Kapitel 1: Militarisierung in der NS-Zeit (1933 – 1939)

Am 9. März 1933 zogen die Nationalsozialisten ins Augsburger Rathaus ein. In den folgenden Wochen ließen sich fast alle Beamten der städtischen Verwaltung „gleichschalten“ und auch in der Bevölkerung gab es nur wenige, die sich aktiv dem Regime entgegenstellten.

Politische Gegner und Einwohner Augsburgs, die nicht der Rassenideologie der Nationalsozialisten entsprachen wie Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und Behinderte, wurden skrupellos verfolgt, ihrer Rechte beraubt, terrorisiert, enteignet, eingesperrt, gequält und in Konzentrationslagern ermordet.

Die meisten Einwohner der Stadt sahen dagegen zunächst die „Erfolge“: Augsburg wurde von den Nationalsozialisten zur Gauhauptstadt erklärt. Vor allem die Maschinenbau-, Metall- und Textilindustrie erfuhr im Zuge der aggressiven Hochrüstungspolitik eine starke Förderung. Die Arbeitslosenquote, die 1932/33 in Augsburg noch bei über 30 % lag, sank spürbar. Dagegen hatte sich die Beschäftigungsrate in den kriegswichtigen Betrieben wie den Messerschmitt-Werken, der MAN oder bei Keller & Knappich (später KUKA) seit 1933 mehr als verdoppelt und stieg bis Kriegsbeginn auf über 17.000 Arbeitnehmer an. 

Augsburg wurde Sitz einer Garnison der 27. Infanteriedivision, 8.000 Soldaten waren in der Stadt stationiert. Weitläufige Kasernenareale entstanden westlich von Pfersee und Kriegshaber, an Standorten, die ursprünglich für den Wohnungsbau vorgesehen waren. Der gesamte Stadtraum wurde durch Aufmärsche und Fackelzüge besetzt.

Hinter allen Maßnahmen der nationalsozialistischen Politik steckte von Anfang an das Kalkül, die Gesellschaft auf Gewalt und Krieg auszurichten.

 

 

 

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