Buntgemischt

Hier finden Sie aktuelle Themen aus den Bereichen Migration, Interkultur und Vielfalt.

Augsburg hat ein Integrationskonzept!

Die Abstimmung im OPMI (Ausschuss für Organisation, Personal, Migration und Integration) am 13. Februar 2020 war einstimmig! Damit hat Augsburg nun erstmals ein Integrationskonzept. Migration und Integration sind zentrale Themen modernder städtischer Verwaltungen und betreffen alle, die in dieser Stadt leben. Mit dem Konzept legt das Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt ein mit vielen städtischen und nichtstädtischen Akteurinnen und Akteuren erarbeitetes Grundkonzept vor, das flexibel auf neue Entwicklungen reagieren wird.

Zudem wird das Konzept im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern stetig weiterentwickelt. Es beschreibt grundlegende Rahmenbedingungen für einen respektvollen und gleichberechtigten Umgang zwischen Menschen ohne und mit Migrationshintergrund. Neun Leitsätze dienen als Handlungsleitlinien der Integrationspolitik.

So besagt Leitsatz 7: "Vielfalt als wertvolle Ressource: Augsburg wertschätzt und achtet vielfältige kulturelle Zusammensetzung seiner Bevölkerung und deren Beitrag zur Stadtentwicklung in der Vergangenheit und sieht sie als wertvolle Ressource für die weitere nachhaltige und positive Entwicklung der Stadt."

Das Konzept hat für fünf zentrale Handlungsfelder Empfehlungen und Indikatoren entwickelt, anhand derer man die Integration, spricht die gleichberechtigte Teilhabe aller Augsburgerinnen und Augsburger, messen kann. Es sind dies die Handlungsfelder: Bildung und Sprache; Ausbildung, Arbeitsmarkt und Wirtschaft; Förderung gesellschaftlicher und politischer Teilhabe; Förderung kultureller Teilhabe und interkulturelle Öffnung der Verwaltung. Als erstes Ergebnis des Beteiligungsprozesses werden nun auch die Handlungsfelder Wohnen und Gesundheit mit aufgenommen. 

Herzstück des Konzeptes sind die für alle Handlungsfelder erarbeiteten Handlungsvorschläge, die nun in einem "Aktionsplan Integration" auf ihre Machbarkeit hin überprüft werden.

Wie geht es weiter?

  • Das Konzept wird gerade graphisch gestaltet und für die Veröffentlichung vorbereitet
  • Ab Mai wird das Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt das Konzept an vielen Orten der Stadt vorstellen und ist offen für Anmerkungen, Erweiterungen und Empfehlungen. Das Konzept lebt durch den Austausch mit den Augsburgerinnen und Augsburger. Ist Ihr Verein, Ihre Einrichtung, Ihr Amt interessiert? Wir kommen gerne vorbei! Bitte unter migration@augsburg.de Kontakt aufnehmen.

Erster Integrationsbericht für die Stadt Augsburg erschienen

Hätten Sie’s gewusst? Menschen aus 166 Ländern leben in Augsburg. Mit 108 unterschiedlichen Nationalitäten hat Kriegshaber die größte Vielfalt. Durchschnittlich leben in jedem unserer Stadtteile Menschen aus 76 unterschiedlichen Ländern. 40 Prozent aller Neugründungen erfolgen durch Gründerinnen und Gründer mit ausländischem Pass – und das bei einem Bevölkerungsanteil von knapp einem Drittel.

Diese und noch viele weitere Fakten in den fünf ausgesuchten Handlungsfeldern: Bildung und Sprache; Ausbildung, Arbeitsmerkt und Wirtschaft; Förderung gesellschaftlicher und politischer Teilhabe; Förderung kultureller Teilhabe und interkulturelle Öffnung der Verwaltung – enthält der erste „Sachstandsbericht zu Migration, Flucht und Integration in Augsburg“, den das Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt im November 2019 im zuständigen Ausschuss erstmal vorgestellt hat.

Im Bericht kann man auch immer wieder Erstaunliches aus der nahen und ferneren Migrationsgeschichte der Stadt erfahren. So dass die Kriegsvertriebenen nach dem zweiten Weltkrieg zwischen 1945 und 1949 von nahezu 0 auf 18 Prozent der Bevölkerung angestiegen sind, oder dass die Kresslesmühle als erste Unterkunft für türkische "Gastarbeiter", die bei der Stadt beschäftigt waren, gedient hat.

Erstmal gibt es auch eine Annäherung an die Frage, wie viele Menschen mit Migrationshintergrund denn in der Stadtverwaltung selbst beschäftigt sind. Die Anzahl der städtischen Bediensteten mit ausländischem Pass liegt bei 9,4 Prozent und diese kommen aus 71 unterschiedlichen Ländern. Durch eine Auswertung der Geburtsorte von fast 7.000 Beschäftigten konnte nun die Zahl von 15 Prozent ermittelt werden. Allerdings ist auch dies nur eine Annäherung, da wir nicht wissen, wie viele städtische Mitarbeitenden mit deutschem Pass und in Deutschland geboren, selbst Eltern haben, die im Ausland geboren sind.

Der Bericht zeigt, dass es Bereiche gibt, in denen die gleichberechtigte Teilhabe erst noch ermöglicht werden muss. So haben in der Altersgruppe der unter 3-Jähringen 65 Prozent einen Migrationshintergrund, stellen aber nur 41 Prozent der Kinder dieser Altersgruppe besuchen Kindertageseinrichtungen.

Deutlich wird auch, dass das höchste Risiko arbeitslos zu werden oder zu bleiben dann besteht, wenn keine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt. 75 Prozent aller Arbeitslosen ohne abgeschlossene Berufsausbildung in Augsburg  haben einen Migrationshintergrund.

Es gibt jedoch auch Bereiche, die zeigen, dass eine gleichberechtigte Teilhabe kein Wunsch mehr ist, sondern bereits gelebte Realität. So gibt es kaum einen Unterschied zwischen Augsburgerinnen und Augsburgern mit und ohne Migrationshintergrund im bürgerschaftlichen Engagement.

Der Bericht zeigt auch Trends auf. So ist auffällig, dass es seit 2017 erstmals mehr Einbürgerungen unter Hinnahme der doppelten Staatsangehörigkeit gibt. Die TOP Herkunftsländer der Eingebürgerten in Augsburg sind Türkei, Irak und Rumänien. Besonders spannende Daten und Fakten sind gelb markiert und zeigen oft einen bestehenden Handlungsbedarf auf.  

Wie geht es weiter?

Der Bericht wird zukünftig alle sechs Jahre erscheinen und um die Bereiche Wohnen und Gesundheit ergänzt werden: Die Abstimmung im OPMI (Ausschuss für Organisation, Personal, Migration und Integration) war am 13.2. 2020 einstimmig! Damit hat Augsburg nun erstmals ein Integrationskonzept. Migration und Integration sind zentrale Themen modernder städtischer Verwaltungen und betreffen alle, die in dieser Stadt leben.


Herzlich willkommen – die Ausländerbehörde wird bunt

Im Rahmen des EU-geförderten Projekts ZUSA (Zusammen in Augsburg) wurde das Teilprojekt "Die Behörde gemeinsam gestalten – Begegnung auf Augenhöhe schaffen" umgesetzt: Das "Archiv der Zukunft" der Ausstellung „Augsburg 2040 – Utopien einer vielfältigen Stadt“ im tim, die von Mai bis Oktober 2019 stattfand, hat im ehemaligen "Infopoint" an der Blauen Kappe vorübergehend ein neues zu Hause gefunden. Auch die allgemeine Migrationsberatung und der Asylbereich wurden neugestaltet: Bunte Wände, eine hellere Beleuchtung, neues Mobiliar, Spielmöglichkeiten für Kinder wurden geschaffen.

Vom Erlebnis und dem Ergebnis der gemeinsamen Gestaltung profitieren alle. Es werden damit nicht nur alle Menschen, die neu nach Augsburg gelangen, willkommen geheißen. Die neue Umgebung bietet allen Besucherinnen und Besuchern die Gelegenheit sich Gedanken über eine gemeinsame Zukunft zu machen. Welche Wünsche, Träume und Visionen haben wir? Auf welche Weise begegnen wir uns? Wo sehen wir Chancen und Perspektiven? Wie können wir Alle von den vielen unterschiedlichen Kulturen lernen?


40 Seminare, sechs Monate – sind Sie dabei?

Bereits seit 2016 bietet die Stadtakademie in Zusammenarbeit mit dem Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt zahlreiche Fort- und Weiterbildungen der interkulturellen Kompetenz an – und über 1.300 Interessierte haben an dem einen oder anderen Seminar bereits teilgenommen.

Der Begriff ist sehr weit gefasst und soll Kompetenzen und Hintergrundwissen für das professionelle Arbeiten in einer durch Diversität und Vielfalt geprägten Stadtgesellschaft und Stadtverwaltung vermitteln. Über fachliches Wissen zum neuen Fachkräftezuwanderungsgesetz oder zum Umgang mit traumatisierten Menschen, hin zu "In Augsburg gut beraten", das Überblicke darüber gibt, wer in Augsburg im Bereich der Migration der oder die richtige Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner ist, kann aus einem breiten Strauß an Angeboten gewählt werden.

Sie können wählen zwischen kurzen und knappen Formaten (in zwei Stunden die zentralen Inhalte des Integrationsberichtes) oder Tagesseminare, wie "Interkulturelle Grundlagenseminare". Dieses Seminar führt an das Thema heran, erklärt Begriffe und bieten neben Daten und Fakten auch erste eigene Möglichkeiten des Perspektivwechsels und des Bewusstwerdens der eigenen kulturellen Identität.

Interkulturelle Aufbauseminare arbeiten dann an konkreten Fällen und beschäftigen sich mit der Frage, ob denn alle Konflikte gleich auch interkulturelle Konflikte sind, nur weil Menschen unterschiedlicher Herkunft betroffen sind (hier lautet die Antwort: Nein!). Auch wenn immer wieder gerne gewünscht, geben die Seminare keine Handreichung an die Hand, wie man mit „anderen Kulturen“, „den Türken“, „den Muslimen“ oder gar „dem Afrikaner“ umzugehen kann. Nach Ende des Seminars kann man aber verstehen, warum dies nicht möglich ist. Dies wird besonders deutlich, wenn man eines der diversen „Hintergrundwissensseminare“ bucht. Die Türkei, oder Rumänien, oder Syrien in der ganzen kulturellen, gesellschaftlichen und religiösen Vielfalt zeigt, dass Verallgemeinerungen hier genauso wenig möglich sind, wie im eigenen kulturellen Rahmen. Die Seminare werden derzeit noch von der der EU im Rahmen des Projektes Zusammen in Augsburg (ZUSA) finanziert und stehen städtischen und nicht-städtischen Interessierten offen.


Endlich Durchblick – Schnittstellenpapier komplett überarbeitet

Wir freuen uns, Ihnen eine völlig überarbeitete Neuauflage des „Schnittstellenpapiers – Zuständigkeiten“ zur Verfügung stellen zu können, denn es steht für ein gelungenes Zusammenspiel von vielen Beteiligten, Interessierten und Nutzenden.

Ging es in der Erstauflage von 2017 vor allem noch darum darzustellen, welche Institutionen welche gesetzlichen Leistungen umsetzen, ist inzwischen ein mehrteiliges Informationsformat daraus erwachsen. Der Inhalt wurde über die gesetzlichen Leistungen hinaus erweitert und um Institutionen ergänzt, die feste Angebote für Zugewanderte bereithalten, unabhängig davon, ob diese aus EU- und Nicht-EU-Staaten kommen, einen gesicherten oder ungesicherten Aufenthaltsstatus haben und wie lange sie bereits in der Stadt leben.

Das aktualisierte Verzeichnis ist das Ergebnis der Arbeit der drei Bildungskoordinatorinnen für Neuzugewanderte im Büro für Migration sowie im Amt für Kinder, Jugend und Familie, Alina Dajnowicz, Ursula Thoms und Martina Reutter. In ihren Gesprächen mit unterschiedlichsten Akteurinnen und Akteuren, im Rahmen der von ihnen durchgeführten Veranstaltungen sowie durch ihre Recherchen haben sie vielen Informationen zusammengetragen und systematisiert, die nun veröffentlicht werden.

Da die Angebotslandschaft in Augsburg weitaus vielfältiger ist, gibt es weiterhin die beiden Erweiterungen:

Alle drei Dokumente können auf der Seite des Büros für Integration, Interkultur und Vielfalt heruntergeladen werden.

Wir wissen, dass diese Papiere trotz ausführlicher Recherche wahrscheinlich nicht vollständig sein werden. Über Ergänzungen freuen wir uns. Diese können Sie jederzeit unter bildungskoordination@augsburg.de melden.

Wir vom Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt hoffen, dass Ihnen das Schnittstellenpapier die Arbeit erleichtern wird, dass es Ihren Überblick erweitert und Ihnen Vernetzungsmöglichkeiten aufweist. So möge es unserem gemeinsamen Ziel dienen, allen, die in Augsburg leben, die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie gerade benötigen.

Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude und Energie für Ihre Arbeit


"Im Gespräch mit…": Der Assyrische Mesopotamien Verein Augsburg e.V.

Interview mit Aziz Akcan, dem 1. Vorsitzenden des Assyrischen Mesopotamien Vereins Augsburg e.V.

Herr Akcan, erzählen Sie uns doch bitte ein bisschen etwas zur Geschichte des Vereins: wann wurde der Verein gegründet? Aus welchem Grund bzw. mit welchem Ziel wurde der Verein gegründet? Wie war die Anfangszeit des Vereins, vielleicht auch im Vergleich zum heutigen Vereinsleben?

Der Verein wurde 1978 gegründet, damit die hier zugezogenen Assyrer einen Ort haben, wo sie sich regelmäßig treffen. Seit Mitte der 60er Jahre kamen sie zuerst als Gastarbeiter nach Deutschland, ab 1975 sind dann viele Flüchtlinge nach Augsburg zugezogen. Der Verein hat damals schon Flüchtlingsarbeit gemacht und bot Orientierungshilfen in der neuen Heimat an. Die Community wuchs an und der Bedarf an Kulturarbeit, Sportausübung, Treffmöglichkeiten, etc. waren Anlass zur Gründung des Vereins und damit Anmietung eines Lokals. Natürlich suchten wir schnell auch den Kontakt zu den lokalen Organisationen vor Ort. Die Gründer und Gründerinnen des Vereins haben alles ehrenamtlich gemacht und viel Arbeit und Zeit in die Vereinsarbeit gesteckt – es war eine „Ehrensache“ alles zu geben für die Gemeinde. 40 Jahre später ist alles einfacher geworden. Die heranwachsende Generation hat den Verein professioneller gemacht. Wir leisten viel mehr Integrationsarbeit, sind gut vernetzt in der Stadt und auch außerhalb der Stadt. Die Projektarbeit auf dem Gebiet der Integration von Migranten ist mittlerweile auf operativer Ebene.   

Können Sie uns kurz etwas zur Volksgruppe der Assyrer sagen?

Die Volksgruppe der Assyrer, die noch gegenwärtig in den Staaten des Nahen und
Mittleren Ostens – Iran, Irak, Syrien, Libanon und der Türkei – sowie durch Auswanderung in Westeuropa, Amerika und Australien lebt, führt ihre Existenz auf die altorientalischen Völker der Assyrer, Chaldäer, Akkader, Babylonier und Aramäer zurück, die seit Jahrtausenden in Mesopotamien und Syrien ansässig waren.

Ihr Internetauftritt heißt www.bethnahrin.de. Wofür steht das Wort „Bethnahrin“?

Bethnahrin besteht aus zwei Wörtern: beth bedeutet zwischen und nahrin heißt Fluss/Strom. Also das Land zwischen zwei Flüssen (Euphrat und Tigris), im griechischen Mesopotamia – Zweistromland. Man kann uns aber auch unter www.assyrer-augsburg.de erreichen.

Wie viele Mitglieder hat der Verein aktuell?

220 aktive Mitglieder und 400 Teilnehmer an unseren Aktivitäten.

Der Assyrische Mesopotamien Verein ist ein sehr aktiver Verein. Was sind Ihre Anliegen als Verein? Was sind Ihre Hauptaktivitäten und Projekte?

Wir empfinden uns als Teil dieser Augsburger Stadtgesellschaft und suchen den Kontakt/die Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten, ohne dabei unsere ursprüngliche Kultur zu vergessen. Der Verein hat viele verschiedene Abteilungen, in denen jeweils der Zielgruppe entsprechend Aktivitäten gemacht werden – so zum Beispiel die Frauen-, Jugend-, Sport-, Kultur-, Projekt- oder Öffentlichkeitsabteilung.
Operativ sind wir seit Jahren mit Tür an Tür e.V., der Stadt Augsburg, der vhs und anderen Partnern in einer sehr harmonischen Kooperation bei der Integration von Migrantinnen und Migranten tätig. Ich möchte hier nicht die einzelnen Projekte aufzählen, das würde zu viel Zeit einnehmen. Auch bundesweit sind wir gut vernetzt.   

Worauf sind Sie in Hinblick auf den Assyrischen Mesopotamien Verein besonders stolz?

Darauf, dass wir immer noch am Leben sind, obwohl das Ehrenamt am „Aussterben“ ist; und dass wir durch den Generationenwechsel in der Führung die Weichen für die nächsten 10 Jahre gelegt haben. Es ist stets ein Spagat zwischen Altem und Neuem, und diese Balance bekommen wir noch hin.  

Wo sehen Sie aktuelle Herausforderungen für den Verein?

Wie oben schon gesagt, das Ehrenamt am Leben zu halten ist eine Herausforderung für uns alle. Unser Anspruch war und bleibt es auch in der Zukunft, für alle Altersgruppen verschiedene Aktivitäten anzubieten. Für Schüler haben wir meiner Meinung nach noch zu wenig. Eine Hausaufgabenbetreuung wäre eine angestrebte Herausforderung für die Zukunft.     
Wie viele andere Vereine sind auch wir natürlich nicht vom Nachwuchsproblem verschont. Dadurch, dass wir aber für die verschiedenen Altersgruppen (Kleinkinder, Kinder und Jugendliche) Aktivitäten anbieten, lernen diese das Ehrenamt in jungen Jahren kennen. Daraus entstehen dann Mitglieder, die dann Verantwortung übernehmen.   

An welches Vereins-Ereignis erinnern Sie als 1. Vorsitzender sich noch besonders gerne zurück, was war ein besonderes Highlight?

Mein Erinnerungsvermögen ist nicht das Beste, aber das 40-jährige Jubiläum 2018 war in meiner Amtszeit ein besonderes Highlight. Wir konnten aus ganz Europa Freunde und Gäste empfangen, die zu unseren Feierlichkeiten angereist waren. Wir haben zusammen unvergessliche Tage verbracht.  

2019 haben Sie das Projekt GeT AKTIV durchgeführt. Können Sie uns erzählen, was es mit diesem Projekt auf sich hatte und wie Ihre Erfahrungen waren?

Mit dem Projekt „GeT AKTIV – Geflüchtete für Teilhabe in der Politik und Gesellschaft aktivieren“ werden Seminare der interkulturellen, politischen Bildung für Geflüchtete durchgeführt. Hierbei sollen die Teilnehmenden ihr Wissen und Verstehen von demokratischen Strukturen vertiefen und ein weitgehendes Verständnis der Gesellschaft in Deutschland entwickeln. Die Fortbildung zielt darauf ab, durch Seminare und Exkursionen Geflüchtete für politische Teilhabe und gesellschaftliches Engagement zu gewinnen und zu empowern. Im vergangenen Jahr haben wir insgesamt 21 Seminartage durchgeführt, das war schon eine Herausforderung. Aber unsere Erfahrungen waren durchaus positiv: Wir haben mit vielen Akteuren gesprochen und mit einigen davon sehr gut zusammengearbeitet, unter anderem mit dem Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt oder dem Freiwilligenzentrum. In den Seminaren sind viele gute Diskussionen aufgekommen, ein Austausch unter den Teilnehmenden wie auch mit den Referenten. Schwierig war es manchmal, immer wieder ausreichend Teilnehmer zu akquirieren. Aber wir sind guter Dinge – in diesem Jahr werden wir das Projekt erneut durchführen.
    
Das Jahr 2020 hat gerade begonnen, was sind Ihre Vorhaben, Pläne und Projekte für das neue Jahr?

Wir versuchen seit Jahren ein größeres Assyrisches Kulturzentrum zu realisieren, in dem alle Abteilungen ihren Platz bekommen. Das ist vielleicht ein Vorhaben für 2020. Vielleicht kann uns da die Stadt Augsburg bei der Umsetzung helfen.

Auf welches Ereignis im Vereinsleben freuen Sie sich 2020 am meisten?

Auf Akitu – dem Assyrischen Neujahrsfest im April.

Wenn man mit dem Assyrischen Mesopotamien Verein in Kontakt treten möchte, welche Möglichkeiten gibt es?

Kontaktmöglichkeiten sind auf unserer Website gelistet. Sie können unsere Veranstaltungen jederzeit auf der Website verfolgen und auch besuchen. Unsere Veranstaltungen sind öffentlich.

Herr Akcan, möchten Sie uns sonst noch etwas mitteilen und mit auf den Weg geben?

Wir haben hier in Augsburg eine neue Heimat gefunden, viele sind hier geboren und leben gerne in dieser schönen Stadt. Wir sind zu Dank verpflichtet, dass wir hier auf dem Boden des Grundgesetzes die Möglichkeit haben, unsere alte Kultur am Leben zu halten. Das ist nicht selbstverständlich, vor allen Dingen nicht dort, wo wir herkommen.

Ganz herzlichen Dank für das Interview!

Wer mehr über den Assyrischen Mesopotamien Verein Augsburg erfahren möchte, findet ausführliche Informationen unter: https://bethnahrin.de

 


Augsburg wieder dabei – neue Förderperiode von „Demokratie leben!“

So setzen wir das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ für Augsburg um:

Seit 2015 beteiligt sich Augsburg am Bundesprogramm "Demokratie leben!". Auch bei der zweiten Förderperiode von 2020 bis 2024 ist die Friedensstadt dabei.

Rückblick:
Zwischen 2015 bis 2019 haben in Augsburg 79 Einzelprojekte eine Förderung aus dem Projekt erhalten. Dadurch konnten große Zielgruppen in der ganzen Stadt angesprochen werden. Die Projekte verteilten sich dabei über alle Stadtteile, nahmen aber im Einzelfall auch spezifische Stadträume in den Blick. Es bewarben sich sowohl große Träger als auch kleine Initiativen und Vereine. Die Vielfalt der Projekte reichte von Theaterstücken über die Unterstützung der Erinnerungskultur und Informationsveranstaltungen bis hin zu Mitmachaktionen, Gestalten mit diversen Materialien, aber auch einer Broschüre in leichter Sprache, die Menschen mit Handikap den Zugang zum aktuellen politischen Diskurs erleichterte. Mit dem Bundesprogramm förderte der Bund in fünf Jahren Projekte mit insgesamt 460.000,-- €, die Stadt leistete in dieser Zeit eine Kofinanzierung von 30.000,-- €.

Aktuelle Förderperiode 2020 bis 2024:

Vorrangig sollen Projekte berücksichtigt werden, deren Inhalte gezielt auf die Arbeit gegen politischen Extremismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus gerichtet sind oder die sich den Herausforderungen durch Islam- bzw. Muslimfeindlichkeit, Antiziganismus, Ultranationalismus, Homophobie, gewaltbereiten Salafismus bzw. Dschihadismus, linke Militanz und andere Ausformungen demokratie- und menschenfeindlicher Phänomene stellen.
Ebenso wichtig ist die Unterstützung von Projekten, die der allgemeinen Stärkung demokratischer Grundstrukturen dienen oder Gruppen in den Blick nehmen, die einen erschwerten Zugang zum demokratischen Diskurs haben.

Die Projekte sollen in ihrer Wirkung breite Schichten der Stadtgesellschaft ansprechen und die Möglichkeit der Übertragbarkeit und Nachhaltigkeit besitzen. Gesucht sind daneben Projektideen, welche durch öffentliche Veranstaltungen und aktive Medienarbeit das Anliegen und die lokale Umsetzung des Bundesprogrammes einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen und dauerhaft in ihr verankern. Angestrebt wird außerdem die Vernetzung mit anderen Initiativen.

In der zweiten Förderphase stellt der Bund der Stadt Augsburg jährlich 125.000,-- € zur Verfügung. Hinzu kommen jährlich 13.888,-- € an städtischer Kofinanzierung.

Kontakt und weiterführende Informationen:

Verantwortlich für die Umsetzung der Lokalen Partnerschaft für Demokratie in Augsburg ist das Federführende Amt
Stadt Augsburg / Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt / Herr Robert Vogl
Maximilianstraße 3 / 86150 Augsburg
Telefon 08 21 / 3 24 28 16 - Fax: 08 21 / 324 28 18 - E-Mail: robert.vogl@augsburg.de

Mehr Informationen und eine Übersicht zu den bisher geförderten Projekten in Augsburg finden Sie unter: www.demokratie-leben-augsburg.de
Zum Bundesprogramm allgemein geht es hier: www.demokratie-leben.de