer Lechkanäle, die Wassertürme am Roten Tor, die Stadtmetzg, die weltberühmte Brunnen-Trias in der Maximilianstraße und am Rathausplatz, Brunnenwerke und eine stattliche Anzahl an Wasserkraftwerken bis Gersthofen, Langweid und Meitingen. Zu den 22 Objekte des Augsburger Wassersystems.