Phase II: Bürgerwerkstatt und Bündelung der wichtigsten Themen

In Phase I hatten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Ihre Meinungen und Wünsche zur Augsburger Museumslandschaft zu äußern. Die Ergebnisse aus diesem Prozess werden nun nochmal gemeinsam in einem dafür eigens angesetzten Workshop konkretisiert und weitergedacht, bevor sie dann in der finalen Abschlussdokumentation festgehalten werden.

Fachgespräch zur Vielfalt in den Museen

Ihre Stadt! Ihr Museum?! Die Zukunft der Museumslandschaft Augsburg
Donnerstag, 14. Februar 2019,

18:00 bis 20:30 Uhr

Natalie Bayer, Migrationsforscherin und Leiterin des FHXB Museums Berlin, wurde als Gastrednerin eingeladen, um einen Impuls für die Diskussion zu geben. Ihre Expertise im Thema Diversität und Interkultur beruht auf dem von ihr maßgeblich angetriebenen Öffnungsprozess im Münchner Stadtmuseum, auf ihrer Kenntnis in neuerer Forschung sowie ihre eigene publizierende Tätigkeit.  

Sie berichtete, dass in Museen bzw. Kultureinrichtungen strukturelle Diskriminierungen und auch Rassismus vorkommen können, dass Museumsdirektoren/innen und Leitungskräfte mit Migrationshintergrund eher die Ausnahme sind und sich erst wenige Museen auf den Weg gemacht haben, koloniales Erbe kritisch zu hinterfragen.  Zur Unterstützung ihrer Thesen berief sie sich z.B. auf Dr. Mark Terkessidis und Naika Foroutan und nahm deren Forderungen nach „postmigrantischen Perspektiven“ auf.  

Meist sind es die Strukturen, die Diversität einschränken. Davon ist auch der gesamte (städtische) Verwaltungsapparat nicht ausgenommen. Bayer betonte, dass es darum geht, die Routinen, die Selbstverständlichkeiten in der Wahl von Kooperationspartner*innen und die Personalbesetzungsverfahren in der Art zu verändern, damit sich die Gesellschaftsrealität darin spiegeln könne. Frau Bayers Anliegen ist es, dass Museen ihre Bestände mit der „Antirassismus- und Antikolonialismusbrille“ durchforsten. Im Münchner Stadtmuseum ist dieser Prozess langwierig und immer noch nicht abgeschlossen, wie Museumsdirektorin Dr. Fehle bestätigen konnte. Sie hatte den Auftrag, aus ihrer Arbeit in München, ihrer Forschung und auch aus der Erfahrung ihres eigenen kleinen Museums zu sprechen und damit die Türen für die anschließende Diskussion zu öffnen. In der Diskussionsrunde konnten sich nicht nur die eingeladenen kulturellen Akteure äußern, auch waren Veranstaltungsbesucher*innen eingeladen, sich am Gespräch zu beteiligen. Wer nicht auf dem Podium Platz nehmen wollte, konnte Fragen und Anregungen auf vorbereiteten Karten vermerken und, falls gewünscht, Adressdaten zur Kontaktaufnahme hinterlassen.  

Aus unterschiedlichen Richtungen kam der Hinweis, dass Menschen sich wünschten, ihre Lebensrealität würde stärker in der Ansprache von Ausstellungen abgebildet. Eine Idee hierzu war beispielsweise eine Arbeitsgruppe mit Interessierten aus unterschiedlichen Communities zu gründen, welche die Ausstellungen begeht und auf andere Perspektiven hin untersucht bzw. Ansätze sucht, wo Migrationsgeschichte einfließen könnte. Auch zeigte sich, dass ein Interesse seitens der Communities vorhanden ist, dass es manchmal vielleicht eher an der Wahrnehmung liegt, warum Museen der eigenen Stadt nicht besucht werden.

Weiteres finden Sie in der rechten Spalte unter Downloads:


Impressionen aus Phase II

„Bürgerwerkstatt zur Zukunft der Museumslandschaft“
am 13. Oktober 2018, 11:00 Uhr

Augustanasaal, Im Annahof 4, 86150 Augsburg

In einem Ganztagesworkshop stehen die zukünftige Arbeit im städtischen Museumsbereich und deren Prioritäten im Vordergrund. Gesprächsgrundlage des Workshops bilden die Ergebnisse aus der vorhergehenden Phase I:

  • Römer und mehr:
    Wie könnte eine gesamtstädtische Lösung für die einmalige Chance auf einen modernen städtischen Museumsbau aussehen?
     
  • Besuchserlebnis:
    Wie kann man mit Hilfe von digitalen Medien Inhalte und Möglichkeiten schaffen und dadurch auch Besucherinnen und Besucher besser aktiv mit einbeziehen?
     
  • Kommunikation:
    Wie findet man neue Wege in Ansprache und Kontakt mit potentiellen Besucherinnen und Besuchern der städtischen Museen?
     
  • Erweiterte Öffnung:
    Wie können städtische Museen als öffentlicher Ort mit Kooperationen nach außen zur Stadt gestaltet werden?

Diese Themenschwerpunkte werden an einzelnen Thementischen in Form eines World Cafés diskutiert. Die Ergebnisse werden ebenfalls in dem gesamten Untersuchungsprozess integriert.

Ein weiteres Untersuchungsinstrument, an dem die beiden beauftragten Agenturen bereits seit längerem arbeiten und bei dem alle bis dato angestellten Untersuchungen und Ergebnisse berücksichtigt werden, ist die Museumsmatrix® Augsburg – eine fokussierte Stärken-/Schwächen-Analyse (SWOT) für jedes der einzelnen Häuser der Kunstsammlungen.

Die Ergebnisse aller angestellten Untersuchungen des Kulturentwicklungskonzeptes der Augsburger Museumslandschaft werden den Bürgerinnen und Bürgern bei einer Museumsgeneralkonferenz in Form eines Strategiepapers präsentiert. Die Legitimation zur Umsetzung der notwendigen Maßnahmen aus dem Strategiepapier wird im Stadtrat eingeholt bzw. beschlossen.

Unter „Downloads“ finden Sie den Einladungsflyer und das Tagesprogramm. Für Essen und Getränke ist während der gesamten Veranstaltung gesorgt.