Neue Wege der Kulturförderung im Gespräch

05.07.2016 11:38 | Theatersanierung Kultur

Die Stadt Augsburg und die freien Theater wollen die Kulturförderung neu denken und entwickeln. Dazu trafen sich am Montag, 4. Juli, Vertreter des Kulturreferats, des Kulturamtes und der freien Theater zu einem konstruktiven Dialog.

Die Grundlagen für das Gespräch haben die Vertreter der freien Szene bereits im März beim Kulturförderworkshop gelegt. Foto: Stadt Augsburg

Sowohl Kulturreferent Thomas Weitzel als auch Kulturamtsleiterin Elke Seidel halten die Forderungen der freien Theater für berechtigt und stärken ihnen den Rücken. Die freien Theater werden ihr Anliegen beim nächsten Kulturausschuss am 26. Juli vorbringen. Eine neu gebildete gemeinsame Arbeitsgruppe will konkrete Maßnahmen umsetzen.

Grundlagen für das aktuelle Gespräch sind bereits in einem Fachworkshop zur Kulturförderung gelegt worden, der im Rahmen der Bürgerbeteiligung zur Zukunft der Theaterlandschaft stattgefunden hat. Dabei wurden von städtischer Seite, wie von der freien Szene erstmals gemeinsam mögliche Ziele und Kriterien für die Kulturförderung besprochen.
 

Neue Impulse für die Diskussion

Als externe Experten waren Sabine Schirra, Leiterin des Kulturamtes der Stadt Mannheim und Marc Gegenfurtner, Leiter der Abteilung 1 Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Film, Literatur, Musik, Stadtgeschichte, Wissenschaft, im Kulturreferat der Landeshauptstadt München eingeladen. Sie gaben Einblicke in die Kulturarbeit und Kulturförderung in ihren Städten und setzten vor diesem Hintergrund Impulse für die Diskussion in Augsburg.

Dazu erarbeiteten etwa 20 Diskutanten – von Vertretern der Kinder- und Jugendtheater im Abraxas über das Theater Interkultur bis hin zur Ein-Mann-Theaterwerkstatt – mögliche Kriterien zur Kulturförderung, die als Einstiegsförderung auch eine Hilfe zur Professionalisierung sein kann.
 

Vertrauen in die Zuschussgeber

Bei der Frage nach den Instrumenten der Kulturförderung wurde eine Festbetragsförderung ebenso diskutiert wie die Feststellung, dass nicht nur Geld, sondern auch Räume oder Technik Fördermittel sein können. Beim Thema Evaluierung schließlich wurde deutlich, dass die Entscheidung über die Förderwürdigkeit von Projekten bestens im Bereich Fachverwaltung/Politik aufgehoben ist. Wer entscheidet, trage aber auch die Verantwortung, hieß es. Umso wichtiger sei es, Vertrauen in die Zuschussgeber haben zu können.

„Es ist unbestritten, dass Kultur Förderung braucht – ob freie Szene oder institutionalisierte Einrichtung. Entscheidend ist die Frage nach welchen Kriterien die Förderung erfolgt, welche Instrumente dafür zur Verfügung stehen und wann ein Projekt geeignet ist, um Fördermittel zu erhalten“, so Kulturreferent Thomas Weitzel.
 

Dokumentation zum Download bereit

Die Anstöße aus dem Fachworkshop zielen vor allem in Richtung künftiges Kulturentwicklungskonzept, in dem auch die Förderrichtlinien neu definiert und aufgestellt werden. Ausführliche Informationen über den Kulturförderworkshop sind protokolliert und können auf der Bürgerbeteiligungsseite unter www.augsburg.de/theatersanierung eingesehen und heruntergeladen werden. (pm/erz)