Meine Vorstellung für eine gleichberechtigte Gesellschaft

Seit über 100 Jahren symbolisiert der Internationale Frauentag den Kampf für Gleichberechtigung und Emanzipation. Doch auch 2021 ist unsere Welt noch nicht gleichberechtigt. Während der Corona-Pandemie ist die Aufgabenlast von Frauen –  durch die verstärkte Übernahme von Hausarbeit, Kinderbetreuung oder auch Homeschooling – wieder deutlich gestiegen.

Wir wollen eure Stimme hören! Ob als Video, Foto, Text: Einfach eure Vorstellungen, Wünsche und Visionen für eine gleichberechtigte Gesellschaft mit #frauenstimmen auf Instagram oder Twitter posten und am 8. März hier erscheinen.

 

 

Einige Statements konnten aus Platzgründen nicht vollständig wiedergegeben werden. Die kompletten Beiträge sind hier zu finden:

„Catcallsofaugsburg sollten zukünftig unterstützt, statt zensiert werden. Denn dem Sexismus, der auf der Straße passiert, sollte ein Sprachrohr geschaffen werden. Und vor allem sollte er als Sexismus benannt und auch so thematisiert werden. Weiblich gelesene Menschen sollten prinzipiell erst gar nicht solchen Sprüchen ausgesetzt sein. Leider sind wir dort noch nicht angekommen, aber dennoch sollten sie eine Stimme bekommen und unterstützt werden.“

Daniela


„Mein Name ist Jutta Fiener. Ich bin SPDlerin und gehöre seit 7 Jahren dem Augsburger Stadtrat an. Ich will noch erleben, dass Frauen, und dass sind nach wie vor vorwiegend Frauen, die Kinder erziehen oder Angehörige pflegen, die berufstätig sind und in diesem kommunalpolitischen Gremium sitzen, genauso entschädigt werden wie Selbständige oder Vollzeitbeschäftigte. Es kann doch nicht angehen, dass diese Stadträtinnen, keinen Anspruch auf die Entschädigung ihrer häuslichen Nachteile haben – so nennt sich das in der Fachsprache. Und so lang dies so bleibt und so lang diese Grundlage nicht geschaffen ist, ist jede Forderung ‚Mehr Frauen in der Politik!‘ ein Lippenbekenntnis beziehungsweise eine Farce. Und dafür setze ich mich ein, dass sich diese Ungleichbehandlung endlich ändert. Ich wünsche mir: Mehr Frauen in der Politik!“

Jutta Fiener


„Eine Gesellschaft, in der wir leben wollen, beseitigt die Ursachen von Ausbeutung und Unterdrückung der Frauen. Gerade in der Corona-Pandemie und der Weltwirtschafts- und Finanzkrise zeigt sich, dass die Lasten der Krise auf die Frauen und Familien abgewälzt werden. Kurzarbeit und Entlassungen, Home-Office und Schulschließungen, Online-Unterricht, all das bringt zahlreiche Frauen in eine Zerreißprobe. Wir wollen aber vorwärts und nicht zurück!“

Frauenverbandes Courage e.V.


„Meine Vorstellung/mein Wunsch für eine gleichberechtigte Gesellschaft ist, dass sich unsere berufstätigen, jungen Frauen häufiger zutrauen, Führungsfunktionen zu übernehmen. In meiner jahrzehntelangen Zeit als Personalreferentin des Bayer. Landesamtes für Umwelt musste ich leider immer wieder feststellen, dass junge/jüngere Kolleginnen des höheren und gehobenen Dienstes (4. und 3. QE) sich mit einer sachbearbeitenden Aufgabe zufrieden gaben. Sie glaubten, dass die selbstsicherer auftretenden Männer diese Aufgabe besser meistern würden. Meine Erfahrung ist jedoch, dass Frauen zusätzlich zu ihrer Intelligenz auch besser in Mitarbeiterführung sind.

Zudem würde ich mir wünschen, dass nicht jeder noch so einfältige Mann glaubt, allein schon seines Geschlechts wegen der Frauenwelt überlegen zu sein. Den Kampf hiergegen aufzunehmen dürfte vermutlich Jahrzehnte/-hunderte dauern. Selbst heute noch muss man feststellen, dass vor allem die Väter vor Stolz platzen, wenn sie einen Jungen gezeugt haben.“

Gabriele Garsch


„Eine Gesellschaft, in der ich leben will, stellt sicher, dass Frauen mit Kindern im Berufsleben die gleichen Chancen bekommen wie Männer und Frauen ohne Kinder. Man muss sich ja fast schämen, eine Familie gegründet zu haben, wenn man sich für eine Stelle bewirbt! Weil so mancher Arbeitgeber befürchtet, dass die Mami die Umsetzung ihrer Aufgaben nicht schafft, da sie aufgrund der Kinder ausfallen könnte.

Sie bedenken jedoch nicht, dass die Fähigkeit des Multitaskings, des optimierten Zeitmanagements und der gut strukturierten Organisation von allen Aufgaben, die man als Mutter und v.A. als arbeitende Mutter automatisch tagtäglich lebt, ein Vorteil für die Arbeit sein könnte. Männer können ebenfalls mal ausfallen, ob sie Kinder haben oder nicht. 

Die meisten Frauen, die ich im Beruf erlebt habe, arbeiten deutlich effizienter, als ihre männlichen Kollegen. Sie sind es gewohnt, Alles in möglichst kurzer Zeit unter einen Hut zu bekommen.

Somit wünsche ich mir, dass den Rechten, die die Frauen in den letzten Generationen erkämpft haben, gleichwertige Chancen folgen."

Nina Gorissen, Unternehmerin


Frauenstimme heute

Im Hier und Jetzt
besetzt – ja erfüllt – Frau  multiplexe „Rollen“,
welche anlagebedingt durch Medien beworben einfließen.

Frau – Mutter – Tochter – Schwester - Freundin
Köchin – Haushaltsqueen – Arbeitende -
Sportliche – Makellose und weitere…
Gerne alles in einer Person vereint.
Solchen aufdiokrinierten Vorbildmaßstäben wie
indirekten Anspruchsmustern
sollte Frau reflektiert eigenverantwortlich begegnen.

Aus erkannter Vergangenheit Grenzen wie Rückschritte überwinden.

Die bis dato erlangten wie erkämpften Rechte
bitte nicht als flüchtige Selbstverständlichkeiten „akzeptieren“.
Nicht der Schein - sondern das Sein strukturiert
sinnig wie bezeichnend das Dasein.
EINSTEHEN – für Rechte und Gesetze die Frauenleben
auf eine ebenbürtige chancengleiche Ebene wirksam bringen.
Visionen - Wege – Lebensformen – Ziele Erreichbarkeit atmen.

Wo Kindern – Jugendlichen – Frauen
durch Werbeslogans – Zeichentrick-Figurkonturen –Mode „Korsetts“ und mehr
plakatiert als ideal Gewichts-Körper-Kultur verinnerlicht wird.
Verlieren darin unsere  Authentizität und Individualität komplett.
 

Welche Chancen – Entfaltungsfenster – Karrieregleichstellungen -
Bezahlungsmaßstäbe – Leistungswahrnehmungen
erfahren wir wirklich im Alltagsumfeld?

Weltweit gibt es absolut zu viel Gewalt – Übergriffe -
Vergewaltigungen oder sexistische Unterdrückungen.
Ohne Gerechtigkeit – Schutz – Würde- Respekt – SICHERHEIT!

Im Internet ist eine dunkle machthungrige „Täter-Gesellschaft“,
die mobbt – verbal zuschlägt – sexuell orientiert -
vehemente Verletzungen – Übergriffe – Bloßstellungen anonym ausführt.

In vielen Ländern erfahren Frauen und junge Mädchen unterprivilegierte Behandlung.
 Sozial, religiös, beschnitten, bildungstechnisch an den Armutsabgrund  manövriert.
Eine stille kategorische Ausgeliefertsein Methode -
aus der nur wenige entkommen.

Altersarmut ist in verschiedenen Ländern gängige Gegenwart,
welche einflussreichere Aufklärung wie Handlungskraft mobilisieren im Gender-WIR!

Wo wäre es zentral und richtig, das wir Frauen einander
Mutmacherinnen – gegenseitige Brückenbauerinnen – Mentorinnen -  Einsatzwegweiserinnen sind?
Ohne Eifersüchtelei – Neid – Missgunst, eher reines  avancieren für FRAUEN Sachen,
mit objektivem Genderblick

Um gerade im Heute wünschenswerte konstruktive Entscheidungswege
im Miteinander fürs Morgen zum realen Verändern bringen zu können!

Wo Schubladen – Etikettenaufschriften – In-Sein-Körperform-Messages und mehr
weniger einritzende Erlebnis- wie Wirkungsfläche verknüpft.

Zeigen wir Gesicht -
werden wir kluge klare Stimme.

Schöpfen aus tiefen inneren Ressourcen und Bewusstsein Resultate ans Tageslicht.

Mit dem ersten Schritt.

Gedankenkonzept – Entscheidungswillen - Mut und Tatkraft
können wir förderlich beachtenswerte ERGEBNISSE erzielen.

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt es anzupacken,
das ich und Du direkt
mit Vertrauen und Zuversicht infolge realisieren.

ALLES ist möglich, wenn wir es tun!!!

Beate Loraine Bauer 


„Ich finde jede Frau muss Ihren Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten.

Dazu gehört, dass man

- mit seinem Partner die Verteilung der Pflichten verhandelt, auch wenn das unbequem ist.

- mit dem Sohn auch mal ein Abenteuer erlebt und nicht nur Kuchen bäckt.

- die Tochter und dem Sohn gleiche Angebote macht.

- beim Arbeitgeber seine Wünsche selbstbewusst äußert.

Jede Frau ist auch eine Partnerin, eine Mutter, eine Arbeitnehmerin und hat täglich Gelegenheiten für mehr Gleichberechtigung zu sorgen. Wir müssen das auch wirklich tun."

Nelly Mayr


„Gleichberechtigung kann erst beginnen, wenn verbale und andersartige sexuelle Gewalt und ‚Erniedrigung‘ von Frauen als Mittel der Dominierung und der Aggression von allen auf kleinster Ebene als verachtenswert gesehen wird

Ich würde eine Aktion Augsburgerinnen gegen sexuelle Gewalt und Beleidigung direkt und indirekt begrüßen. Augsburg soll für alle Frauen eine Stadt sein, die hinter ihren Bürgerinnen steht.“

Petra Stenzer


#frauenstimmen

"Man wird erst wissen, was die Frauen sind, wenn ihnen nicht mehr vorgeschrieben wird, was sie sein sollen."

"Es ist das Problem einer Gesellschaft, in der Frauen als das *schöne Geschlecht* gelten und Männer die Maßstäbe dafür setzen, was dieses *Schöne* eigentlich ist."

Im Folgenden sind stichpunktartig Themen aufgelistet, die zur Steigerung eines gemeinsamen, gesamtgesellschaftlichen Verständnisses zur Stellung der Frau beitragen können und das große Ziel in den Fokus setzen, dass wir irgendwann keinen Feminismus, keine Frauenquote, etc. mehr brauchen!
 

Einfach umsetzbare Unterstützungen von Frauen

● Kostenlose Frauenhygieneartikel an Schulen und öffentlichen Toiletten

● Keine Werbung für Frauenhygieneartikel mit blauer Flüssigkeit, zur Vermeidung von Realitätsverzerrung

● Werbung zum Thema Inkontinenz auch mit Männern, da wir als Menschen alle davon betroffen sein können und hier unterbewusst unnötig ein Stärken-Schwächen-Verhältnis geschaffen wird

● Kostenübernahme der Krankenkassen von Ultraschalluntersuchungen beim

Frauenarzt & Krebsabstrich weiterhin einmal pro Jahr kostenfrei, nicht nur alle drei Jahre (ab 35 Jahren)
 

Geschlechtsspezifische Aufklärung und Bildungsarbeit

● Mehr und korrekte Aufklärung an Schulen über den weiblichen Zyklus und das weibliche Geschlechtsorgan

○ Details dazu: Es gibt nicht nur die Gebärmutter und Eierstöcke, sondern auch die Klitoris, Vulvalippen, etc.) und deren Vielfalt

○ Ziel: Scham minimieren/beseitigen – es sollte keinen Grund geben, dass sich Frauen für ihre Periode oder ihre Vulva/Vagina schämen

○ Außerdem: auch Masturbation sollte kein Tabu Thema mehr sein, es ist wichtig und gut, dass Frauen sich selbst kennen und lieben lernen

● Mehr Aufklärung über Verhütungsmethoden (es gibt nicht nur die Pille)

● Mehr Aufklärung über sexuell übertragbare Krankheiten

● Mehr Aufklärung über Erkrankungen wie Endometriose

● Mehr Aufklärung über Sex allgemein (Sex ist mehr als nur reine Penetration, Sex ist nicht wie im Porno, Sex endet nicht mit dem Orgasmus des Mannes, die weibliche Sexualität und Befriedigung ist genauso wichtig)

○ Ziel: Frauen die Sicherheit und das Selbstbewusstsein vermitteln, dass sie (gleich wie der Mann) sagen dürfen, was sie wollen und was nicht, was ihnen gefällt und was nicht, und dass sie dies auch einfordern und nichts über sich ergehen lassen müssen, nur weil der Mann irgendetwas will
 

Berufsbild der Frau

● Mutterschaft als tatsächlichen Beruf anerkennen

○ Details: weiter voll in die Rente einzahlen, ausreichend Geld erhalten

○ Ziel: Angst vor Altersarmut und ungesundes Abhängigkeitsverhältnis zu einem Mann verhindern

● Frauen im Beruf ernst nehmen, vor allem z.B. als kleine blonde Frau

○ auch wir Frauen haben hier Stereotypen im Kopf

● Gleiches Gehalt und gleiche berufliche Chancen

● Akzeptanz in der Berufswelt, dass Frauen während ihrer Periode nicht so leistungsfähig sein können, dass Frauen evtl. sogar zu dieser Zeit Urlaub erhalten, wenn die Regelschmerzen zu stark sind (z.B. im Falle von Endometriose)
 

Gesellschaftliche Gleichstellung der Frau

● Keine Catcalls mehr (Anhupen, Hinterherpfeiffen, etc.) ausgeliefert sein

● Keine Angst mehr haben vor sexuellen Übergriffen, wenn man alleine unterwegs ist

● Sich keine Gedanken machen zu müssen, was man anziehen darf und was nicht

● Kein Victim Blaming (die einzige Person, die Schuld an Gewalt hat, ist die, die sie verübt!)

● Nein heißt Nein oder besser noch Ja heißt Ja (Es sah so aus als wollte sie? Hast du sie mal gefragt? Als hätten wir "Bitte bedien dich" quer über den Brüsten stehen)

→ stärkere Gesetze, stärkere Nachverfolgung, Kampf gegen Gewalt an Frauen

● Nicht mehr dieses klassische Frauenbild in der Gesellschaft haben: Frau braucht einen Mann zum Leben und muss Kinder bekommen

→ Wir Frauen sind ganz allein vollwertige Menschen und unabhängig, das persönliche Glück ist nicht abhängig von einer Beziehung/einer anderen Person

● Ebenso das Bild, dass Frauen sich sexuell nicht ausleben dürfen: Männer gelten als cool und erfahren, Frauen werden sofort als Schlampen beschimpft und abgestempelt

→ Warum gibt es nur Schimpfwörter über das weibliche Geschlecht (Fotze, Pussy,...) und die Frau als Schlampe, Hurre, Nutte… Selbst Hurensohn beleidigt die Mutter und nicht den Sohn!

● Homeoffice = Frauen machen wieder mehr Care-Arbeit: während Männer Home Office oft als “etwas entspannter” wahrnehmen, machen Frauen wieder mehr Tätigkeiten in und um den Haushalt.

→ Fragestellung hier: wenn “wir Frauen” das nunmal vielleicht sogar “freiwillig” machen, dann sollte man ggf. an einem anderen Punkt ansetzen. “Was kostet Haushalt?” - das wäre eine total spannende Aufgabe! Vielleicht müsste man es sich mal als “Butler” vorstellen, der/die bezahlt wird: was kostet Fenster putzen, Wäsche waschen, Einkaufen gehen….?

→ Idee: Darüber sollte man einen Blogartikel, eine witzige Grafik etc machen. Oder #waskostethaushalt an alle Frauen schicken und fragen, was sie für was als Dienstleister*in verlangen würden? :-)

● Weibliche Führungsstile etablieren: nein, wir müssen nicht alles exakt wie Männer machen. Weibliche Führungsstile sind anders, aber nicht deswegen schlechter.

Diversität ist das Ziel.

Nina Eickeler, Laetitia Ory & Franziska Hagspihl