Die Augsburger Friedenstafel ist als gelebtes Symbol für die friedliche Begegnung. Quelle: Christian Menkel

Hohes Friedensfest

Rund um das Hohe Friedensfest veranstaltet die Stadt Augsburg jährlich ein Kulturprogramm mit festen Programmpunkten (ökumenischer Eröffnungsgottesdienst, die „Friedenstafel“und Friedensgrüße aller Kirchen und Religionsgemeinschaften.

Der 8. August – ein bundesweit einzigartiger Feiertag

Der 8. August markiert den Höhepunkt im Festprogramm zum Augsburger Hohen Friedensfest. Es wird seit 1650 jedes Jahr – bis auf die Kriegsjahre 1942 und 1944 – gefeiert. Sein Ursprung geht auf den Westfälischen Frieden von 1648 zurück, der das Ende der Unterdrückung der Protestanten während des Dreißigjährigen Krieges einleitete.

Seit 1950 ist der 8. August auf Initiative des Bayerischen Landtags ein gesetzlicher Feiertag, der ausschließlich für das Augsburger Stadtgebiet gilt. Das ist bundesweit einzigartig. Seit 1985 wird der 8. August ökumenisch gefeiert.

Hohes Friedensfest ist Immaterielles Kulturerbe in Deutschland

Zusammen mit weiteren Kulturformen ist das Augsburger Hohe Friedensfest 2018 in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen worden. Der 8. August, an dem Augsburg das Hohe Friedensfest jedes Jahr seit 1650 feiert, ist vermutlich weltweit der einzige Feiertag, der sich nur dem Gedanken der Toleranz und des Friedens widmet.

 „Mit der Auszeichnung würdigt die UNESCO-Kommission eine Jahrhunderte alte Tradition, die Identitätsstiftend für alle Augsburger wirkt und auch heute noch von einem breiten zivilgesellschaftlichen Engagement getragen wird“, so Kulturreferent Thomas Weitzel.

Mit dem Eintrag in das nationale Verzeichnis „leistet die Stadt Augsburg einen Beitrag zu einem öffentlichen, überregionalen Bewusstseinsprozess für das einzigartige Profil des Augsburger Hohen Friedensfestes und seines Modellcharakters hinsichtlich des friedlichen Aushandels von Konflikten auf kommunaler Ebene“, so der Kulturreferent. „Auch die vielen Ehrenamtlichen, die beim Friedensfest beteiligt sind, erfahren durch die Aufnahme in das Verzeichnis anerkennende Wertschätzung“, betont Kulturreferent Weitzel.

Bereits Anfang 2018 war das Augsburger Hohe Friedensfest in das bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.

Rein ideelle Würdigung

Die Aufnahme in die Liste des immateriellen Kulturerbes ist eine ideelle Würdigung, die an keine finanzielle Förderung gekoppelt ist. Das Verfahren ist losgelöst von der parallel laufenden Bewerbung mit der Augsburger Wasserwirtschaft um den Titel des UNESCO-Welterbes zu sehen, da hier die materiellen Kulturgüter/Denkmäler im Vordergrund stehen.

Hohes Friedensfest 2018 - die schönsten Bilder

Preis Augsburger Friedensfest

Seit 1985 vergibt die Stadt Augsburg im Drei-Jahre-Rhythmus den Preis Augsburger Friedensfest – gemeinsam mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Der mit 12.500 Euro dotierte Preis zeichnet Persönlichkeiten aus, die sich um ein tolerantes und friedvolles Miteinander der Kulturen und Religionen verdient gemacht haben. Der Preisträger wird immer am 8. August, dem Tag des Hohen Friedensfestes, verkündet. Die feierliche Preisverleihung findet im Herbst statt.

Kulturprogramm zum Hohen Friedensfest

Das jährliche kulturelle Rahmenprogramm zum Augsburger Hohen Friedensfest setzt sich künstlerisch und gesellschaftspolitisch mit aktuellen Themen und Dynamiken in heterogenen Gesellschaften auseinander. Es steht jedes Jahr unter einem anderen thematischen Dach und lädt ab Mitte Juli drei Wochen lang zu Konzerten, Performances, Theater, Workshops, Diskussionen und Stadtführungen ein. Das Rahmenprogramm wird in enger Zusammenarbeit mit einem breiten Netzwerk aus lokalen Initiativen, Kreativen, Wissenschaftlern und den Augsburger Religionsgemeinschaften konzipiert.

Das Augsburger Hohe Friedensfest am 8. August ist seit 1950 ein gesetzlicher, auf die Stadtgrenzen Augsburgs begrenzter und weltweit einzigartiger Feiertag des Friedens. Seinen Ursprung hat er im Jahr 1650, als die Protestanten Augsburgs erstmals ihre im Augsburger Religionsfrieden (1555) formulierte und im Westfälischen Frieden (1648) schließlich errungene Gleichberechtigung mit der Römisch-Katholischen Kirche feierten, nachdem ihnen am 8. August 1629 die Ausübung ihres Glaubens offiziell untersagt wurde. Die Herausforderungen, die sich damals mit der Koexistenz der beiden christlichen Konfessionen verbanden, liegen für die Stadt Augsburg mit ihren über 40 Prozent Bürgern mit Zuwanderungsgeschichte heute in der Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Vielfalt. Diese aktiv zu gestalten, versteht die „Friedensstadt Augsburg“ als Auftrag, der sich aus ihrem besonderen historischen Erbe ableitet.

Im Dezember 2018 wurde das Augsburger Hohe Friedensfest zusammen mit weiteren Kulturformen in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Zuvor war es Anfang 2018 bereits als immaterielles Kulturerbe in das Bayerische Landesverzeichnis aufgenommen worden.

 

 

Nächster Termin: Mi 24.07. bis 08.08.2019

Archiv:

Friedensfestprogramm 2014: Heimat? Da war ich noch nie!

Friedensfestprogramm 2015: Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten

Friedensfestprogramm 2016: Mut

Friedensfestprogramm 2017: Bekennen. Mein Name ist Mensch

Friedensfestprogramm 2018: UTOPIE: Was wäre, wenn...?

Das Augsburger Hohe Friedensfest wurde 2018 in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen