Freizeit-Einrichtungen ab 31.10.2020 geschlossen

Am 31. Oktober 2020 treten im Stadtgebiet Augsburg die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie inkraft. Darum bleiben ab diesem Samstag unter anderem folgende Freizeit-Einrichtungen für die Dauer der Verordnung geschlossen:

  • Botanischer Garten
  • Hallenbäder
  • Sportstätten, soweit nicht in engen Ausnahmen erlaubt
    (erlaubt ist nur Individualsport alleine, zu zweit oder mit Mitgliedern des eigenen Hausstandes)
  • Kunstsammlungen und Museen, Forstpavillion
  • Theater und Kultureinrichtungen wie Abraxas, Kresslesmühle und Zeughaus
  • Goldener Saal
  • Naturmuseum
  • Mehrgenerationentreffs

Leopold-Mozart-Haus

Im neuen Museum in Leopold Mozarts Geburtshaus in der Frauentorstraße können Besucherinnen und Besucher jeden Alters Mozarts Vater und seine Welt aktiv kennenlernen. Die Dauerausstellung lädt ein zum unmittelbaren und sinnlichen Erleben: In elf Themenräume finden sich unter anderem eine begehbare Reisekutsche, ein barockes Zimmertheater und ein Raum, der Musik spürbar macht.

Seit Herbst 2018 arbeitete unter der Federführung des Kulturreferats ein Kuratorenteam an der Neukonzeption: Simon Pickel, Leiter des Mozartbüros im Kulturamt der Stadt Augsburg, Ute Legner, Leiterin des städtischen Musikvermittlungsprogramms MEHR MUSIK!, Prof. Dr. Johannes Hoyer, Leiter des Master-Studiengangs Musikvermittlung am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg, sowie der Kunsthistoriker Ulrich Heiss. Die Gestaltung und Umsetzung der neuen Dauerausstellung wurde von der Agentur unodue (www.unodue.de) aus München übernommen.

Leopold Mozart im Zentrum

Leopold Mozart wuchs im Augsburger Domviertel auf, sein Vater war Buchbindermeister. Für einen Handwerkerssohn eher unüblich, ging Leopold auf das Jesuitenkolleg St. Salvator (das Gebäude beherbergt bis heute den herrlichen Kleinen Goldenen Saal), wo er eine umfassende humanistische, naturwissenschaftliche, sprachliche und musische Bildung bekam. Hier wurden die Grundlagen für sein gesamtes Leben gelegt. Leopold zog fürs Studium nach Salzburg, wurde dort zunächst Kammerdiener und später Hofmusiker im Dienste des Fürsterzbischofs. Neben der Musik galt Leopolds Interesse auch sämtlichen anderen Aspekten des Lebens: Philosophie, Kunst, Erfindungen, Kleidung, Essen, Naturphänomenen, Sprachen, Menschen und verschiedenen Kulturen. Das wird in seinen unzähligen Briefen deutlich, die ein einzigartiges Bild seiner Zeit vermitteln.

Sein Versuch einer gründlichen Violinschule ist nicht nur ein geniales Lehrbuch, sondern bietet ein komplettes Musikkompendium der Zeit. Die Violinschule, die Leopold in Augsburg drucken ließ, ist auch Ausdruck seiner großen musikpädagogischen Fähigkeiten, die er nicht nur seinen eigenen Kindern zugutekommen ließ. Man muss sich fragen, was aus Wolfgang geworden wäre, wenn er einen anderen Vater ohne dessen einzigartige Fähigkeiten und Interessen gehabt hätte? Ein guter Musiker bestimmt, aber dieses Wunderkind? Sicher nicht. Es lohnt sich allemal, den ganzen Leopold Mozart kennenzulernen und nicht nur den Vater von Wolfgang Amadeus. Leopold ist eine eigenständige Persönlichkeit, die zwar untrennbar mit seinem Sohn verbunden bleiben wird, aber dennoch viel mehr zu bieten hat.

Es ist eine besondere Herausforderung, eine Ausstellung über eine so vielfältige Figur zu konzipieren. Gleichzeitig ist das Raumangebot im alten Handwerkerhaus in der Frauentorstraße begrenzt. Eine zusätzliche Schwierigkeit stellt das Fehlen von Originalobjekten aus dem Besitz oder dem direkten Umfeld Leopolds dar. Aus dieser Not macht die neue Ausstellung eine Tugend: Leopold Mozarts unzählige und äußerst anschauliche Briefe sind Ausgangspunkt seiner Geschichte, die hier zeitgemäß und erlebnisorientiert transportiert in den elf Themenräumen zum Leben erweckt wird.

Dabei spielt Leopold Mozart eine viel zentralere Rolle als bisher: „War der Name Mozarthaus durchaus verkürzt und daher irreführend, so steht das Museum jetzt als LEOPOLD-MOZART-HAUS mit seiner neu gestalteten Dauerausstellung erstmals ganz im Zeichen seines Namensgebers. Augsburg nimmt im Dreiklang der Mozartstädte eine eigene Schlüsselrolle ein und das LEOPOLD-MOZART-HAUS ist ein nachhaltiger Ausdruck dieses wertvollen Kulturerbes, denn: ohne Leopold kein Wolfgang." (Kulturreferent Thomas Weitzel)

Weil die enge Bauweise des Hauses eine Erschließung für Rollstuhlfahrer nicht überall ermöglicht, bietet das Erdgeschoss einen eigenen Raum für gehbehinderte Personen an. Hier sowie im liebevoll gestalteten Prologfilm im Eingangsbereich lassen sich die Inhalte des Museums kostenfrei erfahren. Ein spezielles Pädagogikprogramm der Augsburger Musikvermittlungsstelle MEHR MUSIK!, das sich uneingeschränkt an alle Schülerinnen und Schüler richtet, rundet das Konzept ab.

Eindrücke aus dem Mozarthaus