Brandschutz: Muss das Theater schließen?

12.05.2016 15:31 | Kultur Theatersanierung

Dramatische Wendung vor der geplanten Theatersanierung: Bei einer Untersuchung wurde eine nicht ausreichend gesicherte Decke zwischen Garderobe und Zuschauerraum entdeckt. Weitere Untersuchungen werden folgen. Danach entscheidet die Feuerwehr, ob das Theater unter Umständen sogar sofort geschlossen werden muss.

Baureferent Gerd Merkle (am Mikrofon) erklärt den Medienvertretern die Mängel in der Zwischendecke über der Garderobe im Theater. Foto: Lea Demirbas

„Die Situation ist ernst“, sagte OB Dr. Kurt Gribl auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag. Fragen der Sicherheit seien auch angesichts der aktuellen Debatte „nicht diskutierbar“.

Frank Habermaier, Leiter des Amts für Brand- und Katastrophenschutz, skizzierte den schlimmsten anzunehmenden Ernstfall: Käme es zu einem Brand im Eingangsbereich, könnte Rauch durch die Lüftungsschlitze in den Zuschauerraum eindringen. Der „Eiserne Vorhang“ zwischen Bühne und Zuschauerraum schließt sich. Die Fluchtwege würden über die Treppen in den Garderobenbereich führen – der dann bereits völlig verraucht wäre.
 

Mehr Feuerwehrleute im Haus und ein Löschwagen davor

In erster Konsequenz verstärkt die Feuerwehr ihr Personal um fünf zusätzliche Fachkräfte im Theater. Vor dem Haus wird ab heute ein Löschwagen postiert. Im Spielbetrieb wird jegliche Verwendung von Pyrotechnik und offenem Feuer untersagt.

Mit diesen Maßnahmen, so Habermaier, sei ein weiterer Betrieb aktuell vertretbar. Die Gesamtsituation sei derzeit aber „nicht vollständig beurteilungsfähig“. In den nächsten Tagen folgen weitere Untersuchungen. Es wird geklärt, ob kurzfristige Maßnahmen die Lage entschärfen könnten. Von den Ergebnissen hängt ab, ob und wie lange der Spielbetrieb weitergeführt werden kann.

Im schlimmsten Fall droht die sofortige Schließung des Großen Hauses. (pm/rs)