Woche der Brüderlichkeit

Die Formulierung „... zu Eurem Gedächtnis“ im Jahresthema zur Woche der Brüderlichkeit vom 8. bis 14. März 2021 will zum Nachdenken darüber anregen, wie heute Erinnerungsarbeit und Gedenken gestaltet werden können, um auch künftig aussagekräftig zu sein und Spuren zu hinterlassen. Während früher Geschichte „geschrieben“ wurde, steht heute die visuelle Vermittlung im Mittelpunkt.

Chance für die Erinnerungs- und Gedenkarbeit

Diesem Anliegen trägt vor allem die Arbeit der Shoah-Foundation Visual History Rechnung, die mehr als 50.000 Erlebnisberichte von Überlebenden und Zeugen der Shoah in 56 Ländern und 32 Sprachen audiovisuell aufgezeichnet hat. Auch die Wirkung in den Bildungsbereich hinein ist eine große Chance für die Erinnerungs- und Gedenkarbeit. Dies angesichts der Tatsache, „dass 67 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus direkte Begegnungen mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen immer seltener werden“, sagt Dr. Margaretha Hackermeier, Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Vor diesem Hintergrund stehe das Gedenken in der Zukunft vor ganz neuen Herausforderungen.

Videobeitrag statt traditionelle Schlussfeier

Dem Thema Visual History widmen sich verschiedene Veranstaltungen zur Woche der Brüderlichkeit, die mit einer Christlich-jüdischen Gemeinschaftsfeier im Augsburger Dom am 14. März, 15:30 Uhr endet (Präsenzveranstaltung – Anmeldung unter info@gcjz-augsburg.de).

Anstelle der ursprünglich ebenfalls für den 14. März geplanten Schlussfeier im Goldenen Saal des Rathauses wurde von der Stadt Augsburg gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Schwaben ein Videobeitrag zur Woche der Brüderlichkeit 2021 produziert. Dieser ist bereits seit 8. März auf dieser Seite abrufbar.

OB Eva Weber zur Rolle des Dialogs

In ihrem Grußwort beleuchtet Oberbürgermeisterin Eva Weber die Rolle des Dialogs zwischen den Angehörigen des jüdischen Glaubens und den christlichen Konfessionen für die Aussöhnung nach dem Holocaust. Zudem spricht sie über Aspekte von Visual History für die Erinnerungs- und Gedenkkultur in Augsburg.

Nach Grußworten von Dr. Margaretha Hackermeier, Marjan Abramowitsch von der israelischen Kultusgemeinde Augsburg-Schwaben sowie Regionalbischof Axel Piper hält Anna Stolz, Staatssekretärin des bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, die Festrede.

Die musikalische Gestaltung des virtuellen Festakts übernimmt Evgenia Rubinova, Pianistin am Leopold-Mozart-Zentrum.