Haunstetten Südwest – Die Ergebnisse sind da!

Im Jahr 2018 startete die Stadt einen umfangreichen Beteiligungsprozess zur Zukunft Haunstettens. Die Ergebnisse aus Expertenworkshops, Informationsveranstaltungen und Workshops waren Grundlage für einen städtebaulichen und freiraumplanerischen Wettbewerb für das Plangebiet Haunstetten Südwest.

Im Frühjahr 2019 wurden 25 Planungsteams aus ganz Europa aufgefordert, Vorschläge für die Gestaltung des künftigen Stadtquartiers einzubringen. Nun liegen erste konkrete Ergebnisse liegen vor. Das Preisgericht des Wettbewerbs hat am 1. und 2. Juli getagt und die Entwürfe neun internationaler Planungsteams für die weitere Bearbeitung in der zweiten Stufe ausgewählt. Die ausgewählten Entwürfe sollen in der zweiten Wettbewerbsstufe im Herbst auf der Grundlage von Anregungen aus dem Preisgericht und der Bürgerschaft vertieft werden.   

Neun Entwürfe für Haunstetten Südwest:

  • Cobe Architects, Kopenhagen
  • Labor für urbane Orte und Prozesse, Stuttgart + SIMA / BREER Landschaftsarchitektur, Winterthur
  • Albert Wimmer ZT GmbH, Wien + Knollconsult Umweltplanung ZT gmBH, Wien + Rosinak & Partner Verkehrs- und Stadtplanung, Wien
  • Octagon Architekturkollektiv, Leipzig + ISSS Research & architecture, Berlin + Studio RW Landschaftsarchitektur, Berlin

Sie wollen sich auch einbringen? Kommen Sie zur Beteiligungswoche:

Haunstetten Südwest und ISEK – die ersten Ergebnisse liegen vor

In der Beteiligungswoche vom 13. bis 17. Juli 2019 wurden die Zwischenergebnisse aus dem ISEK Haunstetten und die ersten Entwürfe für das neue Stadtquartier Haunstetten Südwest vorgestellt.

Wer nicht teilnehmen konnte, hat noch bis zum 24. Juli 2019 die Möglichkeit, den Planungsteams seine persönlichen Anregungen per E-Mail an haunstetten@augsburg.de mitzugeben. Hier geht es zu den Entwürfen für das neue Stadtquartier. Die Zwischenergebnisse aus dem ISEK stehen hier zum Abruf. 

  • Köstlbacher Miczka Architektur Urbanistik, Regensburg + toponauten Landschaftsarchitektur, Freising


  • Rheinflügel severin, Düsseldorf + bbz landschaftsarchitekten, Berlin
  • Karres en Brands Landschaftsarchitekten, Hilversum + Adept, Kopenhagen
  • TeleInternetCafe, Berlin + MAN MADE LAND, Berlin
  • Ammann Albers GmbH StadtWerke, Zürich + Studio Vulkan Landschaftsarchitektur, Zürich

Der Stadt ist es ein großes Anliegen, Haunstetten Südwest aus dem bestehenden Stadtteil Haunstetten heraus zu entwickeln. Durch eine enge Verzahnung der beiden Quartiere sollen sie in vielen Bereichen voneinander profitieren. Um dies zu erreichen wurde parallel zum Wettbewerbsverfahren ein Maßnahmenkatalog erarbeitet. Er betrifft unter anderem die Bereiche Stärkung der Stadtteilzentren, öffentliche Freiräume, Nahversorgung und soziale Einrichtungen sowie Mobilität im Stadtteil für Alt-Haunstetten. Mehr zu diesem sogenannten „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) erfahren Sie hier.

Das geschah bisher! Bürgerwerkstätten und Expertenworkshops

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2. Expertenworkshop: Zukunftsdenker bieten "Blick von außen"

Von 8. bis 10. Oktober fand der 2. Expertenworkshop zur städtebaulichen Entwicklung Haunstetten Südwest statt. Am 11. Oktober wurden die Ergebnisse präsentiert.

Die Experten arbeiteten in ähnlicher Zusammensetzung weiter an der Zukunft für das neue Stadtquartier. Diesmal leider mit Ausnahme von Prof. Dr. Jörg Rainer Noennig und Kornelia Keil, die aus persönlichen Gründen absagen mussten. Dafür bekam die Gruppe zusätzliche Unterstützung durch die renommierte Verkehrsplanerin Gisela Stete aus Darmstadt sowie Dr. Gerd Kuhn, Spezialist für Stadtsoziologie aus Stuttgart.

Während der drei Workshop-Tage vertieften die Experten in drei Gruppen unterschiedliche Themenschwerpunkte.  

Mit Stadtplanung und grün-blauen Stadtlandschaften beschäftigten sich Gerhard Hauber, Johannes Tovatt und Gerhard Stryi-Hipp. Sie thematisierten vor allem den Begriff Urbanisierung und den Klimawandel. Zum Themenfeld Wohnen, Arbeiten, Soziales, Nachbarschaften und Identität arbeiteten Christina Simon-Philipp, Dita Leyh, Gerd Kuhn und Eberhard Wunderle. Sie hoben vor allem den Begriff der Allmende hervor. Es sei eindeutig, dass im neuen Quartier eine Trennung von Besitz und Nutzung stattfinden müsse um die Bürger selbstbestimmt zu machen. So würden soziale Projekte entstehen und der soziale Austausch gefördert. Die dritte Gruppe, vertreten von Gisela Stete, Steffen Braun und Burkhard Horn, betrachtete vertiefend die Fragen nach Mobilität, Verkehr, Vernetzung und Versorgung. In Ihrem Fokus stand der öffentliche Raum sowie begleitende Maßnahmen im bestehenden Stadtteil Haunstetten.  

Die Zukunftsdenker reflektierten auch die Ergebnisse des ersten Workshops unter den Aspekten der Bürgerbeteiligung sowie den ersten Aussagen aus dem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) für ganz Haunstetten. Darüber hinaus legten sie den Fokus auf die anstehende Auslobung zum Ideenwettbewerb und gaben hierzu konkrete Empfehlungen zu Zielen und Ablauf. Die Hinweise wurden in einem Weißbuch zusammengefasst der Verwaltung übergeben.  

Weiter gaben die Experten der Politik und Stadtverwaltung noch wichtige Impulsprojekte und begleitende Maßnahmen mit auf den Weg.
So zeigten sie Chancen in Verbindung mit dem Neubau der Johann-Strauß-Grundschule auf. Hier könne einerseits ein Bildungscampus entstehen, der als Quartier für Bildung und Begegnung ein offener Ort des Ideenaustausches und Impulsgeber für weitere gemeinschaftliche Einrichtungen darstelle. Andererseits würde mit der Verlagerung des Schulstandorts eine große städtische Fläche an der Nahtstelle zum bestehenden Stadtteil frei.
Diese böte wiederum Chancen für ein Erfahrungsfeld auf dem zum Beispiel die Konzeptvergabe angewandt werden könne. Das bedeutet, dass bei der Grundstücksvergabe zusätzliche soziale und gestalterische Anforderungen einzuhalten sind. Zudem könnten besondere Wohn- und Arbeitsformen bevorzugt behandelt werden.  

Einen weiteren Impuls schlugen die Experten Dita Leyh und Gerhard Hauber für die Landschaftsplanung vor. Diese müsse Grundlage für den Städtebau sein und nicht erst im Nachgang untergebracht werden.

Für die bereits im ersten Workshop angesprochene Trennwirkung der Königsbrunner Straße wurden zur Verbesserung Verkehrsversuche und zeitnahe einfache Maßnahmen vorgeschlagen. Mittelfristig müsse über die Verlängerung der Straßenbahnlinie 2 und ihre Verbindung mit der Linie 3 an der Schnittstelle der Stadtteilerweiterung nachgedacht werden.  

Abschließend stellten die Experten bei der Ergebnispräsentation fest, dass jetzt die Zeit sei Chancen zu nutzen, Pilotprojekte und begleitende Maßnahmen anzugreifen. In Haunstetten würde schließlich Augsburgs Zukunft sichtbar. „Lassen Sie sich mit der nötigen Geduld auf den Prozess ein – dann wird dort etwas Großartiges entstehen.“, schloss Burkhard Horn den Vortrag stellvertretend für die Expertenrunde.

Bürgerwerkstatt am 14. Juli 2018

Rund fünfzig Bürgerinnen und Bürger hatten sich am Samstagmorgen, den 14. Juli 2018, zur ersten Bürgerwerkstatt in der TSV-Turnhalle in Haunstetten eingefunden. Sie stand unter dem Motto „Unsere Ideen für das neue Stadtquartier Haunstetten Südwest“ und bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, aktiv an der inhaltlichen Ausgestaltung der Anforderungen und Rahmenbedingungen für die Planung des neuen Quartiers mitzuwirken.

Baureferent Gerd Merkle betonte in seiner Begrüßung, dass die Stadt großen Wert darauf lege, die Bevölkerung frühzeitig in die Planungen für den Stadtteil einzubeziehen. Fünf Themenschwerpunkte standen im Mittelpunkt der Diskussionen: Beim Schwerpunkt Identität, Nachbarschaften und Soziales wurde nach den Eigenschaften eines lebenswerten Stadtquartiers gefragt. Im Themenfeld grün-blaue Infrastruktur: die Freiräume des neuen Quartiers standen die öffentlichen Räume und Grünräume sowie deren Vernetzung und ökologische Bedeutung für den neuen Stadtteil im Fokus. Um Gestaltungsaufgaben für den Stadtteil ging es im Themenfeld Städtebau und Stadtgestalt: positive urbane Dichte. Der Schwerpunkt Arbeiten und Wohnen im neuen Quartier war Fragen nach der Verknüpfung von Wohnen und Arbeiten sowie den Chancen einer intensiven Nutzungsmischung gewidmet. Der Aspekt Mobilität, Erreichbarkeit und Vernetzung umfasste die Auseinandersetzung mit innovativen Mobilitätsangeboten, wichtigen Wegebeziehungen im Quartier sowie der Situation des ruhenden Verkehrs.

In vier Planungskojen konnten die Teilnehmenden ihre Anregungen zu den Themenschwerpunkten sammeln, Antworten auf vorgeschlagene Leitfragen geben, Ideen skizzieren und ihre Kernbotschaften formulieren. Eine weitere Koje war einer Gruppe von Jugendlichen vom Haunstetter Jugendtreff „südstern“ vorbehalten. Auch sie arbeiteten Vorschläge zum neuen Stadtquartier aus.

Zwischen zwei Arbeitsrunden konnten die Bürgerinnen und Bürger an einem Modell des Plangebiets markieren, wo sie die künftige(n) Mitte(n) sehen. Die Ideen waren vielfältig, allerdings war eine gewisse Konzentration auf die mittlere Querachse des Plangebiets erkennbar. Ein Blick in die Zukunft durch den Vorsitzenden eines Expertenworkshops  im April gab allen Teilnehmenden neue Impulse für die zweite Arbeitsphase. Steffen Braun, Direktor des Forschungsbereichs „Urbane Systeme“ am Fraunhofer IAO in Stuttgart, gewährte mit seinem Exkurs einen Einblick, wie eine lebenswerte Stadt von morgen aussehen könnte.

In den einzelnen Kojen wurde engagiert und konstruktiv diskutiert, erste Ideen wurden in Plänen zeichnerisch dargestellt. Die Ergebnisse der arbeitsintensiven Bürgerwerkstatt können in einer Dokumentation  nachgelesen werden.

Expertenworkshop Plangebiet Haunstetten Südwest

Expertenworkshop Plangebiet Haunstetten Südwest

Der Startschuss zur Planung für das neue Stadtquartier Haunstetten Südwest erfolgte mit einem ersten Workshop von Expertinnen und Experten, die in ihrem jeweiligen Fachgebiet bereits heute in die Zukunft denken. Der Workshop fand vom 23. bis 26. April 2018 statt. „Mit ‚Blick von außen‘ soll eine erste Idee entwickelt werden, wie unsere Kinder und Enkelkinder in Zukunft leben werden“, so Baureferent Gerd Merkle.

International anerkannte Fachleute aus den Bereichen Städtebau, Freiraum, Mobilität, Energie und Klima sowie Digitalisierung und ein Vertreter der örtlichen Architektenverbände beschäftigten sich drei Tage lang intensiv mit der Zukunft des Stadtteils Haunstetten und mit der Entwicklung von Haunstetten Südwest. Den Vorsitz übernahm Stadtplaner Steffen Braun. Er ist u.a. Mitbegründer der so genannten Morgenstadtinitiative und Leiter des Geschäftsfelds „Mobilität und Stadtsystemgestaltung“ am Fraunhofer Institut in Stuttgart. Er forscht an Lösungsansätzen für eine smarte Stadt der Zukunft.

Zu Beginn des dreitägigen Workshops wurden die Expertinnen und Experten durch Vertreter der lokalen Agenda 21, der Stadtwerke und der Stadtverwaltung über die Voraussetzungen für die Entwicklung des Plangebiets Haunstetten Südwest informiert. Während einer anschließenden Ortsbesichtigung machten sich die externen Fachleute mit den Besonderheiten des Ortes vertraut.

Ausgehend von fünf globalen Trends (Gesellschaft im Wandel; Verkehrswende; Klimawandel; vernetzte Systeme; Digitalisierung), die sich auf HSW auswirken, wurden in einer ersten Arbeitsphase 75 relevante Einflussfaktoren gesammelt. Daraus wurden die folgenden 12 Schlüsselfaktoren ausgewählt:

  • Flächenressourcen/ Dichte/ Flexibilität
  • regionale Wirtschafts- und Währungskreisläufe
  • mobile Revolution
  • dezentrale Infrastrukturen und Ressourcenkreisläufe
  • Technologie/ Heimat/ Menschen
  • öffentlicher Raum und „reclaiming the streets“
  • Klimawandel und resiliente Strukturen
  • Governance/ Prozess/ Co-Creation
  • Lebensformen/ Familienmodelle
  • Arbeitsmigration/vernetztes Arbeiten und Wohnen
  • Digitalisierung und Privatsphäre im Quartier
  • Gesellschaftliche Spaltung/ Segregation.

Bei einer unterschiedlichen Gewichtung der Schlüsselfaktoren entsteht eine große Vielfalt theoretisch möglicher Zukunftsszenarien. Im Rahmen des Workshops wurden beispielhaft drei mögliche Szenarien erarbeitet. Dabei legt das Szenario 1 „Geben, Nehmen & Vernetzen“ den Fokus auf die Mobilität und die regionale Einbindung; das Szenario 2 „Neue Mitte Haunstetten“ nimmt die Urbanität und den technischen Wandel in den Blick; das Szenario 3 „Vernetzte Nachbarschaften“ konzentriert sich auf ein verändertes Wohnen und Arbeiten.

Auf die drei Szenarien aufbauend wurde ein Katalog mit 12 „Spielregeln“ entwickelt. Die „Spielregeln“ sind als Entwurfsmuster und Lösungsschablonen zu verstehen, die im Verlauf des weiteren Planungsprozesses als Checkliste und Rahmen zur Problemlösung herangezogen werden sollen.

Teilnehmer des Expertenworkshops

Vorsitzender

  • Steffen Braun, Leiter des Geschäftsfelds "Mobilitäts- und Stadtsystem-Gestaltung" am Fraunhofer-Institut IAO, Stuttgart; Verantwortlich für das Ambient Mobility Lab und Mitbegründer der Morgenstadt-Initiative
     

Stadtplanung

  • Prof. Dr.-Ing. Christina Simon-Philipp, Professorin für Städtebau und Stadtplanung an der HfT Stuttgart
  • Johannes Tovatt, Tovatt Architects and Planners, Stockholm
  • Prof. Dita Leyh, Partnerin des ISA Internationales Stadtbauatelier in Stuttgart; Professorin für Städtebau und Entwerfen an der Hochschule Darmstadt
     

Verkehrsplanung

  • Gisela Stete, StetePlanung, Darmstadt
  • Burkhard Horn, Freiberuflicher Berater für Verkehrspolitik/ Verkehrsplanung, Berlin
     

Landschafts- und Freiraumplanung

  • Dr. Andreas Kipar (vertreten durch Kornelia Keil), LAND GmbH Düsseldorf und Mailand
  • Gerhard Hauber, Ramboll Studio Dreiseitl, Überlingen (Büro für Landschaftsarchitektur)
     

Stadtsoziologie

  • Dr. Gerd Kuhn, urbi_et Stadt Forschung Praxis, Tübingen
     

Erneuerbare Energien und nachhaltige Energiesysteme

  • Gerhard Stryi-Hipp, Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE, Freiburg; Forscher im Bereich Smart Energy Cities, Quartierskonzepte und Wärmenetze; Mitarbeit bei der Morgenstadt-Initiative
     

Digitale Stadtforschung

  • Prof. Dr.-Ing. Jörg Rainer Noennig, CityScienceLab, Hafencity Universität Hamburg
     

Vertreter der örtlichen Architektenverbände

  • Eberhard Wunderle, Vertreter SAIV, VFA, BAI und BAB, Wunderle + Partner Architekten mbB Neusäß
     

Stadt Augsburg

  • Stadtbaurat Gerd Merkle