Stadtrat fasst Grundsatzbeschluss zur Theatersanierung

12.07.2016 09:07 | Kultur Bürgerservice & Rathaus Theatersanierung

Am heutigen Dienstag kommt der Stadtrat zu einer außerplanmäßigen Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung steht nur ein Thema: Die geplante Theatersanierung. Wir tickern live seit 14:30 Uhr.

In einem breit angelegten Bürgerbeteiligungsprozess haben die Teilnehmer über Monate hinweg Ideen für die Zukunft der Augsburger Theaterlandschaft zusammengetragen. Diese wurden dem Stadtrat im Juni vorgestellt. Nun wurden sie Teil der politischen Entscheidung. Foto: Stefan Puchner

+++ 19:32 Uhr +++

Damit ist die Rednerliste geschlossen. Ein langer Sonder-Stadtrats-Live-Ticker geht zu Ende. Wir bedanken uns für die Aufmerksamkeit und wünschen einen schönen Rest-Abend. 

+++ 19:22 Uhr +++

OB Dr. Kurt Gribl kontert mit einem Vergleich: "Wenn man eine Schraube mit einem Schraubenschlüssel anzieht - dann sitzt sie. Wenn man weiterdreht - dann knackt sie. Und wenn man nochmal weiterdreht - dann dreht sie durch." Man solle die Förderzusagen des Freistaats nicht überstrapazieren. Gribl erklärt die genauen Förderzahlen. Die förderfähigen Kosten bei der Theatersanierung würden mit rund 70 Prozent gefördert - das macht etwa 55 Prozent des Gesamtvolumens. In Nürnberg lag dieser Anteil deutlich darunter. Erst nach der Zusage von Finanzminister Söder an Augsburg habe Nürnberg nachverhandelt, um eine ähnliche Förderquote wie die schwäbische Metropole zu erhalten.

+++ 19:00 Uhr +++

Nun tritt - wie angekündigt - Peter Grab (WSA) ans Rednerpult, um seine Grundsatzrede zu halten. Er finde es hervorragend, was der OB aus dem Freistaat Bayern heraushole, etwa beim Bildungsförderprogramm oder bei der Uniklinik. Die Förderung für die Theatersanierung sieht er kritischer. Grab verweist auf die "deutlich gestiegenen Betriebskosten" in kommenden Jahren. Pro Spielzeit stiegen die Betriebskosten um mehrere Hunderttausend Euro, alleine durch die jährliche Tarifkostenerhöhung. Diese müsste die Stadt alleine stemmen. Der Zuschuss des Freistaats habe sich seit 2013 nicht mehr erhöht, obwohl die Betriebskosten seither um 2,2 Millionen Euro gestiegen seien. "Der Freistaat sollte Augsburg den selben jährlichen Zuschuss leisten wie Nürnberg, und nicht 6 Millionen Euro weniger." Abschließend fordert er einen Staatsvertrag, ob mit oder ohne Staatstheater.

+++ 18:55 Uhr +++

Wilhelm Leichtle (SPD) erinnert daran, dass ohne Kreditfinanzierung größere Bauvorhaben "seit 50 Jahren nicht realisiert worden sind." Wer das fordere, agiere unseriös.

+++ 18:52 Uhr +++

OB Dr. Kurt Gribl dankt Weber und ihrem Team für die detaillierte Ausarbeitung: "Das ist kein Bemberles-Thema, das man einfach so wegarbeitet." Umso mehr verurteilt er die Kritik, die Weber nach der Ausarbeitung einstecken musste. "Ich habe sie danach bestärkt, die Förderung noch einmal von einem externen Berater prüfen zu lassen."

+++ 18:49 Uhr +++

Zum Ruf nach einer Beteiligung des Umlandes entgegnet Bürgermeisterin Eva Weber zum einen die höheren Schlüsselzuweisungen Augsburgs. Außerdem beziehen sich die Fördergelder des Freistaats auf die "Metropole Augsburg" und der damit verbundenen Rolle als Oberzentrum mit Strahlkraft ins Umland.

+++ 18:47 Uhr +++

Am Ende fällt noch ein Blick auf das Konzept "Staatstheater" am Beispiel Nürnberg. Die baulichen Investitionen trägt die Stadt Nürnberg als Immobilieneigentümerin weiterhin. Daher könne kein Vorteil bei einem Staatstheater Augsburg zu erkennen sein.

+++ 18:38 Uhr +++

Weiter im Text: Auch so genannte Kommunalanleihen sind offenbar nicht zielführend. Ein Vergleich mit der Finanzierung des Hochablass-Kraftwerks durch Bürgerdarlehen scheidet aus, da hier gewinnbringend gearbeitet wird. Das Theater dagegen könne keine Rendite abwerfen. Für eine Fondsfinanzierung fehlen jegliche Vergleiche, da kommunale Fonds nach Wissen der Finanzverwaltung noch nie aufgelegt worden sind. Als wirtschaftlich vorteilshaft wird dagegen die Kommunalfinanzierung gesehen. Geringe laufende Verwaltungskosten, eine dauerhafte Zinsbelastung von voraussichtlich 0,5 Millionen Euro pro Jahr und die bei der Stadt verbleibende Entscheidungskompetenz sind drei von mehreren Argumenten für dieses Konzept.

+++ 18:36 Uhr +++

Offenbar trifft die Finanzierung auf deutlich weniger Interesse seitens der Bürger. Im Zuschauerbereich sind kaum mehr als 10 Personen verblieben.

+++ 18:32 Uhr +++

Nun erklärt das beauftragte Wirtschaftsbüro, warum es zum gleichen Ergebnis wie die Finanzverwaltung gekommen ist.

+++ 18:22 Uhr +++

Alternative Konzepte hätten zum Beispiel eine Private-Public-Partnerschaft vorgesehen. Dieses Modell des geschlossenen Immobilienfonds ziehe einen deutlich höheren Mittelabfluss bei der Stadt nach sich.

+++ 18:14 Uhr +++

"Ich wusste, dass meine Finanzverwaltung die Sache im Griff hat", zeigt sich Eva Weber selbstbewusst. Für ihr Finanzierungskonzept habe sie Prügel einstecken müssen. Doch eine Prüfung durch ein unabhängiges Wirtschaftsbüro kam zum Ergebnis, dass das Konzept mit den geplanten Krediten das bestmögliche sei.

+++ 18:13 Uhr +++

Damit sind wir schon beim zweiten und letzten Tagesordnungspunkt, bei der Finanzierung. Es beginnt Pro Augsburg mit einem Antrag: Bürgermeisterin Eva Weber soll aufzeigen, wie die Finanzierung bei einer Kostensteigerung auf 250 oder 300 Millionen Euro aussähe. Weber will im Moment darauf nicht eingehen, sondern später auf das Thema zurückkommen.

+++ 18:12 Uhr +++

Nun steht noch die Möglichkeit eines Ratsbegehrens zur Abstimmung: Bei 6 Gegenstimmen abgelehnt.

+++ 18:04 Uhr +++

Es wird nun ein Antrag von Otto Hutter (Die Linke) behandelt: Er fordert, man solle die Unterschriftenlisten pro Theatersanierung nach Adressen analysieren. Alle nicht in Augsburg wohnhaften Unterzeichner solle man anschreiben, damit diese ihre Gemeindeoberhäupter zur finanziellen Beteiligung an der Sanierung bewegen sollen. Gribl verweist auf die nahezu unmögliche Durchführung, lehnt den Gedanken als solchen ab und fordert Hutter auf, seinen Antrag zurückzuziehen. Hutter: "Nachdem sowieso klar ist, wie die Abstimmung ausgeht, ziehe ich meinen Antrag zurück." 

Stadtrat fasst zweiten Grundsatzbeschluss zur Theatersanierung

+++ 17:55 Uhr +++

Bei 7 Gegenstimmen ist der Grundsatzbeschluss II zur Theatersanierung angenommen.

+++ 17:50 Uhr +++

Nun wird abgestimmt. Die Erstellung eines Leitbilds sowie die Installierung eines beratenden Gremiums zur Entscheidungsfindung werden mit in die Beschlussvorlage aufgenommen.

+++ 17:47 Uhr +++

Nun meldet sich Bildungsreferent Hermann Köhler (CSU) zu Wort. Am morgigen Mittwoch tagt der Bildungsausschuss. Köhler zählt zahlreiche Projekte aus dem Bildungsförderprogramm sowie Maßnahmen in Kitas auf, die alle morgen auf der Agenda stünden.  

+++ 17:44 Uhr +++

Martina Wild (Bündnis 90/Die Grünen) fordert die Stadträte auf, ein einmal gestecktes Ziel nicht mehr zu ändern. Sie hoffe, dass heute der Grundsatzbeschluss II mit einer breiten Mehrheit gefällt wird. Sie verweist auf den Umbau des Curt-Frenzel-Stadion als Negativ-Beispiel.

+++ 17:39 Uhr +++

Regina Stuber-Schneider (Freie Wähler) will keinen Neid schüren, "aber seine persönlichen Sorgen darf man schon noch äußern." Beispielsweise bekomme man bei der Schulsozialarbeit nicht das, was man brauche. Auch in anderen Belangen sei kein Geld vorhanden. "Wenn wir uns so in die Kosten hineinstürzen, bleibt uns dann genug übrig, um die anderen Aufgaben auch noch zu bewältigen?" Sie will keinesfalls Zustände wie in England, wo die soziale Schere extrem weit auseinander klaffe.

+++ 17:34 Uhr +++

OB Gribl verweist auf das Bildungsförderprogramm, das die Stadt mit 300 Millionen Euro aufgelegt hat. Man solle nicht die Bedürfnisse gegeneinander ausspielen. Zum Thema Unterhalt betont er, dass auch ein unsaniertes Gebäude unterhalten werden müsse.

+++ 17:20 Uhr +++

Nun tritt Otto Hutter (Die Linke) ans Mikrofon. Er trägt ein T-Shirt mit dem Wagner-Zitat "Wahn! Wahn! Überall Wahn!". Er betont, dass er ein Theaterbefürworter und ein Sanierungsbefürworter sei. Er begrüßt den Bürgerbeteiligungsprozess, will diesen aber nicht 1:1 umgesetzt sehen. Dort seien Kultur-Insider gewesen, die ihre Wünsche geäußert hätten. Im Stadtrat aber säßen Politiker, die nicht nur die Kultur im Blick hätten. Man müsse die finanzielle Situation der Stadt sehen. Man könne nicht z.B. die Schultoiletten gegen das Theater ausspielen. Er fordere eine Priorisierung: "Man muss benennen, was hinten runterfällt." Mit dem Errichten eines Gebäudes sei es nicht getan, man müsse auch für den Unterhalt sorgen: "Wenn wir 2039 die Sanierung abbezahlt haben, stehen wir vor der gleichen Ruine wie zuvor."

+++ 17:11 Uhr +++

Verena von Mutius (Bündnis 90/Die Grünen) erinnert daran, wer sich alles in den bisherigen Prozess eingebracht hat: Die Sanierungsgegner, der Stadtrat, die Verwaltung - vor allem aber auch die Bürger, die am Bürgerbeteiligungsprozess teilgenommen hatten. Finanztechnisch sei ihre Fraktion der Meinung, dass ein guter Kompromiss gefunden worden sei. "Wir sind froh, dass nun das Gesamtkonzept zur Abstimmung kommt und hoffen, dass es eine große Mehrheit findet." Die Fraktion fordere die Erstellung eines Leitbildes für das Theater.

+++ 17:09 Uhr +++

Noch fünf Wortmeldungen sind angekündigt, danach wird die Rednerliste geschlossen.

+++ 16:59 Uhr +++

Andreas Jäckel (CSU) tritt ans Rednerpult. Auch er lobt die Verwaltung für die zahlreichen abgeleisteten Überstunden. Der Tickerer schließt sich gerne an und zollt seinen Kollegen Respekt. Er verweist auf die Bedeutung des Theaters als Standortfaktor neben Aspekten wie Fußball-Arena, Klinikum oder Universität: "Das Theater rundet die Entscheidung eines Unternehmers für oder gegen einen Standort ab." Wo sonst sollten die starken Marken Augsburgs wie Brecht oder Mozart gespielt werden, wenn nicht im Theater. "Ohne Hardware keine Software", sagt Jäckel: Ohne eine vernünftige Behausung sei kein vernünftiger Theaterbetrieb, auch nicht der freien Szene, möglich. "Wir brauchen den Kern zur Vernetzung." Der Hoffmann-Keller sei ein sehr niederschwelliger Einstieg in die Theaterkultur.

+++ 16:54 Uhr +++

Alexander Süßmair (Die Linke) erkundigt sich nach dem Denkmalschutz: "Denkmalschutz ist ja nicht ultimativ, sondern man soll erhalten unter wirtschaftlicher Abwägung." Er wolle wissen, ob diskutiert wurde, den Foyer-Bereich völlig neu zu bauen. Architekt Achatz erinnert daran, dass man den obersten Denkmalschützer befragt habe, der sich eindeutig dazu geäußert habe (mehr dazu hier).

+++ 16:44 Uhr +++

Peter Grab (WSA) bekräftigt, er sei grundsätzlich für die schnellstmögliche Sanierung des Theaters. Er kündigt aber eine Grundsatzrede für den weiteren Tagesordnungspunkt (Finanzierung) an.

+++ 16:42 Uhr +++

Rainer Schaal (CSU) möchte wissen, ob es durch die Sanierung Auswirkungen auf den fließenden oder den ruhenden Verkehr geben wird. Merkle verweist auf die Planungen, die noch nicht abgeschlossen seien. Geplant sei aber eine Auflassung der Kasernstraße für den motorisierten Verkehr. Ein Ziel sei außerdem eine "Durchmischung" von Künstlern und Bürgern auf der Straße und im Theater.

+++ 16:39 Uhr +++

Achatz verweist auf den eingerechneten Kostenpuffer von 25 Prozent. Diesen brauche man bei einem Bestandsbau, wo man nicht immer wisse, was einen hinter den Wänden erwarte. "Bei einem Gebäude dieser Größenordnung würde ich eine Kostensteigerung von 30 Prozent noch nicht als Kostenexplosion bezeichnen." Man werde die 186,3 Millionen nicht garantieren können. Es werde aber eine regelmäßige Kostenkontrolle geben, um rechtzeitig reagieren zu können, beispielsweise durch Reduzierung von Flächen oder Inhalten.

+++ 16:35 Uhr +++

Aus der Pro-Augsburg-Fraktion kommt die Frage an den Architekten, ob die Zahl von 186 Millionen Euro gehalten werden kann. Beim Münchner Gärtnerplatz-Theater seien die Kosten explodiert. Zunächst antwortet Baureferent Gerd Merkle. Er verweist darauf, dass es nicht seriös sei, die Preise von 2020 oder 2021 jetzt schon zu wissen. "Geben Sie uns die Möglichkeit, die Planung komplett fertig zu stellen. Es wäre die Empfehlung von uns, vorab 50 Prozent der Baukosten auszuschreiben. Dann wissen wir, wie die aktuellen Preise sind. Liegen dann viele Gewerke über den kalkulierten Kosten, können wir noch reagieren." Und weiter: "Wenn wir uns allesamt einer Selbstverpflichtung unterwerfen, dass wir während der Planung keine Änderungen beschließen, haben wir Planungssicherheit."

+++ 16:18 Uhr +++

Damit gehen wir in die Wortmeldungen. Den Beginn macht Stefan Quarg (SPD). Der Architekt betont, dass es heute primär um die Baumaßnahme als solche gehe. Als Stadtrat sei man zunächst skeptisch, wenn es um eine derart komplexe Angelegenheit gehe. "Aber es ist unabdingbar, dass wir uns tief in die Materie einarbeiten." Er sage "mit voller härte", dass die von den Nationalsozialisten in den 30er-Jahren erbrachten Bauteile nicht unter Denkmalschutz zu stellen seien: "Das gehört alles auf den Prüfstand." Die bisherigen Planungen seien Sinnvoll und im Internet nachzulesen - nämlich in unserem Spezialteil zur Theatersanierung

+++ 16:16 Uhr +++

Gribl weist noch einmal darauf hin, dass man die Gesamtkosten im Blick haben müsse. Höhere Investitionen bedeuten oftmals Einsparungen im laufenden Betrieb.

+++ 16:15 Uhr +++

Großes Thema des Gesamtprojekts ist auch das Theaterquartier. Im Herbst finden hierzu ein eigener Workshop statt, so Baureferent Gerd Merkle. Denkbar ist etwa eine verkehrsberuhigte Theaterstraße sowie neue Wegeverbindungen rund ums Theater.

+++ 16:13 Uhr +++

Unterm Strich stünde bei der nun vorgestellten Sanierungsvariante eine Einsparung von mehr als 2,5 Millionen Euro. Die Kosten würden sich damit auf rund 186,3 Millionen Euro belaufen.

+++ 16:11 Uhr +++

Auf detaillierten Plänen erklärt Achatz sämtliche Räume und ihre Verbindungen - vom tiefsten Keller bis zum vierten Obergeschoss. Am Boden sieht es so aus, dass die Kasernstraße für Fußgänger und Radfahrer offen bleiben könnte.

+++ 16:06 Uhr +++

Auf der Bühne im Großen Haus sollen weiterhin Sondernutzungen möglich sein, etwa eine Bestuhlung zum Opernball auf der Hinterbühne.

+++ 16:03 Uhr +++

Nicht umsetzbar ist jedoch der Wunsch nach einem "Stadtbalkon" vom Foyer im 3. Rang. Laut Baureferent Merkle ist die Bodenplatte hier nur 8 Zentimeter dick und würde den Belastungen von Dutzenden Besuchern nicht standhalten. Eine statische Aufarbeitung würde unverhältnismäßige Mehrkosten verursachen.

+++ 16:02 Uhr +++

Auch das Orchesterproben-Haus ist wieder in den Plänen enthalten. Beispielsweise soll es Schulklassen möglich sein, den Proben beizuwohnen.

+++ 16:00 Uhr +++

Das "Neue Haus", also der neue Multifunktions-Saal, wird ebenfalls über diesen Zugang erreichbar sein. Hier ist eine eigene Garderobe geplant.

+++ 15:58 Uhr +++

Unter anderem ist der Hoffmann-Keller als Black Box vorgesehen, mit einem eigenen kleinen Kassen-Foyer. Das war auch ein ausdrücklicher Wunsch aus dem Bürgerbeteiligungsprozess. Mehr dazu finden Sie auf unserer Sonderseite zur Bürgerbeteiligung.

+++ 15:56 Uhr +++

Nun tritt Architekt Achatz zu seinem zweiten Vortrag an. Darin erklärt er die konkreten Pläne zur Sanierung des Großen Hauses sowie zum Neubau des Verwaltungs- und Funktionsgebäudes.

+++ 15:54 Uhr +++

Sondersitzung = Sondersitzplan. Die mit der Theatersanierung befassten Referenten Bürgermeisterin Eva Weber (Wirtschaft/Finanzen), Gerd Merkle (Bauen) und Thomas Weitzel (Kultur) sitzen heute zur Rechten von OB Gribl. Bürgermeister Dr. Stefan Kiefer (Soziales), Hermann Köhler (Bildung) und Reiner Erben (Umwelt) sitzen zur Linken. Ordnungsreferent Dirk Wurm fehlt entschuldigt.

+++ 15:47 Uhr +++

Hier meldet sich auch Baureferent Gerd Merkle zu Wort: "Die Verlagerung von Lagerflächen in ein Gewerbegebiet bringt dauerhafte Kosten mit sich, die schwer zu beziffern sind." Dazu komme die ständige Anlieferung. Bis zu 1000 Lkw-Fahrten im Jahr seien abzusehen - sowohl finanziell wie ökologisch schwer zu vertreten.

+++ 15:46 Uhr +++

Gribl ergänzt die Ausführungen: Durch den Verzicht auf die Auslagerung von Verwaltung und Lagerflächen spare man mittelfristig Geld, da keine Miete für Fremdgebäude aufgebracht werden müsse.

+++ 15:38 Uhr +++

Achatz erklärt einen Antrag der SPD zur Renovierung des Bühnenturms. Hier wird offensichtlich, dass es kaum eine Alternative zur geplanten "Tischkonstruktion" geben wird - finanziell wie auch aus Sicht des Denkmalschutzes. Bei einem kompletten Abbruch des Bühnenturms würden auch die Außenwände fallen.

+++ 15:22 Uhr +++

Ein Einsparungsfaktor war das ursprünglich geplante freistehende Orchesterproben-Gebäude. Diese Räume wurde in das sogenannte Bauteil II integriert, also in das Vewaltungs- und Funktionsgebäude. Dadurch wurden am Ende rund 1,28 Millionen Euro eingespart. Diese Idee stammt auf einem gemeinsamen Antrag der CSU- und der SPD-Fraktion. Einem weiteren Antrag der SPD folgte die Gegenüberstellung der Weiterverwendung der Brechtbühne und dem Neubau einer Multifunktionsbühne. Die Flächen der Brechtbühne könnten weder unter- noch überbaut werden, was zu einem Flächenverlust von rund 4000 Quadratmeter führen würde. Ebenfalls von der SPD kam der Antrag zum Verzicht auf den Hoffmannkeller. Er soll als "Black Box" durch privates Sponsoring finanziert werden, was weitere 400.000 Euro einspart. 

+++ 15:20 Uhr +++

Rückblick: Bei einer ersten Kalkulation im Februar 2015 lagen die Sanierungskosten noch bei 222 Millionen Euro. Durch eine Neuberechnung zum 30. Juli 2015 reduzierte sich die Summe auf 188,9 Millionen, so Achatz.

+++ 15:19 Uhr +++

Kaum zu glauben: Schon ein Jahr ist es her, dass der Architekt Walter Achatz zuletzt vor dem Stadtrat stand und seine Pläne vorstellte. Heute ist wieder da, um die Anträge der Fraktionen zur Theatersanierung zu beantworten.

+++ 15:17 Uhr +++

Applaus für die Verwaltung: Die Stadträte zollen den Mitarbeitern der beteiligten Referate und Fachämter Respekt für die umfassende und detaillierte Ausarbeitung. "Man merkt, das ist ein Jahrhundert-Projekt", sagt Weitzel.

+++ 15:14 Uhr +++

Kulturreferent Thomas Weitzel erklärt den Aufbau der Beschlussvorlagen. Zunächst sind chronologisch alle 33 Anträge der Fraktionen seit März 2015 aufgelistet. Im Anschluss findet man die jeweiligen Antworten bzw. daraus folgenden Handlungen. Dazu kommen noch fünf weitere Anträge, die in den letzten Tagen eingereicht wurden.

+++ 15:13 Uhr +++

Der OB weist die Zuschauer darauf hin, dass es nicht erlaubt ist, Bild- oder Tonaufnahmen der Sitzung zu machen. Offenbar hatten einige Besucher bereits mit ihren Handys fotografiert oder gefilmt.

+++ 15:11 Uhr +++

Gribl führt ein wenig durch das geplante Tagesprogramm. Wortmeldungen werden erst nach dem zweiten Sachvortrag durch den Architekten Achatz ermöglicht. Die Tagesordnung wird einstimmig angenommen. "Dann ist das schon das erste Mal, dass wir heute alle einer Meinung sind", sagt Gribl.

+++ 15:05 Uhr +++

OB Dr. Kurt Gribl hat die Schiffsglocke geläutet, es geht los. Zuerst wird die Tagesordnung festgezurrt. Die ist war recht übersichtlich, aber - wie Gribl es ausdrückt - "sehr gehaltvoll". Er mahnt daher zu höchster Konzentration für die nächsten Stunden. Das gilt vor allem für den Live-Tickerer.

+++ 15:00 Uhr +++

Der Saal ist geöffnet, die Zuschauer strömen herein. Mittlerweile dürften es rund 50 Personen sein, welche die heutigen Entscheidungen zur Theatersanierung hautnah erleben wollen. Auch die sogenannten Sanierungskritiker wurden im Saal gesehen.

+++ 14:40 Uhr +++

Mehr als 20 Personen warten bereits auf den Einlass - allein vor den Türen auf der Nordseite. Ein guter Wert für eine Stadtratssitzung - allerdings hat das Thema Theater auch schon mal mehr als 100 Zuschauer in den Großen Sitzungssaal bewegt.

+++ 14:34 Uhr +++

Noch hängt das Schild "kein Zutritt - nichtöffentliche Sitzung" vor den schweren, dunkelgrünen Holztoren im Oberen Fletz. Wird wohl noch ein paar Minuten dauern, ehe die öffentliche Sitzung beginnt.

+++ 14:04 Uhr +++

Derzeit läuft noch die nichtöffentliche Sitzung. Darum schon mal einen Blick auf das, was uns in der öffentlichen Sitzung ab 14:30 Uhr erwartet:

Zunächst wird Bürgermeisterin Eva Weber einen mündlichen Bericht über das Finanzierungskonzept abgeben. Dabei bezieht sie auch Alternativen zur Finanzierung in ihren Bericht mit ein. Die Verwaltung favorisiert die Verwaltung eine Finanzierung über Kommunal- und Förderkredite, die in kleinen Tranchen abbezahlt werden sollen. Ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer kam zum gleichen Ergebnis.

„Wir haben verschiedene Modelle durchgerechnet“, erklärt die Finanzreferentin. „Unser Ergebnis war, dass wir mit Kommunalkrediten am besten fahren.“ So behalte die Stadt als Eigentümerin des Theaters das Heft des Handelns in der Hand. Zudem seien die Zinsen derzeit historisch niedrig. „Die Kreditaufnahmen erfolgen bis ins Jahr 2022 bzw. 2023 – die Zinsen werden bis dahin nicht durch die Decke gehen.“ Nach derzeitigen Schätzungen wird die jährliche Zinsbelastung etwa 500.000 Euro betragen. „Dieses Finanzierungskonzept wurde so von der Regierung von Schwaben abgesegnet.“

„Ich war sicher, dass die Verwaltung alle Möglichkeiten gewissenhaft und ausführlich geprüft hat“, betonte OB Dr. Kurt Gribl in der Stadtrat-Pressekonferenz. „Für mich ist es nun wichtig zu wissen, dass die Ausarbeitung der Kämmerei der neutralen Prüfung standgehalten hat.“

Anschließend soll der Stadtrat den zweiten Grundsatzbeschluss zur Generalsanierung und Neukonzeption des Theaterstandortes Augsburg fassen. Der mit der Planung beauftragte Architekt Walter Achatz wird im Stadtrat anwesend sein. Insgesamt wurden seit März vergangenen Jahres 33 Anträge der Fraktionen von der Verwaltung abgearbeitet und in der heutigen Beschlussvorlage nach Möglichkeit berücksichtigt. „Jetzt haben wir ein stimmiges Gesamtbild, über das wir entscheiden können“, sagt Baureferent Gerd Merkle zufrieden.

Wie in einem Trichter seien die Dinge zusammengeführt worden, so dass unten ein konkreter Gegenstand herauskomme. Alle Vorschläge seien auf Finanzierbarkeit überprüft worden. Heute soll nicht über einzelne Details entschieden werden, so Merkle weiter, da sonst am Ende eventuell ein nicht mehr harmonierendes Gesamtes herauskommen könnte.

Durch weitere Einsparungen konnte die Kostenschätzung um weitere 2,6 Millionen Euro auf nunmehr 186,3 Millionen gedrückt werden. Darin ist weiterhin ein Kostenpuffer von 25 Prozent eingerechnet. Merkle hofft, noch in diesem Jahr die Entwurfsplanung für das Große Haus auf den Weg bringen zu können. 2017 könnten dann die Genehmigungs- und die Ausführungsplanung erfolgen. Dann könnten rund 50 Prozent der Bausumme zeitnah ausgeschrieben werden. „Das gibt uns ein Höchstmaß an Kostensicherheit“, so der Stadtbaurat.

Im kommenden Jahr soll die Archäologie ihre Arbeit beginnen. Im Frühjahr 2018 soll die Sanierung starten. Ziel ist es, die Arbeit bis Ende 2022 abzuschließen. Im Frühjahr 2023 soll der Probebetrieb im Großen Haus beginnen. Ab Herbst 2023 soll das Theater dann komplett bespielbar sein. (rs)