Digitaler Schulterblick: Was läuft eigentlich bei den Stadtwerken?

Digitalisierung kann auch ein gutes Stück mehr Freiheit bedeuten, sagt Dr. Roberto Bianchi. Als Chief Digital Officer (CDO) ist der bei den Stadtwerken Augsburg (SWA) dafür verantwortlich, dass den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Alltag durch den „Arbeitsplatz der Zukunft“ erleichtert wird. Unserem Autor Reinhard Strobl verrät er, warum der auch in der Küche sein kann.

Dr. Roberto Bianchi. Foto: privat

„Arbeitsplatz ist eigentlich der falsche Begriff“, sagt Bianchi, „es geht ja vielmehr um zwischenmenschliche Kommunikation, um Informationsaustausch, um Kollaboration“. Doch eine gewisse Rolle spielt der Standort dann schon: „Durch die Digitalisierung wird man vermehrt die Freiheit haben, den Platz für die Arbeit frei zu wählen – im Büro oder einfach zu Hause in der Küche.“

In vier Großprojekte teilt sich der Digitalisierungsprozess bei den SWA auf: In den „Arbeitsplatz der Zukunft“, ein neues Intranet, das digitale Instandhaltungsmanagement und ein neues Drucker-Konzept.

Arbeitsplatz der Zukunft

Der Arbeitsplatz der Zukunft befindet sich aktuell in der Pilotphase. Einige Abteilungen wurden bereits digitalisiert und testen eifrig. „Gemeinsam mit dem Betriebsrat werden wir dann den betriebsrechtlichen Rahmen finalisieren“, so Bianchi.

Intranet

Das neue Intranet steht noch nicht fest – aber bald: Schon in den nächsten Wochen soll die Entscheidung fallen, welche Plattform künftig bei den Stadtwerken zum Einsatz kommt.

Instandhaltungsmanagememnt

„Im Bereich Service wurde in der Vergangenheit sehr viel auf Papier dokumentiert“, erklärt der CDO. „Hier arbeiten wir stark daran, die Prozesse zu digitalisieren und damit die Dokumentationsarbeit für unsere Mitarbeiter zu erleichtern.“ Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden unter anderem auch durch Video-Tutorials geschult – auch das ist ein Projekt für die Arbeitsweise der Zukunft.

Drucker-Konzept

Beim Drucken schließlich setzten die SWA künftig auf „Follow-me-print“, ein Konzept, das den Mitarbeitern mehr Flexibilität bietet und gleichzeitig Datenschutz und -sicherheit erhöht.

Von der Vision zur Umsetzung

„Insgesamt wird unsere Arbeit so viel zielorientierter“, fasst Bianchi zusammen. „Wir haben ein großes Bild und liefern dafür nun die einzelnen Puzzle-Teile.“ Das entspricht dem Ansatz der „Fokus-Führung“, welche bei den Stadtwerken gelebt wird. Die Führungskraft setzt die Vision, die Teams arbeiten eigenständig aus, wie diese umgesetzt wird. Auch hier wieder ein Hauch von Freiheit, der die Kreativität und Produktivität fördert.

Der Strom muss fließen

Die Wahl der Werkzeuge fällt individuell: „Wir schreiben keine konkreten digitalen Tools vor“, erklärt der CDO, „die Teams sollen selbst ausprobieren, was am besten zu ihnen passt.“ Schließlich sei jeder Mensch unterschiedlich, jedes Team und jedes Projekt. „One size fits all funktioniert hier nicht.“
Eine kleine Einschränkung gibt es dann aber doch, so Bianchi: „Einen gewissen gestalterischen Rahmen müssen wir freilich setzen – denn am Ende geht es immer darum, dass der Bus pünktlich fährt, das Wasser fließt und der Strom aus der Steckdose kommt.“